New Food Company GmbH

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Zum dritten Mal darf ich Teil der Jury der V-Label Awards sein — und ich freue mich sehr darauf.Denn der Award ist für m...
13/05/2026

Zum dritten Mal darf ich Teil der Jury der V-Label Awards sein — und ich freue mich sehr darauf.
Denn der Award ist für mich weit mehr als ein schönes Label auf der Verpackung. Er macht sichtbar, welche veganen Produkte wirklich überzeugen: geschmacklich, konzeptionell, innovativ und mit Blick auf das, was Konsument:innen heute erwarten.

Gerade im Handel zählt Orientierung. Ein starkes Siegel und eine unabhängige Auszeichnung können Vertrauen schaffen, Aufmerksamkeit erzeugen und Marken dabei helfen, ihre Produktqualität klarer zu kommunizieren.

Was ich an den V-Label Awards besonders schätze: Es geht nicht nur um Expert:innenmeinungen. Jury-Bewertung, Tasting und Public Voting bringen unterschiedliche Perspektiven zusammen — und genau das macht die Auszeichnung so relevant für Markt, Handel und Verbraucher:innen.

Die Gewinner:innen 2025 zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig, professionell und wettbewerbsfähig pflanzliche Produkte inzwischen geworden sind. Von etablierten Marken über Scale-ups bis hin zu mutigen Startups: Wer ein starkes veganes Produkt im Markt hat, sollte diese Bühne nutzen.

Die Bewerbungsphase für die V-Label Awards ist gestartet. Bis zum 18. Mai gibt es noch 30 % Early-Bird-Rabatt.

Meine klare Empfehlung: Bewerben, sichtbar werden und zeigen, was pflanzliche Innovation heute leisten kann.

Viele internationale Hersteller scheitern nicht am Produkt.Sondern an ihrer Preisstrategie für Deutschland.Ich habe das ...
11/05/2026

Viele internationale Hersteller scheitern nicht am Produkt.
Sondern an ihrer Preisstrategie für Deutschland.

Ich habe das selbst erlebt.

Die hatte damals einen Hersteller übernommen und nach nur zwei Wochen wurde ich zu einem Krisengespräch nach Deutschland gerufen.
Zu der Zeit habe ich in Wien gelebt, also direkt in den Flieger und zum Termin.

Mit am Tisch:
Der Großhandel.
Der Endkunde.
Und ich für den Hersteller.

Das Produkt war bereits auf der Karte des Kunden und lief sehr gut — eigentlich ein großer Erfolg.

Das Problem?
In der gesamten Kalkulation wurde die Marge des Großhandels vergessen.

Der Hersteller hatte den Kunden direkt beliefert, ohne die Marktstruktur in Deutschland richtig zu verstehen.

Und genau hier wurde es kritisch:

Ich durfte mit dem Großhandel rechtlich nicht einfach über die Verkaufspreise an den Kunden sprechen. Gleichzeitig stand ein sechsstelliger Betrag im Raum, wenn keine Lösung gefunden wird.

Am Ende konnten wir das Problem nicht mehr retten.

Zusätzlich liefen die Lieferkosten noch über ein anderes Land, wodurch die Preise völlig unattraktiv wurden, so das ich null Verhandlungsspielraum hatte.

Das Verrückte daran:
Das Produkt war wirklich gut.

Aber dieser eine Fehler in der Preisstrategie hat verhindert, dass sich die Marke jemals richtig im deutschen Markt etablieren konnte.

Was viele internationale Unternehmen unterschätzen:

Deutschland funktioniert stark über Handelsstrukturen, Kalkulationsstufen und saubere Margenlogik.

Wenn nur eine Stufe vergessen wird, kollabiert das gesamte Modell.

Deshalb beginnt Markteintritt nicht mit Vertrieb.
Sondern mit einer realistischen Preis- und Kanalstrategie.

➡️ Wer in Deutschland wachsen will, muss zuerst verstehen, wie alle Beteiligten Geld verdienen.

Eier waren lange selbstverständlich, bis sie es plötzlich nicht mehr sind.Leere oder lückenhafte Eierregale zeigen gerad...
08/05/2026

Eier waren lange selbstverständlich, bis sie es plötzlich nicht mehr sind.
Leere oder lückenhafte Eierregale zeigen gerade, wie fragil selbst alltägliche Lebensmittel werden können. Vogelgrippe, Newcastle-Krankheit, gekeulte Legehennen, steigende Nachfrage und Importabhängigkeiten setzen ein Produkt unter Druck, das für viele Haushalte bisher einfach immer verfügbar war.

Und genau hier wird es spannend:

Ist ein pflanzliches Ei wirklich nur eine vegane Alternative?
Oder auch ein Baustein für mehr Versorgungssicherheit?

JUST Egg zeigt, wohin sich der Markt entwickeln kann: eine pflanzliche Ei-Alternative auf Basis von Mungobohnen, vegan, von Natur aus cholesterinfrei, ohne Weizen, proteinreich und vielseitig einsetzbar: vom Rührei über Pancakes bis hin zu Quiche und Backwaren.

Natürlich ersetzt ein pflanzliches Ei nicht jede Anwendung 1:1 aber vielleicht muss es das auch gar nicht. Die Zukunft unserer Ernährung liegt nicht darin, dass ein einzelnes Produkt alles ersetzt, sondern darin, dass wir mehr Optionen haben, wenn klassische Systeme unter Druck geraten.

Die eigentliche Frage lautet also nicht: „Schmeckt veganes Ei wie Ei?“
sondern: „Wie abhängig wollen wir bei Grundnahrungsmitteln von einem einzigen Produktionssystem bleiben?“

Warum Burger King Plant-based besser verstanden hat als viele andere: Viele Unternehmen glauben, sie müssten für den veg...
06/05/2026

Warum Burger King Plant-based besser verstanden hat als viele andere: Viele Unternehmen glauben, sie müssten für den veganen Markt komplett neue Produkte erfinden.

Ich glaube, Burger King hat gezeigt, dass der stärkere Hebel oft woanders liegt: Nicht erst eine neue Kategorie bauen, sondern bestehende Bestseller so weiterentwickeln, dass der Gast die Wahl hat.

Genau das war aus meiner Sicht der strategische Unterschied:

Burger King hat Plant-based nicht wie einen Sonderfall behandelt, sondern wie eine echte Option im bestehenden Geschäft.

- Bekannte Produkte.
- Vertrauter Geschmack.
- Einfache Entscheidung.
- Weniger Reibung am Point of Sale.

Und genau so entstehen Märkte.

Denn die meisten Gäste kaufen nicht aus Ideologie. Sie kaufen aus Gewohnheit, aus Geschmack und aus Einfachheit. Wer den Markt wirklich verstehen will, muss deshalb erkennen:

Der Durchbruch kommt selten über die kleine, hochüberzeugte Nische.
Er kommt über die große Gruppe dazwischen. Menschen, die offen sind, aber nicht ihr ganzes Konsumverhalten neu lernen wollen.
Deshalb war der kluge Schritt nicht, Plant-based als Verzicht zu inszenieren, sondern als gleichwertige Wahl.

Besonders spannend finde ich, dass ein großer Teil dieses sichtbaren Wachstums und der konsequenten Weiterentwicklung aus meiner Sicht in die Zeit von Cornelius Everke fiel. Genau in dieser Phase wurde das Thema deutlich breiter, klarer und marktwirksamer gespielt.

Ich musste bei dem Thema an ein Gespräch mit Cornelius Everke denken, das ich vor einigen Jahren mit ihm hatte, damals noch in seiner Zeit bei Vapiano. Was mir davon hängen geblieben ist: Gute Konzepte gewinnen nicht in der Theorie, sondern in der operativen Übersetzung für den Gast. Und genau das sieht man hier sehr gut.

Für mich ist das die eigentliche Lehre für die Gastronomie und für Marken generell: Märkte wachsen nicht dort, wo wir am lautesten über Trends sprechen. Sie wachsen dort, wo wir Hürden senken.

Geschmack.
Verfügbarkeit.
Preis.
Kommunikation.

Wer diese vier Punkte besser löst als der Wettbewerb, gewinnt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern Nachfrage.

Netzwerk & Deals im Markt: Die meisten Deals entstehen durch glückliche Zufälle? Ja, aber nur für die, die vorher schon ...
04/05/2026

Netzwerk & Deals im Markt: Die meisten Deals entstehen durch glückliche Zufälle? Ja, aber nur für die, die vorher schon relevant im Markt geworden sind.

Ich sehe immer wieder denselben Denkfehler: Viele glauben, Deals entstehen vor allem durch Reichweite, Sichtbarkeit oder den perfekten Pitch.

Meine Erfahrung ist eine andere:

Die stärksten Deals entstehen dort, wo Netzwerk, Timing und echter Innovationsdrang zusammenkommen.

Nicht der lauteste Anbieter gewinnt. Sondern der, der zur richtigen Zeit ein echtes Problem versteht und dafür bereits Vertrauen aufgebaut hat.

Deshalb entstehen gute Deals selten nur aus Kaltakquise. Sie entstehen aus Gesprächen, Empfehlungen, Schnittstellen zwischen Netzwerken und aus dem Moment, in dem ein Unternehmen merkt:

„Wir müssen etwas verändern.“

Wer den Markt besser verstehen will, sollte deshalb weniger fragen:

„Wie bekomme ich mehr Leads?“

Sondern eher:

· Wo entsteht gerade echter Veränderungsdruck?

· Wer verbindet heute schon die richtigen Menschen?

· Wie werde ich relevant, bevor ein Deal überhaupt sichtbar wird?

Denn viele Chancen entstehen nicht erst im offiziellen Prozess. Sie entstehen vorher. In Beziehungen. In Austausch. In Vertrauen. Und in der Fähigkeit, Innovation nicht nur zu versprechen, sondern verständlich und anschlussfähig zu machen.

Mein Fazit:

Netzwerk ist kein Nice-to-have. Es ist Marktzugang.

Innovation ist kein Selbstzweck. Sie ist oft der Auslöser, warum aus einem Kontakt überhaupt ein Deal wird.

Wer beides verbindet, versteht den Markt nicht nur besser. Er bewegt ihn.

Wie erlebt ihr das aktuell im Markt?

Wie der Food-Markt wirklich funktioniert: Beziehungen in Kombination mit Strategie. Viele glauben im Food-Markt immer no...
01/05/2026

Wie der Food-Markt wirklich funktioniert: Beziehungen in Kombination mit Strategie. Viele glauben im Food-Markt immer noch, dass sich das beste Produkt automatisch durchsetzt.

Meine Erfahrung ist eine andere: Ein gutes Produkt ist wichtig.
Aber es ist nicht das, was allein über Erfolg entscheidet. Im Food-Markt ist Vitamin B oft der entscheidende Inhaltsstoff. Und damit meine ich nicht Klüngel.

Ich meine Beziehungen, Vertrauen, Verlässlichkeit und Zugang. Denn am Ende geht es nicht nur darum, was du anbietest.Sondern auch darum, wer dir zuhört, wer dir eine Chance gibt, wer dich testet, wer dich listet und wer an deine Umsetzung glaubt. Trotzdem reicht Beziehung allein auch nicht. Wer im Food-Markt wachsen will, braucht beides:

1. Beziehungen, weil ohne Vertrauen viele Türen gar nicht erst aufgehen.

2. Strategie: weil selbst die beste Beziehung nichts bringt, wenn Produkt, Preis, Positionierung, Kategorie-Fit und Vertrieb nicht zusammenpassen.

Ich habe in den letzten Jahren gelernt: Der Food-Markt ist kein reiner Produktmarkt. Er ist ein Vertrauens-, Verteilungs- und Umsetzungs-makt. Nicht das lauteste Produkt gewinnt. Nicht immer das innovativste. Sondern oft das, das am besten an den Markt angeschlossen ist. Wer den Food-Markt verstehen will, sollte deshalb aufhören, nur über Produktentwicklung zu sprechen.

Die wichtigere Frage ist:

Wie sieht deine Markteintrittsstrategie aus und mit wem gehst du sie gemeinsam? Denn genau dort entscheidet sich, ob aus einer guten Idee ein echtes Geschäft wird.

Mittwoch
04.05.26

Case:
Netzwerk & Deals im Markt

Netzwerk & Deals im Markt. Die meisten Deals entstehen durch glückliche Zufälle? Ja aber nur für die, die vorher schon relevant im Markt geworden sind. Ich sehe immer wieder denselben Denkfehler:
Viele glauben, Deals entstehen vor allem durch Reichweite,

Sichtbarkeit oder den perfekten Pitch.
Meine Erfahrung ist eine andere:

Vegane Produkte sind nicht für Veganer gemacht. Provokant? Ja.Falsch? Nein. Ich glaube, genau hier liegt bis heute einer...
29/04/2026

Vegane Produkte sind nicht für Veganer gemacht. Provokant? Ja.
Falsch? Nein. Ich glaube, genau hier liegt bis heute einer der größten Denkfehler in unserer Branche.

These 1:

Vegane Produkte werden nicht primär für Veganer entwickelt.
Denn wer ohnehin kein Fleisch mehr essen will, ist nicht die Zielgruppe, die wir noch überzeugen müssen.

These 2:

Die eigentliche Zielgruppe sind Fleischliebhaber. Menschen, die Fleisch mögen. Menschen, die nicht belehrt werden wollen. Menschen, die einfach nur ein bisschen weniger Fleisch essen möchten, ohne auf Geschmack, Gewohnheit und Genuss zu verzichten. Genau für diese Menschen müssen wir Produkte bauen.

Vor zehn Jahren hieß es überall: Konzentriert euch auf Veganer und Vegetarier. Aber das war mir immer zu kurz gedacht. Denn schon damals war klar: Wenn wir nur für diese kleine Gruppe entwickeln, bauen wir am eigentlichen Markt vorbei. Ich bin damals ehrlich gesagt von mir selbst ausgegangen: Ich wollte nicht komplett verzichten. Ich wollte einfach weniger Fleisch essen.
Und ich bin damit nicht allein.

These 3:

Der Markt liegt nicht im Verzicht. Der Markt liegt in der Reduktion.
Nicht in der Ideologie. Sondern im Alltag. Und dann gibt es noch den nächsten Trugschluss: „Unsere Großeltern haben doch auch Fleisch gegessen.“ Ja, aber nicht in diesem Ausmaß.

Bei meiner Oma gab es Sonntagsbraten. Und davon wurde die nächsten Tage weiter gekocht. Erst Braten, dann Reste, dann Suppe. Fleisch war etwas Besonderes. Heute ist es für viele morgens, mittags und abends selbstverständlich.

These 4:

Wir kennen den echten Preis von Fleisch bis heute nicht.
Denn der Preis, den wir im Regal sehen, ist nicht der volle Preis.
Er wird durch Subventionen und ausgelagerte Kosten künstlich niedrig gehalten. Deshalb geht es bei pflanzlichen Produkten auch nicht darum, Veganern noch ein weiteres Produkt zu verkaufen.

Es geht darum, Fleischessern eine verdammt gute Alternative zu geben. Wer vegane Produkte für Veganer baut, baut am größten Teil des Marktes vorbei.

Einer der teuersten Fehler im Food-Markt ist, Regalplatz mit echter Nachfrage zu verwechseln. Gerade im Plant-Based-Segm...
27/04/2026

Einer der teuersten Fehler im Food-Markt ist, Regalplatz mit echter Nachfrage zu verwechseln. Gerade im Plant-Based-Segment wurde der Markt an vielen Stellen zu optimistisch gelesen.

Nicht, weil Produkte stark gekauft wurden, sondern weil Listung, Promotions und Handelsbudgets als Marktsignal missverstanden wurden. Ein Produkt ist nicht erfolgreich, nur weil es im Regal steht. Erfolgreich ist es erst dann, wenn es wiederholt gekauft wird.

Wer Regalplatz über Budget statt über Rotation absichert, erzeugt eine gefährliche Illusion: viel Sichtbarkeit, viel Distribution, aber zu wenig echter Sell-out. Das Ergebnis: Produkte bleiben im Regal, obwohl sie nicht sauber drehen, werden einmal getestet und dann nie wieder gekauft oder enden in Abschriften statt Loyalität.

Als der Handel begonnen hat, stärker auf Abverkauf, Rotation und Renner-Penner-Logik zu schauen, wirkte das für viele wie ein Einbruch der veganen Kategorie. Ich glaube: Das war nicht das Ende des Marktes, sondern die Korrektur eines verzerrten Marktes.

Ein bereinigtes Regal ist kein Zeichen für schwächere Nachfrage. Es ist oft ein Zeichen für ehrlichere Nachfrage. Die Daten sprechen eher für genau diese Entwicklung: Der Markt für pflanzliche Lebensmittel wächst weiter, aber nicht mehr im Hype-Modus. Weniger Fantasie, mehr Preis-Leistung, mehr Eigenmarke, mehr Alltag, mehr echter Kauf.

Die Lektion ist klar: Man sollte sich nicht ins Regal einkaufen müssen und Händler sollten Produkte nicht künstlich im Regal halten, nur weil Budget fließt. Langfristig gewinnt nicht das Produkt mit dem größten WKZ-Budget, sondern das Produkt, das der Kunde ein zweites Mal kauft. Das ist kein Rückschritt der Kategorie. Das ist Marktreife.

Gute Produkte verkaufen sich nicht automatisch.Das ist eine der unbequemsten Wahrheiten im Markt.Denn viele Teams glaube...
24/04/2026

Gute Produkte verkaufen sich nicht automatisch.
Das ist eine der unbequemsten Wahrheiten im Markt.

Denn viele Teams glauben immer noch:

„Wenn das Produkt wirklich gut ist, wird es sich schon durchsetzen.“
Tut es oft nicht.

Nicht im Retail.
Und auch nicht im Foodservice.

Warum?

Weil der Markt nicht nur Produktqualität bewertet, sondern vor allem Marktfit, Sichtbarkeit, Einfachheit und Relevanz.

Im Retail scheitern gute Produkte häufig an ganz anderen Punkten:

→ zu geringe Distribution
→ zu wenig Sichtbarkeit am Regal oder im digitalen Shelf
→ falscher Preis für den wahrgenommenen Mehrwert
→ zu schwache Promotions
→ kein klarer Kategoriebeitrag für den Händler
→ guter Erstkauf, aber zu wenig Wiederkauf

Anders gesagt:

Ein Produkt kann hervorragend sein und trotzdem verlieren, wenn es nicht gefunden, nicht verstanden oder nicht erneut gekauft wird.
Im Foodservice ist die Hürde oft noch größer.
Dort verkauft sich kein Produkt allein.

Dort verkauft sich nur, was im Alltag des Operators funktioniert.

Ein Produkt kann geschmacklich stark sein und trotzdem nicht rotieren, wenn:

→ es die Küche verlangsamt
→ zusätzliche Schulung braucht
→ keinen klaren Platz auf der Karte hat
→ zu wenig Marge bringt
→ nicht konsistent einsetzbar ist
→ für den Gast keinen klaren Mehrwert sichtbar macht

Im Foodservice gewinnt deshalb selten das „beste“ Produkt.

Es gewinnt das Produkt, das für den Betrieb am einfachsten, wirtschaftlichsten und am klarsten vermarktbar ist.

Die eigentliche Frage lautet also nicht:

Ist das Produkt gut?

Sondern:

Ist das Produkt anschlussfähig an das System, in dem es verkauft werden soll?

Denn ein gutes Produkt braucht:

→ die richtige Listung
→ die richtige Story
→ die richtige Preisarchitektur
→ die richtige Sichtbarkeit
→ die richtige operative Übersetzung
→ und vor allem: einen klaren Grund, warum Handel, Operator und Endkunde es wirklich wollen

Mein Fazit:

Gute Produkte scheitern selten nur am Produkt.
Sie scheitern viel häufiger an fehlender Marktwirkung.

Wer wachsen will, muss nicht nur Produktqualität bauen.
Er muss Verkaufsfähigkeit bauen.

Als McDonald’s begann, sich ernsthaft mit veganen Burgern zu beschäftigen, ging es aus meiner Sicht nicht nur um einen T...
22/04/2026

Als McDonald’s begann, sich ernsthaft mit veganen Burgern zu beschäftigen, ging es aus meiner Sicht nicht nur um einen Trend. Es ging um Marktlogik.

Ich erinnere mich an eine Statistik, die damals in diesem Kontext diskutiert wurde: Wenn in einer kleinen Gruppe schon mit relevanter Wahrscheinlichkeit eine Person dabei ist, die sich vegan ernährt, beeinflusst das plötzlich die Entscheidung der gesamten Gruppe. Nicht, weil die Mehrheit vegan lebt, sondern weil eine einzige Person ohne passende Option oft darüber entscheidet, wo am Ende alle essen gehen.

2019 durfte ich diese Entwicklung aus nächster Nähe erleben. Damals wurde ich nach München in die Produktentwicklung eingeladen, um neue pflanzliche Ansätze zu testen und Einblicke in die Systemwelt von McDonald’s zu bekommen. Zusätzlich hatte ich die Möglichkeit, ein McDonald’s-System sehr konkret auszuprobieren und die Abläufe besser zu verstehen.

Genau dort lag für mich die spannendste Erkenntnis:

Bei Franchise- und Systemprodukten setzt sich nicht automatisch die Idee durch, die aus Produktsicht am besten ist, sondern die, die in ein bestehendes System integrierbar ist.

Ich habe damals sehr schnell gemerkt, dass sich nicht das System auf neue Produkte einstellt, sondern dass sich neue Produkte auf das System einstellen müssen. Prozesse, Küchenlogik, Abläufe, Standardisierung, Austauschbarkeit, Geschwindigkeit, all das entscheidet am Ende mit darüber, ob ein Produkt überhaupt eine Chance hat.

Das war für mich ein prägender Moment, weil ich dadurch verstanden habe, wie Produktentwicklung in Franchise-Systemen wirklich funktioniert. Nicht nur Geschmack oder Innovationsgrad zählen, sondern vor allem operative Umsetzbarkeit im großen Maßstab.

Mein damaliger Gedanke war deshalb ein anderer: Wenn pflanzliche Produkte wirklich groß werden sollen, dann nicht nur über völlig neue Konzepte, sondern auch über bekannte Klassiker in pflanzlicher Form. Viele Menschen wollen beim Umstieg nicht unbedingt etwas komplett Neues. Sie wollen oft das Vertraute, nur neu gedacht.

Rückblickend finde ich genau das bis heute spannend:

Die Nachfrage nach pflanzlichen Optionen war damals längst da, auch wenn das Angebot im Alltag noch deutlich hinterherhing. Und trotzdem hat sich das Thema Stück für Stück in der Systemgastronomie etabliert.

Für mich bleibt daraus vor allem ein Learning:

Märkte verändern sich nicht erst dann, wenn alle danach fragen.
Sie verändern sich, wenn eine Entwicklung früh genug relevant wird, um ganze Systeme zum Umdenken zu bringen.

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