Kinya -Japanische Esskultur-

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Kinya -Japanische Esskultur- Japanische Esskultur, hausgemachtes Sushi, Messer & Messerschleifkurse, japanischer grüner Tee

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Kinya bleibt Kinya – Gedanken zu drei Ein-Stern-BewertungenIn den vergangenen Tagen haben wir bei Google drei Ein-Stern-...
19/10/2026

Kinya bleibt Kinya – Gedanken zu drei Ein-Stern-Bewertungen

In den vergangenen Tagen haben wir bei Google drei Ein-Stern-Bewertungen erhalten.

Grundsätzlich beantworte ich keine Google-Bewertungen, weder fünf Sterne noch einen Stern.

Heute möchte ich jedoch etwas darüber erzählen, was unser kleines Geschäft Kinya – Japanische Esskultur eigentlich ausmacht.

Unser Sushi-Bereich befindet sich mitten in der Frankfurter Kleinmarkthalle. Wir haben lediglich zehn Sitzplätze: zwei Tische mit jeweils vier Plätzen und zwei Plätze an der Theke.

Meine Frau ist nicht mehr jung, ich bin 75. Wir führen unser Geschäft gemeinsam.

An unseren Sushi-Tagen, donnerstags, freitags und samstags, beginnen wir morgens um fünf Uhr mit der Arbeit.

Wir bereiten sorgfältig unsere Dashi-Brühe zu, kochen Misosuppe, machen japanisches Omelett, wählen den Fisch aus und bereiten unser Sushi vor.

Dabei geht es uns nicht einfach darum, möglichst viele Sushi-Menüs zu verkaufen.

Wir möchten den Menschen, die sich auf unser Sushi freuen und bei uns reservieren, eine möglichst schöne Zeit bereiten.

Dazu möchte ich eine kleine Geschichte erzählen.

Einer unserer langjährigen Stammgäste, ein Rechtsanwalt, kommt zwei- bis dreimal in der Woche während seiner Arbeitspause zu uns.

Wenn er erscheint, serviere ich ihm zunächst Tee und lege ihm die Frankfurter Allgemeine Zeitung bereit.

Er liest in aller Ruhe seine Zeitung und genießt anschließend ein besonders großzügig zubereitetes Sushi-Menü, unsere Misosuppe und sein Dessert.

Wenn er zum zweiten Mal in derselben Woche kommt, bereitet meine Frau häufig etwas Besonderes für ihn vor: eine großzügige Portion frischer Mango, die er besonders gerne mag.
Freitags bereite ich ihm außerdem eine Schale Matcha (Teezeremonie) zu.

Wenn dieser Gast in aller Ruhe seine Zeitung liest und sein Essen genießt, lasse ich den Platz unmittelbar neben ihm frei.
Gelegentlich kommt ein anderer Gast und sagt: „Aber dort ist doch noch ein Platz frei!“

Dann erkläre ich ihm, wann ein anderer Platz voraussichtlich frei wird. Ob er warten möchte oder nicht, entscheidet er selbst.

Warum mache ich das?

Weil ein freier Stuhl für mich nicht automatisch bedeutet, dass dieser Platz auch vergeben werden muss.

Ich möchte die Ruhe und die persönliche Atmosphäre der Menschen schützen, die bereits bei uns essen.

Auch das gehört für mich zur Gastfreundschaft.

In der japanischen Teekultur gibt es den Gedanken des „Shukyaku Ittai“ – 主客一体.

Gastgeber und Gast schaffen gemeinsam eine besondere Atmosphäre. Beide begegnen einander mit Aufmerksamkeit, Wertschätzung und gegenseitigem Respekt.

Genau diese Haltung möchten wir auch in unserem kleinen Sushi-Bereich mitten in der Kleinmarkthalle verwirklichen.

Natürlich haben wir dafür bestimmte Regeln.

Wenn mehrere Personen kommen und nur eine Person Sushi essen möchte, können die anderen nicht einfach unsere Sitzplätze belegen oder im Durchgang der Markthalle stehen bleiben.

Wer einen Sitzplatz nutzt, bestellt auch etwas. Das kann selbstverständlich ein Tee, ein Wasser oder eine Misosuppe sein. Niemand muss deshalb ein zweites Sushi-Menü bestellen.

Auch das gemeinsame Teilen eines einzigen Sushi-Menüs durch mehrere Personen entspricht nicht unserem Konzept.

Wir haben nur zehn Sitzplätze und möchten insbesondere unseren Gästen, die reserviert haben, den Platz und die Aufmerksamkeit geben, die sie verdienen.

In Frankfurt gibt es zahlreiche Sushi-Restaurants mit ganz unterschiedlichen Angeboten und Konzepten.

Jeder Gast kann selbst entscheiden, welches Restaurant seinen Vorstellungen entspricht.

Wir können und wollen nicht alle Wünsche erfüllen.

Was wir aber tun wollen, ist, für diejenigen unser Bestes zu geben, die unsere Arbeit schätzen und gerne zu uns kommen.

Mehr als 90 Prozent unserer Gäste sind Stammgäste. Viele bringen Freunde oder Bekannte mit, die später selbst zu Stammgästen werden.

So ist Kinya in den vergangenen 25 Jahren gewachsen.

Da auch meine Frau im Kommenden Jahr ein Alter erreicht, in dem sie sich nach all den Jahren etwas mehr Ruhe verdient hat, werden wir unseren Sushi-Betrieb beenden.
Unser Geschäft mit japanischen Messern und Tee werden meine Frau und ich jedoch weiterhin gemeinsam fortführen.

Die verbleibende Zeit möchten wir vor allem mit den Menschen teilen, die unsere Arbeit seit vielen Jahren schätzen und unser Sushi mit Freude genießen.

Kinya bleibt Kinya.

Ein kleines Geschäft, das meine Frau und ich in 25 Jahren gemeinsam aufgebaut haben.

Wir werden weiterhin das tun, was wir können – mit Sorgfalt, Überzeugung und Freude an unserer Arbeit.

Wenn Sie durch diesen Beitrag Interesse an unserer Küche bekommen haben, freuen wir uns sehr über Ihre Reservierung per WhatsApp unter 0172 2651453

Wir werden unser Bestes geben, damit Sie sich bei uns wohlfühlen, Ihre Zeit in aller Ruhe genießen und unser kleines Restaurant zufrieden verlassen.

Shukyaku Ittai – Warum ich das Restaurant MUKU so schätzeIn der japanischen Teezeremonie gibt es einen Gedanken, den ich...
18/10/2026

Shukyaku Ittai – Warum ich das Restaurant MUKU so schätze

In der japanischen Teezeremonie gibt es einen Gedanken, den ich besonders schätze: „Shukyaku Ittai“ (主客一体) – die Einheit von Gastgeber und Gast.

Der Gastgeber bemüht sich mit ganzer Hingabe um seine Gäste. Aber auch der Gast hat eine Aufgabe: die Absicht, die Mühe und die Gedanken des Gastgebers wahrzunehmen, zu verstehen und zu würdigen.

Erst wenn beide Seiten einander mit dieser Haltung begegnen, entsteht wahre Gastfreundschaft.

An diesen Gedanken muss ich immer wieder denken, wenn ich das japanische Restaurant MUKU in Frankfurt besuche.

Vor mehr als zehn Jahren begann MUKU als Ramen-Restaurant und wurde durch seine Ramen bekannt. Heute kann man dort ein bemerkenswertes japanisches Omakase-Menü genießen.

Herr Yamamoto, der Inhaber und Küchenchef, ist für mich ein Koch, dessen Neugier, Forschungsfreude und unermüdliches Streben nach Verbesserung in seinen Gerichten deutlich zu spüren sind.

Auch das gestrige Menü war außergewöhnlich.

Ein luxuriöses Chawanmushi, ein japanischer gedämpfter Eierflan, mit einer erstaunlichen Vielfalt an erlesenen Zutaten. Wunderschön angerichtetes Sashimi auf einem Teller aus Meissener Porzellan, dazu Seeigel, Kaviar und hervorragender Toro, der besonders zarte, fettreiche Teil des Thunfischs. Und ein Lachs, der auf der Zunge beinahe zerging.

Jeder Gang zeigte die Sorgfalt und die Gedanken, die hinter seiner Zubereitung stehen.

Im September haben meine Frau und ich hier meinen Geburtstag gefeiert. Gestern verbrachten wir mit guten Freunden einen wunderschönen Abend. Und für den 14. November haben wir bereits wieder reserviert.

Warum schätze ich MUKU so sehr?

Natürlich wegen des ausgezeichneten Essens. Aber nicht nur deshalb.

Ich habe das Gefühl, dass Herr Yamamoto und seine Frau spüren, wie sehr wir ihre Arbeit, ihre Haltung und ihre Hingabe zur Kochkunst respektieren. Und wir wiederum nehmen wahr, mit welcher Ernsthaftigkeit und Freude sie ihre Gäste bewirten.

Natürlich ist auch ein Restaurant ein wirtschaftlicher Betrieb. Aber zwischen Gastgeber und Gast kann etwas entstehen, das weit über die geschäftliche Beziehung hinausgeht.

Ein gegenseitiges Verstehen, eine stille Wertschätzung, ein Gefühl der Verbundenheit.

Shukyaku Ittai – die Einheit von Gastgeber und Gast.

Für mich ist ein Abend im MUKU immer wieder eine schöne Erfahrung dessen, was dieser Gedanke bedeutet.

(Die acht Fotos zeigen die Gerichte des gestrigen Menüs in der Reihenfolge, in der sie serviert wurden.)

Kinya & die Dreigroschenoper in der KleinmarkthalleDreimal „Nein“ – Die Grundsätze, die ich seit 25 Jahren verteidigeHeu...
09/10/2026

Kinya & die Dreigroschenoper in der Kleinmarkthalle

Dreimal „Nein“ – Die Grundsätze, die ich seit 25 Jahren verteidige

Heute gab es in meinem Geschäft Kinya – Japanische Esskultur in der Frankfurter Kleinmarkthalle wieder einmal eine Begegnung, die mich an einen Grundsatz erinnerte, den ich seit einem Vierteljahrhundert vertrete.

Vor meinem Geschäft befindet sich eine öffentlich zugängliche Fläche, auf der Menschen stehen, essen und sich aufhalten können. Wenn es dort voll wird, versuchen manche, die Stühle oder Tische meines Geschäfts zu benutzen.

Einige nehmen sich einfach einen Stuhl, ohne zu fragen. Andere bitten um Erlaubnis.

Heute fragte mich jemand, ob er einen meiner Stühle benutzen dürfe.

Ich antwortete: „Nein.“

Daraufhin kam die Frage: „Warum nicht? Der Stuhl ist doch frei.“

Ich antwortete erneut: „Nein.“

Damit war die Person immer noch nicht zufrieden und fragte schließlich: „Warum sind Sie so aggressiv?“

Ich erwiderte: „Ich habe Ihnen inzwischen dreimal Nein gesagt.“

Dann wandte ich mich ab. Für mich war das Gespräch beendet.

Für mich geht es dabei keineswegs nur um das Ausleihen eines Stuhls.

Es geht um die Haltung, selbstverständlich zu erwarten, dass andere Menschen die Folgen der eigenen Entscheidungen übernehmen.

Meine Frau und ich haben drei Kinder großgezogen.

Als unsere Kinder noch klein waren, haben wir immer darauf geachtet, Restaurants auszuwählen, in denen wir mit ihnen gut zurechtkommen konnten. Wenn wir mit einem Baby unterwegs waren, bereitete meine Frau Milchflaschen und alles andere vor, was wir möglicherweise brauchen würden.

Wir suchten uns bewusst Orte aus, an denen wir mit unseren Kindern essen konnten, ohne andere unnötig zu beanspruchen.

Wir wären niemals auf die Idee gekommen, ein Lokal zu wählen, in dem man nur im Stehen essen kann, und anschließend selbstverständlich Stühle aus einem benachbarten Geschäft zu verlangen.

In der Kleinmarkthalle erlebe ich jedoch immer wieder genau solche Situationen.

Menschen kaufen ihr Essen an einem Stand ohne Sitzplätze und möchten sich anschließend auf die Stühle meines Geschäfts setzen.

Manchmal kommen junge Eltern mit einem Kinderwagen und verhalten sich so, als würde ihnen allein die Tatsache, dass sie ein Baby dabeihaben, einen Anspruch auf meine Stühle geben.

Wenn ich ablehne, werden manche laut.

„Wir haben doch ein kleines Kind dabei!“

„Was sind Sie denn für ein Geschäftsmann?“

„Wer kommt denn überhaupt in so einen Laden?“

Solche Bemerkungen habe ich in den vergangenen Jahren nicht nur einmal gehört.

Aber sie ändern nichts an meiner Haltung.

Wenn Menschen mit einer Behinderung einen Sitzplatz suchen, weise ich sie auf die entsprechenden Möglichkeiten innerhalb der Markthalle hin. Wenn jemand beim Einkaufen über Schwindel klagt, zeige ich ebenfalls, wo man sich hinsetzen und ausruhen kann.

Wer tatsächlich gesundheitliche Probleme hat, braucht gegebenenfalls unmittelbare Hilfe. Das ist jedoch eine andere Frage als die, ob die Einrichtung meines Geschäfts zur allgemeinen öffentlichen Benutzung zur Verfügung steht.

Im Laufe der Jahre habe ich auch Menschen erlebt, die völlig erschöpft wirkten und mich mit entsprechendem Gesichtsausdruck darum baten, sich auf einen meiner Stühle setzen zu dürfen.

Wenn ich ablehnte, gingen manche schließlich doch auf eigenen Beinen weiter.

Natürlich kann niemand allein am Gesichtsausdruck erkennen, ob ein Mensch wirklich leidet.

Aber ich glaube auch, dass Menschen manchmal ihre Schwierigkeiten besonders deutlich zeigen, um von anderen eine Ausnahme oder ein besonderes Entgegenkommen zu erreichen.

Solche Situationen erinnern mich an mein Studium an der Hitotsubashi-Universität, wo ich mich unter Professor Toshio Morikawa intensiv mit Bertolt Brechts Dreigroschenoper beschäftigte.

Brecht schildert eine Welt, in der Armut, Mitleid, wirtschaftliche Interessen und menschliches Kalkül eng miteinander verflochten sind.

Besonders eindrucksvoll blieb mir die Darstellung einer Gesellschaft, in der sogar das Erregen von Mitleid zu einem organisierten Geschäft werden kann.

Seit jener Zeit versuche ich, menschliche Not und den Appell an das Mitgefühl nicht ausschließlich aus einer spontanen emotionalen Reaktion heraus zu betrachten, sondern auch die dahinterliegenden Erwartungen und Beziehungen zu erkennen.

Das bedeutet keineswegs, dass ich Freundlichkeit oder Hilfsbereitschaft ablehne.

Im Gegenteil.

Freundlichkeit sollte aus freiem Willen entstehen. Sie darf nicht als selbstverständlicher Anspruch gegenüber anderen eingefordert werden.

Die Stühle und Tische meines Geschäfts sind für die Kunden von Kinya vorgesehen.

Sie gehören nicht zur öffentlichen Einrichtung der Kleinmarkthalle.

Und daran ändert sich auch nichts, wenn sie gerade nicht besetzt sind.

In die Kleinmarkthalle kommen die unterschiedlichsten Menschen. Sie bringen verschiedene Lebensgewohnheiten, Vorstellungen und Erwartungen mit.

Wer in einer solchen Umgebung ein eigenständiges Geschäft führen will, braucht klare und konsequente Grundsätze.

Würde ich meine Regeln jedes Mal ändern, wenn jemand mit einer Entscheidung unzufrieden ist, würde ich irgendwann das Konzept meines eigenen Geschäfts aufgeben.

Am 7. Juli 2001 eröffnete ich Kinya – Japanische Esskultur in der Kleinen Hochstraße in Frankfurt.

Im Jahr 2005, am Ostersamstag, dem Tag nach Karfreitag, eröffnete ich dann mein Geschäft in der Kleinmarkthalle.

Seitdem vermittle ich dort japanische Esskultur durch japanische Messer, Tee und Sushi und halte dabei an meinen eigenen Vorstellungen davon fest, wie ich mein Geschäft führen möchte.

Die Bewertungen meines Geschäfts bei Google bestehen ganz überwiegend aus fünf Sternen.

Ob beim Verkauf und Schleifen japanischer Messer, beim japanischen Tee oder beim Sushi – die große Mehrheit der Bewertungen ist ausgesprochen positiv.

Daneben gibt es allerdings auch Ein-Stern-Bewertungen.

Darunter befinden sich Bewertungen von Menschen, die mit den Regeln meines Geschäfts nicht einverstanden waren oder sich darüber geärgert haben, dass ich ihre Wünsche nicht erfüllt habe.

Manche beklagen sich beispielsweise darüber, dass sie die Einrichtung meines Geschäfts nicht einfach benutzen durften oder dass ihnen ein weiteres Nachschenken von Tee nicht gestattet wurde.

Gerade Menschen, die sich über etwas ärgern, äußern ihren Unmut häufig auch öffentlich bei Google.

Das ist mir durchaus bewusst.

Aber ich habe mein Geschäft niemals mit dem Ziel geführt, es ausnahmslos jedem recht zu machen.

Ich wollte einen Ort schaffen, an dem ich meine Arbeit nach meinen eigenen Überzeugungen, meiner Verantwortung und meinen Grundsätzen ausüben kann.

Jeder Kunde hat die Freiheit, sich ein Geschäft auszusuchen.

Und jeder selbstständige Geschäftsinhaber hat das Recht, das Konzept und die Grundsätze seines Geschäfts zu bewahren.

Nur weil etwas, das einem anderen gehört, gerade nicht benutzt wird, kann man noch lange nicht erwarten, es selbst benutzen zu dürfen.

Heute habe ich dreimal „Nein“ gesagt.

Diese drei Worte waren für mich weder ein Ausdruck von Wut noch der Versuch, jemanden zu verletzen.

Sie waren vielmehr der Ausdruck eines Grundsatzes, an dem ich seit 25 Jahren festhalte.

Auch heute, mit 75 Jahren, hat sich daran nichts geändert.

Und ich habe nicht die Absicht, daran in Zukunft etwas zu ändern.

Kinya Terada
Kinya – Japanische Esskultur
Frankfurt am Main, 9. Oktober 2026

Haruki Murakami, Thomas Mann und ichIch war nie ein besonders leidenschaftlicher Leser von Haruki Murakami.Ich erinnere ...
05/10/2026

Haruki Murakami, Thomas Mann und ich

Ich war nie ein besonders leidenschaftlicher Leser von Haruki Murakami.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich Naokos Lächeln las und schon damit genug zu tun hatte, überhaupt weiterzulesen. Später las ich noch einige andere Bücher, darunter Kafka am Strand. Und irgendwann dachte ich: Ah, das also ist die Welt von Haruki Murakami.

Gleichzeitig kam mir der Gedanke, dass ich diesen Schriftsteller vielleicht gar nicht weiter lesen müsse.

Nicht, weil ich Murakami nicht verstanden hätte. Im Gegenteil.

Ich glaubte, auf meine eigene Weise verstanden zu haben, welche Rolle ein Schriftsteller wie Haruki Murakami in unserer heutigen Gesellschaft spielt.

Als wir jung waren, wuchsen Menschen stärker innerhalb einer Gemeinschaft heran.

Meine Freunde aus dem Schwimmverein gingen nach der Oberschule an verschiedene Universitäten und gelangten dadurch in ganz unterschiedliche Welten. Der eine entdeckte den Jazz, ein anderer begann Literatur zu lesen, wieder ein anderer fing an, über Politik nachzudenken.

Wenn wir uns später wieder trafen, hieß es:

„Kennst du diese Musik?“

„Hast du diesen Schriftsteller gelesen?“

„Ich sehe das so.“

„Nein, da bin ich anderer Meinung.“

Wir diskutierten.

Jeder brachte das mit, was er an einem anderen Ort entdeckt und gelernt hatte. Wir regten uns gegenseitig an und entwickelten uns dadurch Schritt für Schritt weiter.

Ältere Geschwister, ältere Freunde, Mitschüler oder Kommilitonen spielten eine ähnliche Rolle. Kultur und Bildung waren nicht etwas, das man nur einseitig aus Büchern bezog. Sie wurden von Mensch zu Mensch weitergegeben.

Beim Lesen von Haruki Murakami fiel mir irgendwann etwas auf.

Viele junge Menschen leben heute stärker in ihrer eigenen Welt. Sie haben ihr eigenes Zimmer, hören allein Musik, sitzen allein vor dem Computer und verbringen einen großen Teil ihrer Zeit mit sich selbst.

Doch um als Mensch zu wachsen, braucht man eigentlich jemanden wie einen älteren Bruder oder eine ältere Schwester, einen etwas älteren Freund oder ganz einfach Menschen, mit denen man sprechen und diskutieren kann.

Vielleicht übernehmen Murakamis Romane gerade diese Aufgabe innerhalb der Literatur.

Oshima in Kafka am Strand scheint mir dafür ein gutes Beispiel zu sein.

Er spricht über Schubert.

Er spricht über Literatur.

Er spricht über Malerei.

Er spricht über das Leben.

Auf den ersten Blick kann das wie eine Aneinanderreihung von Wissen oder Bildung wirken. Für mich aber sind solche Gespräche fast ein Ersatz für jene Unterhaltungen, die wir früher mit Freunden oder älteren Menschen führten.

Ein einsamer junger Mensch schlägt ein Buch auf, und dort begegnet ihm jemand, der ein wenig mehr weiß als er selbst, fast wie ein älterer Bruder, und ihm von Musik, Literatur und vom Leben erzählt.

Wenn man es so betrachtet, versteht man vielleicht auch besser, warum Haruki Murakami so viele junge Leser erreicht hat.

Noch aus einem anderen Grund lese ich Murakamis Romane als eine Form des Bildungsromans.

In Deutschland gibt es eine lange Tradition des Bildungsromans.

Auch in Japan gab es früher viele Romane wie Rōbō no Ishi, in denen ein Junge durch verschiedene Erfahrungen hindurch allmählich zu einem erwachsenen Menschen heranreift.

Auch Yasushi Inoue hat Werke geschrieben, in denen die Entwicklung eines jungen Menschen über längere Zeit hinweg geschildert wird.

Doch zwischen den früheren Bildungsromanen und den Bildungsromanen Murakamis gibt es einen entscheidenden Unterschied.

In den alten Bildungsromanen war die Zukunft noch sichtbar.

Man hatte zumindest eine ungefähre Vorstellung davon, wie ein Mensch wachsen sollte.

In welche Richtung er gehen sollte.

Was es bedeutete, ein anständiger oder reifer Erwachsener zu werden.

Die Gesellschaft teilte diese Vorstellung bis zu einem gewissen Grad.

Auch der Held von Rōbō no Ishi hat trotz aller Schwierigkeiten eine Richtung, in die er sich entwickeln kann.

Bei Haruki Murakami fehlt diese Richtung.

Seine Figuren verändern sich durchaus.

Aber man weiß nicht genau, wohin ihre Entwicklung führt.

Die Zukunft bleibt unübersichtlich.

Wenn man darüber nachdenkt, ist das vielleicht einfach ein Unterschied der Zeit.

Die früheren japanischen Bildungsromane mussten im Grunde nur beschreiben, wie ein Mensch innerhalb der japanischen Gesellschaft heranwächst.

Heute aber gibt es Amerika, Europa, Frankreich, Spanien und Asien.

Je größer die Welt wird, desto zahlreicher werden auch die Werte, an denen man sich orientieren könnte.

Hinzu kommen Kriege, politische Krisen und eine Gesellschaft, deren eigene Zukunft immer schwerer vorhersehbar wird.

Dann gibt es auch keine einzige Antwort mehr auf die Frage:

Was ist eigentlich ein guter, reifer Erwachsener?

Für mich ist Haruki Murakami deshalb ein Schriftsteller des

„Bildungsromans in einer Zeit, in der die Gestalt der Zukunft verloren gegangen ist.“

Seine Figuren werden nicht erwachsen, indem sie die Welt verstehen.

Sie werden erwachsen, indem sie akzeptieren, dass die Welt vielleicht niemals vollständig zu verstehen sein wird – und indem sie trotzdem lernen, in ihr weiterzuleben.

In diesem Sinne halte ich seine Romane für ausgesprochen moderne Bildungsromane.

Gerade deshalb kann ich die Bedeutung Haruki Murakamis als Schriftsteller verstehen.

Aber das ist etwas anderes als die Frage, ob ich selbst seine Bücher weiterhin lesen möchte.

Ich habe das Gefühl, vieles von dem, was Murakamis Literatur ihren Lesern geben möchte, bereits durch wirkliche menschliche Beziehungen erfahren zu haben.

Durch Freunde lernte ich Musik kennen.

Von älteren Menschen lernte ich verschiedene Arten zu denken.

Durch meine Arbeit lernte ich ganz unterschiedliche Welten kennen.

Und durch Diskussionen mit anderen Menschen habe ich mich selbst entwickelt.

Deshalb kam ich irgendwann zu dem Schluss, dass Haruki Murakami für mich persönlich kein Schriftsteller ist, den ich weiter lesen muss.

Im Jahr 2009, nachdem ich im Universitätsklinikum Frankfurt operiert worden war, nahm ich mir einmal vor, bei dieser Gelegenheit möglichst viele Bücher von Haruki Murakami zu lesen.

Ein JAL-Pilot, der häufig in mein Geschäft kam, brachte mir auf meine Bitte hin verschiedene Murakami-Bücher aus Japan mit.

Doch nachdem ich einige gelesen hatte, hatte ich das Gefühl: Das genügt.

Etwa zu dieser Zeit erschien auch 1Q84.

Trotzdem verspürte ich nicht das Bedürfnis, es unbedingt lesen zu müssen.

Ich hatte das Gefühl, Murakamis Welt verstanden zu haben.

Und mir schien auch, dass sich Haruki Murakami später als Schriftsteller nicht mehr grundlegend verändert hatte.

Er blieb über viele Jahre bei jener Welt, die er bereits früh für sich entdeckt hatte:

Einsamkeit.

Verlust.

Musik.

Eine andere, schwer fassbare Wirklichkeit.

Erinnerung.

Die Suche nach sich selbst.

Vielleicht ist das eine in sich vollendete literarische Welt.

Aber für mich sieht es manchmal auch so aus, als könne sich der Schriftsteller selbst nur schwer aus dieser Welt lösen.

Darin sehe ich auch eine Grenze Haruki Murakamis.

Thomas Mann dagegen ist für mich eine vollkommen andere Erscheinung.

Thomas Mann beschäftigte sich nicht in erster Linie mit der Einsamkeit junger Menschen einer bestimmten Epoche.

Im Mittelpunkt seiner Literatur standen Gegensätze, die bestehen bleiben, solange Menschen leben.

Kunst und bürgerliches Leben.

Literatur und Politik.

Geist und Körper.

Individuum und Gesellschaft.

Ordnung und Begehren.

Leben und Tod.

Gerade deshalb altert Thomas Manns Literatur nicht so leicht.

Auch wenn sie in einer bestimmten Epoche kritisiert wird, kann sie Jahrzehnte später unter völlig neuen Gesichtspunkten wieder gelesen werden.

Wenn das Verhältnis von Politik und Kultur problematisch wird, kehrt Thomas Mann zurück.

Wenn die Demokratie ins Wanken gerät, kehrt Thomas Mann zurück.

Wenn das Verhältnis zwischen Künstler und Gesellschaft neu zur Diskussion steht, wird Thomas Mann wieder gebraucht.

Darin liegt für mich der Grund, weshalb mir Thomas Mann manchmal geradezu „ewig“ erscheint.

Und das Wichtigste, was ich von Thomas Mann gelernt habe, ist vielleicht weniger ein bestimmtes Werk als vielmehr eine Art zu denken:

Gegensätze wahrzunehmen.

Auch mein eigenes Leben war immer voller Gegensätze.

Der Angestellte und der Vater.

Der Vater innerhalb der Familie und derselbe Mensch innerhalb eines Unternehmens.

Die Logik eines Finanzinstituts und die Logik eines gewöhnlichen Unternehmens.

Das Japanische und das Deutsche.

Das Britische, das Amerikanische, das Asiatische.

Die Welt der Finanzwirtschaft und die Welt der Oper.

Kunst und Geschäft.

Statt einfach zu fragen, welche Seite recht hat, versuche ich zu verstehen:

Warum stehen diese Dinge überhaupt im Gegensatz zueinander?

Welche innere Logik besitzt jede Seite?

Und wie stehe ich selbst zwischen diesen beiden Seiten?

Wenn man versucht, das Leben auf diese Weise zu verstehen, bleibt es interessant.

Denn solange es Gegensätze gibt, gibt es auch etwas, worüber man nachdenken kann.

Diese Art zu denken habe ich von Thomas Mann gelernt, und ich benutze sie bis heute.

Im Laufe meines langen Lebens und durch die Begegnung mit vielen Menschen habe ich außerdem noch etwas anderes gelernt.

Auch Menschen, die Großes geleistet haben, sind niemals vollkommen.

Einer dieser Menschen war mein Lehrer Toshio Morikawa.

Er war ein Wissenschaftler, der Thomas Manns Tagebücher in zehn Bänden ganz allein ins Japanische übersetzte.

Morikawa erzählte mir einmal von einem früheren Kollegen aus seiner Zeit an der Germanistik der Universität Tokio, der später Abteilungsleiter bei Nomura Securities geworden war.

Morikawa selbst hatte immer geglaubt:

„Ein Mensch wie ich hätte in der Wirtschaft niemals bestehen können. Deshalb bin ich Wissenschaftler geworden.“

Doch als er sah, wie erfolgreich dieser frühere Kollege in der Wirtschaft geworden war, sagte er eines Tages:

„Wenn ich mir den so ansehe, denke ich manchmal, vielleicht hätte sogar ich in der Wirtschaft überleben können.“

Diesen Satz habe ich bis heute nicht vergessen.

Selbst ein Wissenschaftler von seinem Rang dachte also über ein anderes Leben nach, das er nicht geführt hatte.

Ein Mensch wird nicht dadurch frei von Zweifeln, Minderwertigkeitsgefühlen oder Bedauern, dass er etwas Großes erreicht hat.

Ich bin in meinem Leben vielen Menschen begegnet, die in ganz unterschiedlichen Bereichen etwas Bedeutendes erreicht hatten:

Unternehmern,

Künstlern,

Wissenschaftlern,

Musikern

und vielen anderen.

Und auch diese Menschen lebten mit

Freude,

Trauer,

Selbstvertrauen,

Minderwertigkeitsgefühlen,

Erschöpfung

und Verzweiflung.

Nur weil ein Mensch erfolgreich ist, bedeutet das nicht, dass er nicht zweifelt.

Und nur weil jemand Schwäche zeigt, ist er deshalb kein gescheiterter Mensch.

Erfolg und Unsicherheit,

Selbstvertrauen und Minderwertigkeitsgefühl,

Hoffnung und Verzweiflung

können gleichzeitig in ein und demselben Menschen vorhanden sein.

Diese menschliche Vielschichtigkeit wahrzunehmen, gehört für mich ebenfalls zu jener Art des Denkens, die ich von Thomas Mann gelernt habe:

Gegensätze zu sehen.

Deshalb ist Literatur für mich kein Mittel, um vor der Wirklichkeit zu fliehen.

Sie ist eine Möglichkeit, Menschen und Gesellschaft besser zu verstehen.

Durch Haruki Murakami habe ich etwas über die Einsamkeit unserer modernen Zeit verstanden.

Von Thomas Mann aber habe ich gelernt, wie man den Menschen selbst über seine jeweilige Epoche hinaus betrachten kann.

Und diese Art des Denkens macht mein alltägliches Leben noch heute, mit 75 Jahren, interessant.

Der Mensch ist voller Widersprüche.

Auch die Gesellschaft ist voller Widersprüche.

Zwischen Ländern, zwischen Kulturen, zwischen Beruf und Familie, zwischen Kunst und Geschäft stoßen immer wieder unterschiedliche Werte aufeinander.

Aber man muss vor diesen Gegensätzen nicht zurückschrecken.

Man kann sie betrachten.

Man kann über sie nachdenken.

Und genau darin liegt für mich bis heute eine der großen Freuden des Lebens.

Was mir in meinem Geschäft wichtig istGestern wurde bei Google die oben abgebildete Ein-Sterne-Bewertung über mein Gesch...
27/09/2026

Was mir in meinem Geschäft wichtig ist

Gestern wurde bei Google die oben abgebildete Ein-Sterne-Bewertung über mein Geschäft veröffentlicht.

Der Verfasser schreibt, er habe sich für Tee interessiert, sei von mir jedoch ohne jegliche Begründung aufgefordert worden wegzugehen. Eine derart schlechte Behandlung habe er noch nie erlebt.

Dazu möchte ich den Vorgang aus meiner Sicht schildern.

Mein Geschäft ist kein gewöhnlicher Laden mit einer Eingangstür. Es befindet sich als sehr kleiner Verkaufsstand in der Kleinmarkthalle. Innerhalb dieses ohnehin kleinen Geschäfts gibt es einen kleinen Bereich für japanischen Tee. Dieser Bereich ist unmittelbar mit meiner Theke und meinem Arbeitsplatz verbunden.

Es war Samstagmittag – genau die Zeit, in der viele Sushi-Kunden kommen und ich entsprechend viel zu tun habe.

Ich arbeitete direkt vor dem Teebereich. Der betreffende Herr stellte sich unmittelbar vor mich und betrachtete über längere Zeit die Tees.

Ich sprach ihn an:

„Kann ich Ihnen helfen?“

Er antwortete, er interessiere sich für Tee.

Danach entstand jedoch kein weiteres Gespräch. Er stellte keine Fragen zum Tee, blieb aber weiterhin längere Zeit unmittelbar vor meinem Arbeitsplatz stehen. Zeitweise kam ein Freund hinzu; beide unterhielten sich, lachten und betrachteten weiter die Waren.

Mir geht es ausdrücklich nicht darum, dass ein Kunde sich Waren nicht in Ruhe ansehen darf.

Wenn beispielsweise jemand bei meinen Messern steht, spreche ich ihn ebenfalls an: „Kann ich Ihnen helfen?“ Wenn die Antwort lautet: „Nein danke, ich möchte mich nur umsehen“, sage ich selbstverständlich: „Gerne, schauen Sie sich in Ruhe um“, und gehe meiner Arbeit an anderer Stelle nach.

Beim Teebereich ist die Situation anders. Er ist sehr klein und gleichzeitig Teil meines unmittelbaren Arbeitsplatzes. Gerade an einem geschäftigen Samstag kann jemand, der dort minutenlang direkt vor mir stehen bleibt, meine Arbeit tatsächlich behindern.

Es gibt aber noch einen zweiten Punkt, der mir wichtig ist.

Seit 25 Jahren betreibe ich dieses Geschäft nicht einfach als einen Ort, an dem Waren ausgestellt und verkauft werden.

Ob Messer, japanischer Tee oder Sushi: Der unmittelbare Kontakt und die Kommunikation zwischen Menschen gehören für mich zu diesem Geschäft.

Wenn ein Mensch unmittelbar vor mir steht, ich ihn anspreche und meine Hilfe anbiete, er aber keinen weiteren Kontakt mit mir möchte und stattdessen längere Zeit lediglich die Waren hinter mir betrachtet, empfinde ich diese Situation in meinem kleinen Geschäft als unangenehm.

Deshalb habe ich ihn schließlich gebeten, diesen Bereich zu verlassen.

Daraufhin entstand diese Ein-Sterne-Bewertung.

In all den Jahren hat mein Geschäft sehr viel Lob, aber auch Kritik bekommen. Auf Google habe ich darauf nie geantwortet. Auch diesmal möchte ich dort keine Diskussion beginnen.

Wenn dieser Herr die Situation als äußerst unangenehm empfunden hat, dann ist das seine Wahrnehmung und seine Bewertung.

Und ich habe meine Vorstellung davon, wie ich mein Geschäft führe und wie ich dort Menschen begegnen möchte.

Lob gehört zu meinem Geschäft. Kritik auch.
Beides nehme ich an.

Aber warum ich diesen kleinen Laden seit 25 Jahren führe und welche Art des menschlichen Umgangs mir dort wichtig ist – darüber bin ich mir sehr klar.

Ein Kunde hat die Freiheit zu entscheiden, in welches Geschäft er gehen möchte.
Und ich bin ebenso der Überzeugung, dass auch ein Geschäftsinhaber entscheiden darf, mit welchen Kunden er Geschäfte machen möchte.

Das ist eine meiner Überzeugungen, nach denen ich dieses Geschäft seit 25 Jahren führe.

私が自分の店で大切にしていること

昨日、Googleに、上に掲載した私の店に対する「星一つ」の評価が投稿されました。

投稿した方は、お茶に興味を持っていたにもかかわらず、何の理由もなく私からその場を立ち去るように言われ、これほどひどい扱いを受けたことはない、と書いています。

そこで、その時何があったのかを、私の側からも少し説明しておこうと思います。

私の店は、入口にドアのある普通の路面店ではありません。フランクフルトのKleinmarkthalle(中央市場)の中にある、とても小さな店です。その小さな店の一角に日本茶の売場があり、そこは私のカウンター、そして仕事場と直接つながっています。

土曜日の昼でした。ちょうどこれから寿司のお客様が次々といらっしゃる、私にとって非常に忙しい時間です。

私はお茶売場のすぐ前で仕事をしていました。そこへこの方が来て、私のすぐ目の前に立ち、かなり長い間お茶を眺めていました。

そこで私は声をかけました。

「何かお手伝いしましょうか?」

彼は「お茶に興味がある」と答えました。

しかし、その後それ以上の会話はありませんでした。お茶について何か質問するわけでもなく、そのまま私の仕事場のすぐ前に長い時間立ち続けていました。途中から友人も加わり、二人で話をしたり、笑ったりしながら、引き続き商品を眺めていました。

ここではっきりさせておきたいのは、私は、お客様が商品をゆっくり見ること自体を問題にしているのではないということです。

例えば包丁売場で商品を見ている方がいれば、私は同じように「何かお手伝いしましょうか?」と声をかけます。

「いいえ、ちょっと見ているだけです」と言われれば、私はもちろん「どうぞ、ごゆっくりご覧ください」と答え、その場を離れて別の仕事をします。

しかし、お茶売場の場合は事情が違います。

そこは非常に狭く、同時に私自身の仕事場の一部でもあります。特に忙しい土曜日に、誰かが私のすぐ目の前に何分も立ち続ければ、実際に私の仕事の妨げにもなります。

しかし、私にとって大切なのは、もう一つあります。

私は25年間、この店を単に商品を並べて売るだけの場所として営んできたわけではありません。

包丁であれ、日本茶であれ、寿司であれ、人と人との直接のふれあい、そしてコミュニケーションは、私にとってこの店の大切な一部です。

一人の人間が私のすぐ目の前に立っている。
私はその人に声をかけ、何かお手伝いできることはないかと尋ねる。

それでも、その人が私とはそれ以上関わろうとせず、私の後ろにある商品だけを長い間眺め続ける。

私は、自分のこの小さな店の中で、そういう状況を心地よいものとは感じません。

ですから最終的に、私はこの方にその場から離れていただくように言いました。

その結果が、今回の「星一つ」の評価です。

この25年間、私の店には本当にたくさんのお褒めの言葉をいただきました。しかし同時に、批判を受けたこともあります。

私はこれまでGoogle上でそうした批判に反論したことはありません。今回も、Google上で議論をするつもりはありません。

この方が今回の出来事を非常に不快な経験だったと感じたのであれば、それはこの方自身の受け止め方であり、この方自身の評価です。

そして私には、私なりの、自分の店をどのように営み、そこで人とどのように向き合いたいかという考えがあります。

褒め言葉も、私の店の一部です。
批判もまた、私の店の一部です。

私はその両方を受け止めます。

しかし、なぜ私がこの小さな店を25年間続けてきたのか。
そして、この店の中でどのような人と人との関係を大切にしたいのか。

そのことについて、私自身ははっきりしています。

お客様には、どの店を選ぶかを決める自由があります。
そして私は、店を営む側にも、どのお客様と商売をするのかを決める自由があると考えています。

それは、私がこの店を25年間営んできた中で大切にしてきた、私の信念の一つです。

Adresse

Frankfurt

Öffnungszeiten

Montag 12:00 - 18:00
Dienstag 12:00 - 18:00
Mittwoch 12:00 - 18:00
Donnerstag 08:00 - 18:00
Freitag 08:00 - 18:00
Samstag 08:00 - 18:00

Telefon

+491722651453

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