06/08/2026
Ja, ja…. Jetzt sprechen wieder alle davon, dass es so wenig Bäume gibt, dass es soviel Brachflächen gibt und immer mehr Obstbaubetriebe aufgrund der ausländischen Konkurrenz aufgeben… Und die Politikverantwortlichen in Bayern und Deutschland befeuern diesen Trend leider weiterhin. Dabei könnten sie leicht aus den offensichtlichen Fehlern von damals (2017) lernen und den Trend mit wenigen Hebeln einigermaßen wieder umkehren….
2017 bemerkte man auf Bundesebene, dass Branntwein aus Deutschland leider etwas teurer ist wie der aus dem Ausland. Branntwein, den die Landwirte, Wein- und Obstbauern jährlich herstellen und beim Zollamt abliefern konnten und dafür einen Betrag entsprechend den Statuten erhielten. Der Branntwein wurde dann an die Pharmaindustrie verkauft, welche ihn für die Herstellung von Medikamenten usw. benötigen.
Kurz nachgedacht und schon strich man dieses Ablieferungsrecht mit Ablauf des 31.12.2017. Man hätte aber doch mal weiter denken können, denn viele Obstbauern ließen ihre Bäume (nur noch) wegen dem Ablieferungsbrennen stehen und bewirtschafteten somit mehrere hunderttausende Obstbäume und landwirtschaftliche Flächen, um die Früchte entsprechend zu verwerten.
Kurz nach Wegfall des Ablieferungsrechts fingen viele Obstbauern an, die Bäume aus dem Boden zu ziehen und die Flächen „still zu legen“…. Ja, das war und ist tatsächlich staatlich gefördert – aus Biodiversitätsgründen und nur solange man da auch keine Bewirtschaftungsbäume darauf stehen…
Schon alleine zwei Jahre später war die alte Flur Geschichte und Brachflächen prägen nun das Landschaftsbild.
Bayern erkannte zwar, dass etwas nicht stimmte, das aufgelegte Förderprogramm „Streuobst blüht auf“ war aus meiner Sicht ein sehr undurchdachtes Programm. Sobald man hier HOCHSTÄMMIGE Obstbäume pflanzt, wird man seitdem mit einem entsprechenden Obulus gefördert. Die Konsequenz – die Baumschulen machten die Bäume allesamt dreimal so teuer und in der Flur stehen mittlerweile viele Streuobstbäume, die aufgrund des Wachstums, ihrer Höhe (und dem Alter manches Obstbauers) nicht gepflegt werden bzw. gepflegt werden können.
Wie einfach wäre es doch, dieses Förderprogramm mit den Streuobstbäumen wieder zu beenden – die Hoch- und Halbstammbäume würden mit einem Schlag wieder preiswert werden.
Wie einfach wäre es doch, das „Stilllegungs-Förderprogramm“ zu beenden, damit die Leute wieder ungebunden wären, ihre Flächen nach freien Stücken zu bewirtschaften.
Wie einfach wäre es doch, das Ablieferungsrecht wieder aufleben zu lassen. Dann würden wir deutschen Obstbauern wieder unsere Früchte gut verwerten können und damit auch unsere Bäume weiter pflegen und weiter anbauen.
Aber wer will schon einfach … 😒