19/05/2026
🚨 BÜROKRATIE-WAHNSINN STATT ENTLASTUNG 🚨
Ab 1. Juli soll die Mehrwertsteuer auf gewisse „Grundnahrungsmittel“ auf 4,9 % sinken.
Klingt für den Kunden erstmal großartig. Bis man versucht, dieses Chaos in einem echten Handwerksbetrieb umzusetzen.
Denn plötzlich geht es offenbar nicht mehr darum, ob etwas Brot oder Gebäck ist.
Sondern um:
➡️ Zuckeranteile
➡️ Fettanteile
➡️ KN-Codes
➡️ Konsumationsarten
➡️ Füllungen
Und jetzt wird’s komplett absurd:
Die Semmel zum Mitnehmen → vermutlich 4,9 %
Die Semmel mit Butter → wahrscheinlich wieder anders
Dieselbe Semmel im Service gegessen → 10 %
Die belegte Semmel → wieder anderer Steuersatz
Das Topfentascherl → vermutlich nicht begünstigt
Ernsthaft:
Wer soll da noch durchblicken?
Während hinter dem Kunden die Schlange bis zur Tür steht, sollen dann unsere Mitarbeiterinnen mit Kunden über Steuersätze diskutieren und argumentieren?
Und wenn etwas falsch läuft?
Dann zahlt nicht die Politik die Strafe, denn dann zahlt der kleine Handwerksbetrieb.
Unsere Kassensysteme müssen jetzt umgebaut werden.
Unsere Mitarbeiter eingeschult.
Unsere Produkte neu geprüft.
Unsere Rezepturen kontrolliert.
Unsere Preise neu kalkuliert.
Aber bis heute gibt es noch immer keine einfache, klare und praxistaugliche Lösung, mit der Betriebe tatsächlich arbeiten können … ist ja noch Zeit bis zum 01. Juli 2026
Stattdessen bekommen wir Informationen voller „usw.“
„Semmel, Salzstangerl, Mohnflesserl usw.“
Dieses „usw.“ entscheidet am Ende darüber, ob etwas 4,9 % oder 10 % Steuer hat.
Und das soll ernsthaft eine Vereinfachung sein?
Wir wollten eigentlich Brot backen.
Keine halben Zolltarif-Experten werden.
Wir stehen nachts auf. Wir arbeiten an Feiertagen und 7 Tage die Woche. Wir kämpfen mit Energiepreisen, Personalmangel und Rohstoffkosten.
Und jetzt sollen wir zusätzlich noch steuerrechtlich analysieren, ob ein Gebäckstück als Grundnahrungsmittel oder als Luxusproblem gilt.
Irgendwann reicht’s einfach.
Nicht der Mehlstaub bringt das Handwerk an seine Grenzen.
Sondern diese Bürokratie und so langsam verlieren wir die Lust an dem, was wir eigentlich von Herzen lieben …