05/06/2026
Heute wird Joghurt hergestellt, nach Art der türkischen Frauen. Das hat mir vor 30 Jahren meine türkische Freundin Seher beigebracht und das geht so einfach, da braucht man keinen teuren Joghurtbereiter.
Ich nehme einen Topf/Stielkasserolle, da hinein kommt ein Liter H-Milch 3,5% und ich halte einen gehäuften Esslöffel Naturjoghurt 3,5% bereit. Milch und Impfjoghurt sollten die gleiche Fettstufe haben, es geht aber auch mit 1,5% Milch und 1,5% Joghurt.
Wenn man Frischmilch nimmt sollte man sie zuerst abkochen und dann wieder auf die Wunschtemperatur runterkühlen.
Die Milch wird erhitzt, ich verwende ein Joghurt-Thermometer, bei 42-45° den Topf vom Herd ziehen. Ein Joghurt-Thermometer hat man früher in jedem Haushaltwarengeschäft bekommen, inzwischen könnte das schwieriger werden, aber online geht es sicher.
Nun kann man direkt im Topf weiterarbeiten, wenn man das möchte, ich fülle die Milch um in einen gut ausgewaschenen Joghurteimer, so ist der fertige Joghurt dann gleich im richtigen Behältnis.
Man fächert einen gehäuften Esslöffel "Impfjoghurt" ein, das ist ein ganz normaler Naturjoghurt aus dem Supermarktregal ohne Zusätze, auch nicht cremig oder sonstwas... oder halt ein Joghurt aus der letzten Zubereitung.
Einfächern heisst, man taucht den vollen Esslöffel in die Milch und fächert sanft hin und her, bis der Impfjoghurt sich mit der Milch verbunden hat. Das muss alles schnell gehen, damit die Temperatur nicht absinkt.
Dann kommt Wärme ins Spiel, das Allerwichtigste bei der Joghurtherstellung. Früher hat man den Topf in den Backofen gestellt bei unter 50° für mehrere Stunden. Das ist allerdings nicht energieeffizient... Ich packe den Joghurteimer oder Topf mit Deckel in ein warmes Handtuch ein und stelle ihn für 24 Stunden in eine Kühltasche, wie man sie für Picknick etc. verwendet. Die hält ja nicht nur kalt, sondern auch warm... Eine Gefrierguttasche aus dem Supermarkt geht auch, da würde ich vielleicht noch etwas dicker einpacken... Wie ihr auf den Bildern seht, habe ich eine kleine Kühltasche, die ist super für Joghurt. Die fülle ich mit heissem Wasser, damit sie schon mal auf Temperatur kommt, und schütte es aus, bevor ich den Joghurt einstelle. Die verschlossene Tasche an einen warmen Ort stellen und möglichst nicht mehr bewegen, das mag die Joghurtkultur gar nicht.
Nach 24 Stunden nimmt man den fertigen Joghurt raus und stellt ihn erstmal kühl, dann wird er fester. Wer mit Topf gearbeitet hat, sollte ihn auch so in den Kühlschrank stellen und erst umfüllen, wenn er gut durchgekühlt ist.
Innerhalb einer guten Woche verbrauchen, das ist die Empfehlung. Aber gut gekühlt hält der Joghurt auch länger.
Bei uns ist das Verbrauchen kein Problem, ich mache meine Overnight Oats jeden Morgen mit Joghurt und Früchten an, da reicht ein Becher grad mal so für eine Woche. Die Süßmäulchen können sich den Naturjoghurt mit Früchten oder Konfitüre aufpimpen, naturlich kann man ihn auch zuckern... Ich bin immer schön ein Fan von Naturjoghurt.
Und bevor er ganz leer ist unbedingt einen Esslöffel davon für den nächsten Ansatz aufheben...
Viel Spass beim Nachmachen ...