04/05/2024
Liebe Freunde der Region,
anlässlich der Planung der Stadt Bingen, das Gewerbegebiet in Sponsheim massiv auszuweiten, möchten wir auf die Bürgerversammlung am 15. Mai aufmerksam machen. Wir freuen uns über zahlreiche Teilnehmende und möchten ein klares Zeichen gegen das Gewerbegebiet setzten.
Hier nur einige Gründe:
⚠️ Der Eingriff zerstört Natur- und Kulturraum und damit den Lebensraum zahlreicher Tiere und Pflanzen.
⚠️ Das Gebot der Innen- vor Außenentwicklung ist heute ein Grundsatz im raumplanerischen Diskurs. Deutschland verfolgt schon lange das "30ha Ziel" (maximal 30ha Versiegelung pro Tag) und ist davon noch weit entfernt. Daher sollten zunächst bestehende Konversionsflächen genutzt und keine neuen Außengebiete erschlossen werden. Die Stadt Bingen kommt ihrer Verantwortung, das übergeordnete Ziel mitzutragen, an dieser Stelle nicht nach.
⚠️ Die Platzierung am Autobahndreieck mag zunächst sinnvoll erscheinen, im Sinne einer langfristigen Planung sollten Logistikstandorte jedoch an Bahnknotenpunkten angesiedelt werden, um die Verlagerung von Gütern auf die Schiene zu ermöglichen. Die Schaffung von Strukturen führt zu "versunkenen Kosten" und erschweren eine zukünftige Systemänderung von der Straße hin zur Schiene.
⚠️ Der Eingriff in die Natur- und Kulturlandschaft zerstört zudem das Landschaftsbild. Es sind immer Interessen abzuwägen und Gebietsansiedelungen zu ermöglichen, aber der Stadtteil Sponsheim ist bereits von zwei Seiten von Gewerbegebiet umgeben und würde mit dieser Maßnahme von drei Seiten umschlossen werden.
⚠️ Das vorgesehene Gewerbegebiet mit großen Logistikhallen bietet zudem nur wenige und auch kaum qualifizierte Arbeitsplätze. Der Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bingen und insbesondere Sponsheim fehlt daher.
⚠️ Die bestehenden großen Logistikhallen im Gewerbepark Bingen/Grolsheim zeigen, dass von den Kommunen Grolsheim und Bingen keine notwendigen nachhaltigen Standards eingefordert werden. Weder eine Energiegewinnung mit Photovoltaikanlagen, noch eine Begrünung der Fassaden oder ähnlicher Maßnahmen sind auf den großen Logistikhallen vorzufinden. Auch die landschaftsplanerische Gestaltung bietet kaum Biodiversität sondern nur Grünflächen mit einzelnen Bäumen für eine leichte und kostengünstige Pflege. Die Gestaltung entspricht keinen wissenschaftlichen und technischen Standards, die für Klimaschutz und Klimaanpassung notwendig wären.
⚠️ Die Interessen der Sponsheimer blieben bisher unberücksichtigt. Für ein gutes Miteinander sehen wir bei einem Vorhaben in diesem Ausmaß einen Partizipationsprozess mit den Bürgerinnen und Bürgern als unumgänglich an.
Viele Grüße
i.A. Benjamin Kraff
Wirt.-Ing. am FG Raum- & Infrastrukturplanung, TU Darmstadt