28/05/2026
🇦🇹In Österreich braucht jeder Qualitätswein eine staatliche Prüfnummer. Der Wein wird im Labor analysiert und von einer sechsköpfigen Kommission verkostet. Erst dann darf er seine Herkunft am Etikett tragen – Region, Gemeinde, Lage.
🔦Das Problem: Die Verkostung orientiert sich an einem sehr gleichförmigen Geschmacksbild. Weine, die nach Schema entstehen, bestehen problemlos. Weine mit Eigenständigkeit fallen regelmäßig durch – egal wie gut sie sind. Nicht nur als „nicht typisch”, sondern oft sogar als „fehlerhaft”. Eigenständigkeit, Charakter und Komplexität werden falsch verstanden – weil die Kommission sie nicht einordnen kann. Das ist, als wärst du im Dunkeln ohne Taschenlampe unterwegs: Was du nicht erkennst, hältst du für einen Fehler.
❗️Aktuelles Beispiel: Roland Velichs Blaufränkisch Lutzmannsburg Alte Reben vom Weingut Moric. 100 Punkte international, aber zweimal durchgefallen. Er darf jetzt nicht draufschreiben, woher der Wein kommt. Das ist, als würdest du dich vorstellen und nicht sagen dürfen, woher du kommst.
🫶🏻Wer über Generationen eine Herkunft aufbaut und dann gesagt bekommt „nicht typisch”, der verliert nicht nur einen Namen auf dem Etikett, sondern eine Identität. Wir unterstützen jeden, der dieses System infrage stellt – weil es uns genauso betrifft.
💬Was meint ihr? „PR-Gag“ oder ernsthafte Problematik?