16/10/2026
Tabaksteuerexplosion bei Zigarren und Zigarillos abgewendet
Der Bundesverband der Zigarrenindustrie - das Sprachrohr für Zigarren/Zigarillos und Mittelstand in der Tabakwirtschaft - informiert:
Soeben wurde das Tabaksteueränderungsgesetz im Bundestag in 2. und 3. Lesung verabschiedet. Die geplante Formulierungshilfe, die eine erdrosselnde Anhebung der Tabaksteuer auf Zigarren/Zigarillos um über 1.300% bzw. den Faktor 14 vorgesehen hatte, wurde von den Regierungsparteien abgeändert. Stattdessen steigt die Steuer 2027 auf 3,83%, was eine Steigerung im 160% darstellt. Der spezifische Satz wird schrittweise bis 2030 auf 2,85 ct angehoben, während die Mindeststeuer auf 13,69 ct minus MwSt der jeweiligen Preislage steigen soll.
Auch diese Anhebung der Tabaksteuer stellt eine Verdopplung der aktuellen Tabaksteuer auf Zigarren/Zigarillos dar und bedeutet eine starke Belastung für unsere Industrie. Dennoch zeigt sich der BdZ zufrieden, dass das Schlimmste abgewendet wurde.
Wir möchten uns für die breite Unterstützung in den letzten Monaten bei unseren Betriebsräten, den Fachhändlern, Konsumenten und Fachmedien bedanken. Es hat sehr geholfen, dass man sich mit qualifizierten Aussagen an Entscheidungsträger gewendet hat.
Als Verband, der fast alle Hersteller und Importeure in Deutschland vertritt, haben wir von der ersten Minute an auf die erdrosselnde Wirkung einer drastischen Tabaksteuererhöhung entsprechend der Formulierungshilfe hingewiesen und die Auswirkungen auf die mittelständischen Familienunternehmen der Zigarrenindustrie, die Zulieferer und den Fachhandel beschrieben. Mehrere tausend Jobs wären gefährdet worden, ohne einen wirklichen fiskalischen Nutzen zu erzielen.
Finanzpolitik muss immer das Prinzip der Belastbarkeit zu Grunde legen und hier die Besonderheiten der Wirtschaftsbeteiligten berücksichtigen. Auch gesundheitspolitisch stellen Zigarren/Zigarillos aufgrund ihres besonderen Konsum- und Konsumentenprofils eine Ausnahme dar. Sie werden nur gelegentlich von Konsumenten gehobenen Alters geraucht. Es liegt nachweislich keine Sucht- und keine Jugendschutzproblematik vor. Zigarren/Zigarillos sind keine Einstiegsprodukte und dienen nicht als Substitute für andere Ta******en.
Unser Wirtschaftszweig steht seit Generationen - teilweise seit über 200 Jahren - zum Standort Deutschland. Wir hätten uns vom zuständigen Finanzministerium und von Teilen der Politik eine sachorientierte Herangehensweise gewünscht. Der jetzt gefundene Kompromiss entspricht nicht dem Koalitionsvertrag und den positiven Erfahrungen aus früheren Tabaksteuermodellen. Der Vorschlag der Formulierungshilfe, die Tabaksteuer auf die Produkte je nach Preislage zu verzwanzigfachen, wäre in der Geschichte deutscher Steuerpolitik einmalig gewesen.
Der BdZ wird auch in Zukunft immer wieder darauf verweisen, dass es sich bei Zigarren und Zigarillos um ein reines Genuss- und Kulturgut für den gelegentlichen Konsum durch Erwachsene gehobenen Alters handelt.
Die heutige Abstimmung ist ein eindrucksvolles Ergebnis der kontinuierlichen Arbeit unseres Verbandes, der den Entscheidungsträgern die Unterschiede zwischen den Tabakprodukten verdeutlicht und darauf hinweist, dass Zigarren und Zigarillos, die in Europa oder anderen Ländern hergestellt werden – ob von Hand oder maschinell –, unterschiedlich behandelt werden müssen.