23/06/2026
Das EU-Schulprogramm in Bayern entwickelt sich langsam zur Farce.
"Kinder lernen gesunde Ernährung nicht nur aus Büchern, sondern durch eigenes Erleben. Wenn sie Obst, Gemüse und Milch regelmäßig kennenlernen, probieren und gemeinsam genießen, entwickeln sie ein Gespür für gute Lebensmittel. Genau deshalb ist das EU-Schulprogramm ein wichtiger Baustein unserer Bayerischen Ernährungsstrategie", so Ernährungsministerin Michaela Kaniber zum Start der Anmeldung. (Bayer. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus)
Von Regelmäßigkeit ist nach den Richtlinien für 26/27 nichts mehr zu erkennen. 2 Aktionszeiträume der erste von 30. November bis 26. Februar, wenn regionales Obst und Gemüse nicht mehr verfügbar, der zweite, von April bis Juli, wenn eine regionale Ernte noch nicht – oder nur begrenzt möglich ist.
Das sind 2mal 3 Monate von denen wir auch noch die Ferien abziehen müssen, bleiben 20 mögliche(!) Lieferungen
Und dann ist noch nicht einmal klar, wie viele Portionen in diesen Zeitfenstern gefördert werden.
"Die Liefermengen werden den Einrichtungen und Lieferanten Anfang November bekanntgegeben. Sie orientieren sich an der Zahl der teilnehmenden Einrichtungen und Kinder." (Bayer. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus)
Soll die Teilnahme verlost werden??? „Herzlichen Glückwunsch sie dürfen für 3 Monate am Schulprogramm teilnehmen“ Ich frage mich was das werden soll. Und dann stellt sich die Ministerin Kaniber auch noch hin und erzählt wie toll das Schulprogramm in Bayern umgesetzt wird.
Totgespart bis zum „Geht nicht mehr“! Von einer ehemals sehr sinnvollen Idee zu einer „Lachnummer“
Frau Ministerin Kaniber prognostiziert selbst steigende Lebensmittelpreise und appelliert an den Verbraucher Solidarität zu zeigen, heimische Erzeugung zu unterstützen indem faire Preise gezahlt werden, damit der Landwirt auch von seinen Produkten leben kann (Jetzt red i Bayerischer Rundfunk vom 15.04.2026 ab Minute 14) https://www.ardmediathek.de/video/jetzt-red-i/landwirtschaft-unter-druck-wie-werden-bayerns-bauern-zukunfts-und-krisensicher/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNVdPMDE2ODY1QTA
Das gilt offensichtlich nicht für das Ministerium! Denn beim Schulprogramm ist das Ministerium sozusagen der „Verbraucher“ und ist weder bereit, heimische Produkte zu unterstützen – wenn die Ernte ansteht - noch die Portionspauschale zu erhöhen.
Wo bleibt die Vorbildwirkung – für mich ist das Ministerium nicht besser als ein Einkäufer im Discounter!
Wie sollen wir von unseren Produkten leben, wenn das eigens für das Schulprogramm angebaute Obst und Gemüse wegen der Einrichtung zweier Aktionszeiträume nicht vermarktet werden kann?
Die Pflanzen werden von Januar bis März ausgesät, müssen mehrfach verpflanzt werden. Sie werden mühsam vor Kälteeinbruch (Mai) oder Hitzeentwicklung (Juni) geschützt, sie werden täglich gewässert, durchgejätet … wofür eigentlich???
Aller Arbeitseinsatz umsonst!!! Qualitativ hochwertiges Bio-Obst und -Gemüse aus Jux und Tollerei für die Tonne produziert
"EU-Schulprogramm: Obst, Gemüse und Milch für Bayerns Kinder
Wir möchten Kinder für Obst, Gemüse und Milch begeistern und sie an eine ausgewogene Ernährung heranführen. Kinder in Kindergärten, Häusern für Kinder und in Grund- und Förderschulen erhalten kostenlos bevorzugt regionales und saisonales Obst, Gemüse und Milch. Das EU-Schulprogramm wird aus Landes- und EU-Mitteln finanziert. Als Ernährungsbildungsprogramm ist es ein wichtiger Baustein der Bayerischen Ernährungsstrategie." https://www.stmelf.bayern.de/service/presse/pm/2026/eu-schulprogramm-in-bayern/index.html
Förderfähiges Obst und Gemüse (Bayer. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus)
"Äpfel, Aprikosen, Bananen, Birnen, Blaubeeren, Brombeeren, Clementinen, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Jostabeeren, Kirschen, Kiwis, Mandarinen, Melonen1, Mirabellen, Nektarinen, Orangen, Pfirsiche, Pflaumen, Stachelbeeren, Trauben, Zwetschgen und weitere Obstarten.
Gurken, Karotten, Kohlrabi, Paprika, Radieschen, Tomaten, Zucchini, Cocktailtomaten, Fenchel, Rettich, Sellerie und weitere Gemüsearten."
Regionales saisonales Obst und Gemüse - im Dezember??? Wo leben wir denn???
Ein Schlag ins Gesicht für alle, die - wie wir als kleiner Familienbetrieb - das Obst bzw. Gemüse selbst anbauen, um den Kindern die regionale Vielfalt nahe zu bringen, da im Bio-Bereich weder z.B. Beerenobst noch Paprika mit den aktuellen Fördersätzen bezahlt sind, geschweige denn auch nur ein Bruchteil für Arbeitszeit (Kommissionierung, Lieferung, Verwaltung, Mindestlohn) eingerechnet wird.
Durch die sinnfreien Aktionszeiträume werden auch in diesem Jahr tonnenweise Obst und Gemüse wieder umgeackert bzw. erst gar nicht geerntet werden -- Aktion gegen Lebensmittelverschwendung???
Mit diesen Aktionszeiträumen öffnet man den Markt nicht für heimische Produkte, sondern fördert die Landwirtschaft in Italien, Griechenland, Spanien oder Übersee!!!
Ganz toll!!! Die dortigen Erzeuger und hiesigen Importeure werden es ihnen danken!
Und kommen sie mir nicht damit die EU zahle zu wenig!
"Bayern stockt die EU-Mittel in Höhe von 5,2 Mio. € dafür um 5,34 Mio. € aus dem Landeshaushalt auf. Damit stehen insgesamt 10,5 Mio. € für die Umsetzung des EU-Schulprogramms mit Obst, Gemüse und Milch für Bayerns Kinder zur Verfügung." https://www.stmelf.bayern.de/foerderung/schulprogramm/index.html
Die EU bezahlt nur für die Schulen – da steht nichts von Kindergärten!
Die Gelder würden ja reichen, wenn Bayern nicht einen eigenen Weg gegangen wäre und die Kindergärten in das Programm aufgenommen hätte. Folglich muss Bayern die Kosten dafür alleine tragen und nicht das Geld, das den Schulkindern zustehen würde, soweit einschränken, dass es auch noch für die Kindergärten reicht. Diesem Argument gegenüber ist unsere Regierung allerdings taub!
Für jeden anderen Sch… werden Millionen ausgegeben
"11.03.2026
110 Millionen Euro für bayernweite Impulse und regionale Projekte / Regierungsfraktionen von CSU und FREIEN WÄHLERN veröffentlichen Fraktionsinitiativen 2026" https://csu-landtag.de/presse/lokal/2392/110-Millionen-Euro-fuer-bayernweite-Impulse-und-regionale-Projekte--Regierungsfraktionen-von-CSU-und-FREIEN-WAeHLERN-veroeffentlichen-Fraktionsinitiat.html
Wie wäre es denn, einen Teil davon für die Kinder zu investieren?!?