06/10/2026
Heute müssen wir Abschied von unserem Garfield nehmen. Noch ist er bei uns. André fährt jetzt zu ihm in die Klinik, um ihn zu halten und auf seinem letzten Weg zu begleiten.
Die Hoffnung von gestern hat sich leider nicht erfüllt. Nach den weiteren Untersuchungen geht die Klinik mit sehr hoher Sicherheit von FIP aus, einer schweren Erkrankung, die bei Garfield bereits weit fortgeschritten ist. Sein Zustand hat sich rasend schnell verschlechtert. Wir haben mit der Klinik und unserer vertrauten Tierarztpraxis die Behandlungsmöglichkeiten sorgfältig besprochen. Nach ihrer Einschätzung bleibt ihm nicht mehr die Zeit, die eine Therapie bräuchte, um ihm zu helfen. Wir werden ihn heute gehen lassen, damit er nicht weiter leiden muss.
Wie soll man diese Entscheidung treffen, wenn man jemanden seit seinem allerersten Lebenstag kennt?
2016 kamen Garfield und sein Bruder Peterle über einen befreundeten Tierschutzverein zu uns, damals noch in unserer alten Heimat bei Augsburg. Ihre Mama war an einer Landstraße überfahren worden. Die beiden waren gerade einen Tag alt. Zusammen passten sie auf meine Hand.
Eigentlich wollten wir sie nur aufziehen und anschließend vermitteln. Doch ich hatte sie Tag und Nacht bei mir, sogar in der Uni. Fläschchen geben, Bäuchlein massieren, wärmen, begleiten. Aus zwei kleinen Pflegekindern wurden zwei Familienmitglieder. Seit zehn Jahren teilen wir unseren Weg. Sie zogen mit uns auf den Hof und fanden hier ihr Zuhause.
Garfield bekam seinen Namen, weil er als Baby der gemütliche Bruder war: viel essen, wenig bewegen. Später wurde daraus ein agiler Kater, der immer unterwegs und trotzdem zuverlässig da war. Pünktlich zum Essen, zwischendurch schlafend im Heu oder auf Mäusejagd hinten am Knick neben der Weide. Abends begleitete er uns oft beim Zubettbringen der Hühner. Wir mussten immer aufpassen, ihn nicht versehentlich mit einzuschließen.
Und die Bäuchleinmassage blieb: Wenn er mich oder vertraute Menschen sah, ließ er sich über die Schulter fallen, machte eine Rolle und präsentierte seinen Bauch. Bitte einmal rubbeln. Kurz und intensiv kuscheln – dann wieder los, seine eigenen Wege gehen. Kein großer Schoßkater, aber so vertraut, so treu. Unser Garfield.
Gestern konnte er noch einen schönen Tag in der Sonne zwischen den anderen Tieren verbringen und selbst fressen. Bei allem Schmerz bin ich dankbar dafür, dass ihm nun ein langer Leidensweg erspart bleiben soll.
Dass ich heute nicht selbst bei ihm sein kann, zerreißt mir das Herz. Aber André wird bei ihm sein. Er wird vertraute Hände und eine vertraute Stimme bei sich haben.
Danke an seine wundervolle Patin und an euch alle, die ihr mit uns gehofft und gebangt habt. Wenn ihr mögt, teilt seinen Post und schickt ihm noch einmal ganz viel Liebe.
Zehn Jahre sind so viel gemeinsames Leben. Und gerade unfassbar wenig Zeit.