19/04/2026
Warum streuen wir eigentlich KALK?
Auf einem biologisch wirtschaftenden Betrieb stellt die gezielte Regulierung des Boden-pH-Wertes eine zentrale Maßnahme zur Sicherung der Bodenfruchtbarkeit dar. Das Kalken dient dabei in erster Linie der Neutralisierung von Bodenversauerung, die unter anderem durch Niederschläge, Pflanzenentzüge und mikrobielle Prozesse verursacht wird.
Ein optimal eingestellter pH-Wert verbessert die Verfügbarkeit essentieller Pflanzennährstoffe wie Phosphor, Kalium und Magnesium und reduziert gleichzeitig die Mobilität potenziell toxischer Elemente wie Aluminium und Mangan. Dadurch wird die Nährstoffaufnahme durch die Kulturpflanzen effizienter gestaltet.
Darüber hinaus wirkt sich die Kalkung positiv auf die Bodenstruktur aus, insbesondere bei tonreichen Böden. Durch die Förderung der Krümelstruktur werden die Durchlüftung sowie die Wasserinfiltration verbessert, was wiederum das Wurzelwachstum begünstigt.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Aktivierung des Bodenlebens. Mikroorganismen und Edaphon reagieren sensibel auf den pH-Wert; ein neutraler bis schwach saurer Bereich fördert deren Aktivität und unterstützt die Mineralisierung organischer Substanz.
Im BIO-Landbau, in dem auf leicht lösliche Mineraldünger verzichtet wird, ist die Kalkung somit ein wichtiges Instrument zur Stabilisierung biologischer Prozesse und zur nachhaltigen Sicherung der Ertragsfähigkeit des Bodens.