14/08/2026
**Sommer 2026 – dich werden wir wohl nicht so schnell vergessen.**
Du hast ja auch wirklich alles gegeben.
Irrsinnige Enteignung? ✔️
Dürre und braune Wiesen? ✔️
Futtermangel? ✔️
Preise jenseits von Gut und Böse? ✔️
Und politische Entscheidungen, bei denen man sich gelegentlich fragt, ob meine Hühner nicht doch die bessere Regierung stellen würden? ✔️🐔
Je länger dieser Sommer dauert, desto mehr zweifle ich an der Intelligenz der Allgemeinheit – und bei unserer Regierung wird diese Zweifelstoleranz täglich etwas kleiner.
Zum Glück habe ich meine Tiere. ❤️
Meine Medizin. Meine Bodenhaftung.
Und ganz ehrlich: Manchmal schaue ich einem Huhn in die Augen und denke mir: **Du hast das System vermutlich besser verstanden als manch anderer.**
Schlaf? Wird sowieso völlig überbewertet.
Und wenn man nachts wach liegt und den Fehler macht, sich durch die Medien zu scrollen, fragt man sich irgendwann, ob man lachen, weinen oder einfach das Handy aus dem Fenster werfen soll.
Manchmal wünsche ich mir dann tatsächlich einen ganz normalen Job.
Büro. Chef. Feierabend.
Schlüssel drehen. Türe zu. Fertig.
Keine Gedanken darüber, ob das Futter reicht.
Keine Rechnung, ob man sich die nächste Lieferung noch leisten kann.
Keine schlaflosen Nächte wegen Wetter, Politik und Preisen.
Klingt schon fast romantisch. 😅
Aber dann schaue ich raus und weiss wieder, warum wir diesen ganzen Wahnsinn überhaupt mitmachen. ❤️
Heute kam wunderschönes Stroh. Vielleicht eine unserer letzten Lieferungen für eine Weile.
**Merci beaucoup! ❣️**
Und wenn’s dann keines mehr gibt?
Kein Problem.
Dann schreddern wir halt Altpapier und basteln unseren Pferden daraus ein Fünf-Sterne-Bett. 🙃
Improvisieren können wir Bauern schliesslich. Müssen wir ja auch.
Jetzt hoffen wir noch darauf, dass der Bund bei den Fleisch- und Milchimporten so reagiert, dass diejenigen, die hier tatsächlich Lebensmittel produzieren, diesen Sommer wirtschaftlich überleben können.
Denn Tierwohl ist wunderschön – und unsere Tiere geniessen einen sehr hohen Standard. Darauf sind wir stolz.
Nur wäre da noch dieses kleine, völlig nebensächliche Detail:
**Tiere brauchen Futter.**
Und Futter ist knapp. Sehr knapp.
Was noch erhältlich ist, wird teilweise zu Preisen gehandelt, bei denen einem kurz die Luft wegbleibt.
Während wir also versuchen, irgendwie genügend Futter zusammenzukratzen und unsere Tiere durchzubringen, werden bereits wirtschaftlich gesunde Kühe geschlachtet.
Nicht weil sie krank sind.
Nicht weil sie nichts mehr leisten.
Sondern weil irgendwann auch der leidenschaftlichste Bauer keine Rechnungen mit Luft und Liebe bezahlen kann.
Aber wie sagt man so schön:
**«Dene, wo’s guet geit, geit’s besser.»** (Mani Matter)
Und der Rest?
Der improvisiert.
Der rechnet.
Der verzichtet.
Der liegt nachts wach.
Und steht am nächsten Morgen trotzdem wieder auf und macht weiter.
Weil es (noch) unser Zuhause ist.
Unsere Tiere.
Unser Hof.
Unser Leben. ❤️
Und dann schaue ich raus und denke trotz allem:
**Aber hey – lug mau, wie schön’s mir hei. ❣️**
Verrückt eigentlich.
Aber genau deshalb kämpfen wir dafür.