04/09/2026
Immer die mit den Sonderwünschen!!!!
„Komm, wir bestellen einfach Pizza.“
Für alle anderen ein ganz normaler Satz.
Für mich bedeutete er früher: Stress, Erklärungen und die Angst, wieder aufzufallen.
Gibt es glutenfreie Pizza?
Wird sie sicher zubereitet?
Bestelle ich lieber etwas anderes?
Oder sage ich einfach nichts, damit niemand wegen mir umplanen muss?
Das Schwierigste an meiner Zöliakie war irgendwann nicht mehr das Weglassen.
Es war das Gefühl, mich ständig rechtfertigen zu müssen.
Ich lasse Gluten nicht weg, weil es ein Ernährungstrend ist.
Nicht, weil ich gerade eine Phase habe.
Und nicht, weil „ein bisschen“ für mich schon irgendwie gehen wird.
Am Anfang fiel mir das unglaublich schwer.
Plötzlich konnte ich nicht mehr selbstverständlich überall mitessen.
Keine warme Brezel beim Bäcker.
Nicht einfach bestellen, worauf ich Lust hatte.
Immer nachfragen. Immer erklären. Immer auffallen.
Ich wollte nicht diejenige sein, wegen der alles komplizierter wird.
Nicht die mit den „Sonderwünschen“.
Ich wollte einfach dazugehören.
Deshalb habe ich manchmal sogar ganz normal gegessen, obwohl ich wusste, dass es mir nicht guttun würde. Nur, um nicht unangenehm aufzufallen oder wieder alles erklären zu müssen.
Kurz danach habe ich es natürlich bereut.
Heute frage ich mich:
Warum habe ich meine Gesundheit für das Gefühl geopfert, dazuzugehören?
Es hat lange gedauert, bis ich meine Zöliakie wirklich akzeptiert habe.
Bis ich verstanden habe:
Ich muss mich dafür weder rechtfertigen noch schämen.
Heute frage ich nach.
Heute sage ich, was ich brauche.
Und heute kann ich damit leben, wenn jemand das kompliziert findet.
Denn was für andere wie eine Sonderwunschliste aussieht, ist für mich keine.
Mein Körper hat keine Sonderwünsche.
Er setzt mir Grenzen.
Und ich darf dazugehören, ohne mich selbst zu übergehen. 🤍