05/07/2026
Früher war es ja angesagt, sich auf "Sommerfrische zu begeben. So wie Komtesse Berta Kinksy von Wchinitz und Tettau - die spätere Friedensnobelpreisträgerin Berta von Suttner - die in ihrer Jugend viele Sommer auf dem Matzner Schloß bei der Familie ihres Onkels "Christl" (Graf Christian Kinsky) verbrachte.
Hier ihre Beschreibung eines ihrer Sommeraufenthalte auf Schloss Kinsky in Matzen: (viel Text, aber lesenswert!)
"...Um nach Matzen zurückzukommen, das ja noch immer auf derselben Stelle steht, welches ich aber seither nicht mehr gesehen habe, so war es damals unter der Herrschaft eines jungvermählten Paares. Am selben Tag, da Kaiser Franz Joseph mit Elisabeth von Bayern Hochzeit hielt, hatte der nunmehrige Herr von Matzen und Angern, Christian Graf Kinsky, seine Braut, Therese Gräfin Wrbna, heimgeführt. Ein schönes, glückliches junges Paar.
Einen lustigeren, witzigeren Menschen als »Christl« Kinsky kann man sich nicht vorstellen. Des ist die ganze Wiener Gesellschaft Zeuge. Noch in seinem späten Alter, auf dem nichts weniger als lustigen Posten eines Landmarschalls, wusste er Heiterkeit und Gemütlichkeit bis in die parteizerrissene Landstube zu bringen. Das Schloss Matzen, alt und getürmt, steht auf einem bewaldeten Berg; vom zweiten Stockwerk führt eine Tür auf ein Plateau, auf dem ein kleiner Ziergarten angelegt ist, und vor dem Gartengitter liegt der Wald. Ein Pavillon ist in dem Gärtchen angebracht, und auf dem Tisch darin lagen gefärbte Gläser, blau, gelb, rot ... Durch diese ließ man mich in die Natur hinausschauen (diese Erinnerung datiert von einem früheren Matzener Besuch, als ich noch ganz klein war), und diesen blauen Wald, diesen gelben Garten, diesen grünen Himmel zu sehen, es war mir eine zauberhafte Überraschung – ich schrie vor Glück...“