24/12/2025
Weihnachten wie früher
Weihnachten in unserer Kindheit um war still und warm. Der Winter war kalt, der Schnee knirschte unter den Schuhen, und zuhause roch es nach Tannenzweigen vom Adventkranz und frisch gebackenen Vanillekipferln. Tage vorher hatte man schon an Freunde und Bekannte Weihnachtskarten mit lieben Grüßen verschickt und die Kinder schrieben auch – einen Brief ans Christkind.
Der Christbaum wurde erst am Heiligen Abend geschmückt – mit alten Glaskugeln, die noch von der Uroma waren, Staniollametta (vom Vorjahr), selbstgebastelten Strohsternen und echten Kerzen! Waren noch kleine Kinder im Haus, so geschah dies leise und heimlich. Zur Bescherung wurde man mit einem Glöckchen gerufen und dann standen die Kinder mit großen Augen vor dem vom Kerzenschein erleuchteten Baum.
Geschenke gab es nur wenige, doch jedes war etwas Besonderes. Eine Puppe vielleicht oder ein Matatorkasten für die Kinder, ein selbstgestrickter Pulli für den Papa oder (manche Mütter mögen das heute noch verzeihen) Bügeleisen und Dampfkochtopf. Doch jedes Geschenk war etwas Besonderes. Es waren Dinge, die man sich sonst nicht geleistet hätte, die eben nur zu Weihnachten möglich waren. Niemand verglich, niemand zählte. Wir waren dankbar, einfach weil es Weihnachten war.
Viel wichtiger war, dass die ganze Familie zusammenkam. Wir saßen beieinander, sangen Weihnachtslieder innig, vielstimmig und falsch. „Stille Nacht“ klang nie gleich, aber immer ehrlich.
Weihnachten früher war nicht größer, nicht teurer, nicht schneller. Es war näher. Näher an der Familie, näher an der Wärme, näher an dem, was wirklich zählt.
Und vielleicht tragen wir genau dieses Weihnachten bis heute in uns – als Erinnerung daran, dass das Schönste oft das Einfachste ist.