21/04/2026
Wenn ein Glas Perlenspiel eingeschenkt wird, beginnt es leise.
Im Weinglas steigen die Bläschen auf, fein und unaufgeregt. Sie lösen sich aus der Tiefe, steigen langsam nach oben, tanzen umeinander, sammeln sich – und verschwinden an der Oberfläche wieder. Mit jedem einzelnen geben sie ein Stück Aroma frei. Nichts drängt sich auf, nichts wirkt laut. Es ist ein ruhiges, fast kontemplatives Geschehen, dem man gerne einen Moment länger zusieht.
Dieses Spiel entsteht nicht zufällig.
Seit über 20 Jahren wird das Perlenspiel in unserem Betrieb mit einem klaren Fokus erzeugt: ein puristischer Zugang zum Schaumwein, bei dem die Hefe im Mittelpunkt steht. In der zweiten Gärung bildet sie auf ganz natürliche Weise das Kohlendioxid – und mit ihm diese fein eingewobene, lebendige Perlage. Es ist derselbe Stoff, der auch technisch zugesetzt werden könnte. Und doch liegt ein wesentlicher Unterschied darin, wie er entsteht.
Wo die Hefe arbeitet, entsteht mehr als nur Kohlensäure. Es entsteht Textur, Tiefe und eine Cremigkeit, die sich durch die lange Lagerung auf der Feinhefe – in diesem Fall 30 Monate – weiter verdichtet. Jede Flasche durchläuft dabei ihre eigene Gärung. Jede entwickelt ihr eigenes, unverwechselbares Perlenspiel im Glas.
Der verwendete Johanniter, eine PIWI-Sorte aus biologischem Anbau, bringt dabei Frische und Klarheit mit. Mit 12 % vol. Alkohol bleibt der Sekt leichtfüßig, ohne an Ausdruck zu verlieren. Als Brut nature, ohne Dosage, bleibt er vollkommen unverstellt: kein Zucker, der ausgleicht oder kaschiert – nur das, was aus Traube, Hefe und Zeit entstanden ist.
So entsteht ein Schaumwein, der nicht laut sein muss, um präsent zu sein.
Einer, der sich Schicht für Schicht zeigt – und dessen feinste Bewegung oft die größte Wirkung hinterlässt.
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