22/05/2026
Liebe Horitschonerinnen und Horitschoner,
ich möchte heute etwas aus tiefstem Herzen sagen.
Wir sind eine kleine Weinbaugemeinde mit mittlerweile nur noch wenigen Weinproduzenten, ca 16 Betrieben.
Manche leben ausschließlich vom Wein, manche haben zusätzliche Berufe, manche beziehen bereits Pension oder werden vom Partner unterstützt.
Jeder Betrieb trägt seine Geschichte, seine Herausforderungen und seinen eigenen Weg.
Aber eines verbindet uns alle:
Wir sind Teil eines Vereins zur Förderung der Horitschoner Weinkultur. Und genau darin liegt für mich der wahre Gedanke.
Nicht einen einzelnen Betrieb hervorzuheben, sondern gemeinsam den Namen Horitschon nach außen zu tragen.
Bis heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an die Worte von Heinz Franz aus Neckenmarkt denke:
„Jede verkaufte Flasche, auf der Neckenmarkt steht, ist Werbung für Neckenmarkt.“
Und genau das wünsche ich mir auch für Horitschon:
Jede verkaufte Flasche, auf der Horitschon steht, ist Werbung für Horitschon.
Darum kämpfe ich seit Jahren mit voller Überzeugung für gemeinsame Projekte: für den Blaufränkisch Erlebnisweg, jetzt die Blaufränkisch-Flasche, den internationalen Blaufränkisch-Tag und für Veranstaltungen zu Pfingsten, RotweinHerbst und weitere Veranstaltungen, wo wir unseren Wein präsentieren, die Menschen zu uns nach HORITSCHON bringen.
Denn ich glaube daran, dass Horitschon ein besonderer Ort sein kann – ein Ort, an den man gerne kommt, wo man Vielfalt erlebt, großartige Weine verkostet und unterschiedliche Persönlichkeiten kennenlernt.
Was mich traurig macht, ist die große Eifersucht und der Neid, die oft spürbar sind. Ja, Neid gibt es überall. Aber wir dürfen nicht zulassen, dass er unseren Gemeinschaftscharakter zerstört.
Ich wünsche mir für Horitschon etwas anderes:
Segen.
Gemeinschaft.
Zusammenhalt.
Vor fünf Jahren habe ich die Eröffnung wieder ins Leben gerufen, wo mein Mann als Obmann fungierte, da ich nicht gewählt wurde, ich habe mich 3 mal zur Wahl gestellt, wurde 2 mal nicht gewählt und dennoch habe ich mich noch ein drittes Mal gemeldet. Das zeigt meinen Ehrgeiz und Durchhaltevermögen.
Meine Familie hat mir abgeraten, aber ich wollte für Horitschon etwas tun, ich wollte Horitschon wieder zu den Ort machen, der er ist ein bedeutender Rotwein bzw Blaufränkisch Ort.
Die Eröffnungsfeier, wurde angenommen und Jahr für Jahr wurde sie größer und bedeutender – ein Treffpunkt für Wein, Genuss, Herkunft und Kultur. Selbst Bürgermeister aus der Umgebung haben mich heuer wegen der fehlenden Eröffnung angerufen. Das zeigt doch, welchen Wert solche gemeinsamen Momente haben.
Daher werden wir wieder an dieser gemeinsamen Idee anknüpfen und gleich nach der Weinkost darüber reden und nachdenken, wie wir das gestalten und umsetzen können.
Solange ich Obfrau bin, werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, unser Kulturgut Wein – besonders den Blaufränkisch – hochzuhalten und gemeinsam sichtbar zu machen.
Bitte hört auf, euch gegenseitig kleinzumachen.
Wenn jemand eine gute Idee hat und andere greifen sie auf, dann sollte uns das stolz machen und nicht gegeneinander aufbringen.
Und weil in den letzten Tagen vieles gesagt wurde, möchte ich auch eines klarstellen:
Die Idee mit den Weincocktails ist nicht neu und auch nicht kopiert. Bereits vor einigen Jahren – beim RotweinOpening zu Pfingsten – hat die Jugend von Horitschon für uns Tickets verkauft. Damit Geld für die Gemeinschaftskassa hereinkommt, war es meine Idee, aus gesponserten Produkten von uns Winzern Weincocktails zu machen und zu verkaufen.
Genau darum geht es doch: gemeinsam kreativ zu sein und neue Wege zu finden, Menschen für Wein zu begeistern.
Kreativität sollte uns verbinden und nicht trennen. Niemand hat ein Patent auf Ideen rund um Wein.
Wir müssen zeigen, wie vielfältig Wein sein kann:
beim Grillen, beim Jahrestag, bei einer Verlobung, zum Geburtstag, als Cocktail, beim gemütlichen Zusammensitzen mit Freunden oder einfach, um einen schönen Tag ausklingen zu lassen.
Wein verbindet Menschen.
Genau das sollten wir nach außen tragen.
Lasst uns deshalb endlich wieder mehr miteinander statt gegeneinander arbeiten.
Wir sitzen alle im selben Boot.
Und ein Boot kommt nur voran, wenn gemeinsam gerudert wird. Der eine rudert einmal mehr, der andere ruht sich kurz aus – genau das macht Gemeinschaft aus.
Ich wünsche euch allen ein erfolgreiches Wochenende ein wunderschönes RotweinOpening und hoffe sehr, dass wir wieder mehr auf das Gemeinsame schauen.
Auf das, was uns verbindet. Auf Horitschon.
Auf unsere Weine.
Auf den Blaufränkisch, mit all seinem facettenreichtum.
Auf unsere Zukunft. 🍷❤️
Alles Liebe Eure Eva Maria Iby
Obfrau WeinbauVerein Horitschon
Verein zur Förderung der Horitschoner Weinkultur
(C) Foto Eva Maria Iby