11/05/2026
🦠 Teil 2 Hantavirus und Immunsystem
In meinem letzten Post zum Hantavirus ging es darum, wie ein entgleister Zytokinsturm mit Botenstoffen wie IL‑6, TNF‑α, IL‑1β und IL‑18 letztlich zu Lungenödem, Schock und Multiorganversagen führen kann – nicht, weil das Immunsystem zu schwach ist, sondern weil es überreagiert.
Es geht also nicht darum, das Immunsystem immer nur zu stärken, sondern es zu modulieren:
Es soll im Akutfall stark und zielgerichtet reagieren – und sich anschließend rechtzeitig wieder beruhigen, um eine überschießende Entzündung und Zytokinstürme zu vermeiden.
Ein kompetentes Immunsystem bedeutet also: gute Barriere‑ und Abwehrfunktion, kontrollierte Antwort und funktionierende „Bremse“ der Entzündung.
👉 Aus orthomolekularer Sicht können u. a. folgende Mikronährstoffe diese Balance unterstützen (am besten im Rahmen individueller Diagnostik und unter fachlicher Begleitung):
Vitamine:
🥕 Vitamin A (Schleimhaut‑/Barrierefunktion, T‑Zell‑Modulation)
🍊 Vitamin C (antioxidativ, Dämpfung proentzündlicher Zytokine, Schutz vor Zytokinsturm‑assoziiertem oxidativem Stress - Achtung: Hochdosisinfusion ist hier nicht gemeint)
☀️ Vitamin D (Modulation von IL‑6, TNF‑α, T‑Zell‑Antwort; hilft, überschießende Immunreaktionen abzuflachen)
💊 Vitamin E (antioxidativ, antiinflammatorisch, Schutz von Zellmembranen)
🥬 Vitamin K (u. a. Gefäß‑ und Gerinnungsregulation, relevant in entzündlichen Situationen)
💊 B‑Komplex (B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9, B12 – wichtig für Zellteilung, Antikörperbildung, T‑Zell‑Funktion und immunregulierende Zytokine wie IL‑10)
Mineralstoffe und Spurenelemente:
💊 Zink (Schlüsselrolle bei angeborener und adaptiver Immunität, Barrierefunktion, Zytokinmodulation)
💊 Selen (antioxidativ, Steuerung der antiviralen Antwort, Einfluss auf pro‑ und antiinflammatorische Zytokine)
😴 Magnesium (Co‑Faktor für hunderte Enzyme, inkl. Immun‑ und Entzündungswege)
💊 Kupfer (an oxidativen Abwehrmechanismen und Immunzellfunktion beteiligt)
🥩 Eisen (für Immunzellproliferation, aber: sowohl Mangel als auch Überschuss können problematisch sein - im Falle einer Infektion nur mit therapeutischer Begleitung, da eine Eisen-Supplementierung in diesem Fall das Immunsystem auch „sabotieren“ kann)
Weitere relevante Nährstoffe:
🐟 Omega‑3‑Fettsäuren (EPA/DHA) – helfen, überschießende Zytokinaktivität (z.B. NF‑κB‑ und ) zu bremsen.
☝🏽 Lithium‑Orotat (sehr niedrige Dosierung, Experten empfehlen z. B. 1–5 mg/Tag):
Niedrig dosiertes Lithium kann entzündliches Geschehen und damit das Immunsystem modulieren und dabei die Produktion proentzündlicher Zytokine wie IL‑6 und TNF‑α senken – ohne die Abweg vollständig zu blockieren. Das macht es als immunmodulierende Option interessant.
⛔️ Leider ist es in der EU noch nicht wieder als Ergänzungsmittel zugelassen, weshalb ich keine Empfehlungen dazu abgeben darf. Ich kann aber auf entsprechender biochemisches Wissens und Experten verweisen. 🙂 Ich selbst nehme es, laborkontrolliert, seit 12 Monaten ein.
☝🏽 Fazit:
Nicht „pauschal stärker ist im Bezug auf das Immunsystem sinnvoll, wichtig ist ein kompetentes Immunsystem zu haben. Dieses erkennt Erreger früh, fährt eine kraftvolle, aber kontrollierte Antwort – und beruhigt sich danach wieder rechtzeitig, bevor aus einer sinnvollen Immunreaktion ein zerstörerischer Zytokinsturm wird.