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Blair Athol 2005 – Brühler Whiskyhaus | A Dream of Scotland | 21 Jahre | Sauternes | 53,1%Blair Athol ist eine dieser Br...
13/08/2026

Blair Athol 2005 – Brühler Whiskyhaus | A Dream of Scotland | 21 Jahre | Sauternes | 53,1%
Blair Athol ist eine dieser Brennereien, die man fast nie als Single Malt zu sehen bekommt. Der Großteil des Destillats landet in Johnnie Walker. Das verleiht den wenigen unabhängigen Abfüllungen eine gewisse Besonderheit. Das Brühler Whiskyhaus hat sich offensichtlich ein feines Fass gesichert: 21 Jahre. Wie imemr selbst gefinisht in einem Sauternes Wine Cask, entsprechend nur 134 Flaschen. Das ist schon sehr überschaubar.
Sauternes und Blair Athol – das klingt auf den ersten Blick ungewöhnlich. Bourbon oder Sherry kennt man von dieser Destillerie, ein Sauternes-Fass deutlich seltener. Aber genau das macht es interessant.
Nase: Sofort helle, honiggetränkte Süße, die Sauternes-Fässer typischerweise mitbringen. Reife Aprikose, Pfirsich, kandierte Zitrone – fast schon konfitürenartig. Dazu das typisch nussige, etwas wachsige Fundament von Blair Athol, das sich gut darunter hält. Kaum Alkohol in der Nase für 53%, erstaunlich zurückhaltend. Mit etwas Zeit auch Vanille, Blütenhonig, ein Hauch Marzipan. Das ist eine einladende, fast verführerische Nase.
Geschmack: Ölig, cremig, sehr weich für die Stärke. Das Sauternes-Fass gibt dem Ganzen eine fast bonbonartige Fruchtigkeit: Pfirsichkonfitüre, reife Birne, Mirabelle. Dazu ein dezenter Gewürzhauch – weißer Pfeffer, ein Anflug Ingwer – der das Ganze vor zu viel Süße bewahrt. Das Blair Athol-Fundament, dieses leicht erdige Nussige, blitzt immer wieder durch. Kein Wasser nötig, wenngleich ein paar Tropfen die Frucht nochmal breiter machen.
Abgang: Lang, fruchtig-süß, Honig und Pfirsich, zuletzt ein leicht trocknender Holzhauch. Ein Abgang, der einen freundlich verabschiedet.
Fazit: Ja, das ist ein Sommerwhisky. Klar, eindeutig, ohne jeden Zweifel. Leicht, fruchtig, cremig – und dabei mit genug Charakter, um nicht banal zu werden.
Und im Vergleich habe ich mir diesen hier gegönnt - und nicht den an sich sehr preiswerten 30jährigen Glenrothes, der gleichzeitig raus kam. Der war lecker, aber nicht außergewöhnlich. Anders als hier.

Deanston 1996 – Whiskybroker (Creetown Distillers), 30 Jahre, Hogshead 603, 51,5%Deanston taucht in meinen Posts nicht z...
09/07/2026

Deanston 1996 – Whiskybroker (Creetown Distillers), 30 Jahre, Hogshead 603, 51,5%

Deanston taucht in meinen Posts nicht zum ersten Mal auf – die Chronicles Edition 3 hat mich zuletzt überzeugt. Aber ein 30-jähriger Deanston aus einem einzelnen Hogshead, abgefüllt von Whiskybroker aus deren Creetown Distillers Serie? Das ist nochmal eine andere Hausnummer. Nur 203 Flaschen, destilliert März 1996, abgefüllt März 2026 – auf den Tag genau 30 Jahre im Fass. Das hat schon was.

Whiskybroker ist für mich einer der unaufgeregtesten unabhängigen Abfüller überhaupt. Kein Marketing-Getöse, kein Fancy-Etikett. Solide Fässer, sauber abgefüllt, Punkt. Aber meist auch keine Überflieger. Bei einem 30-jährigen Hogshead in dieser Preisklasse ist die Erwartungshaltung natürlich trotzdem da.

Nase: Klassisch und einladend. Heller Honig, Vanillecreme, reife Birne und ein Hauch getrockneter Aprikose. Dazu diese leicht nussige, cremige Note, die Deanston aus einem gut gereiften Bourbon-Fass immer mitbringt. Mit etwas Zeit zeigt sich auch ein Hauch Bienenwachs und Zitronenzeste – typisch für das Alter, angenehm und ruhig. Nichts Aufregendes, aber alles sitzt am richtigen Platz.

Geschmack: Ölig und vollmundig, die 51,5% gut eingebunden – kein Wasser nötig, wenngleich ein paar Tropfen die Frucht etwas mehr öffnen. Karamell, Toffee, weiße Pfirsiche, Vanillepudding. Ein Hauch Ingwer und weißer Pfeffer im Mittelgang geben dem Ganzen ein bisschen Rückgrat. Schön gemacht, sauber, alles stimmt. Nur – und das sage ich ehrlich – die große Komplexität, die man bei drei Jahrzehnten im Fass vielleicht erwartet, bleibt etwas aus. Das Hogshead hat gut gewirtschaftet, aber auch nicht mehr als das.

Abgang: Lang, warm, mit Honig, Walnuss und einem letzten trockenen Holzhauch. Kein spektakuläres Finale, aber ein würdiger, langer Abschluss.

Fazit: Sauber, toll, genau was man erwartet. Für 180€ ist ein 30-jähriger Single Cask in Fassstärke ein echter Preis-Leistungs-Treffer – das muss man klar so sagen. Und dennoch: bei 30 Jahren hätte ich persönlich eine Ecke mehr Tiefe erwartet.

Caperdonich 1994 (Alambic Classique), Rum Cask, 25 JahreDen hab ich zum Jahrestreffen meines Whiskyclub aufgemacht. Bewu...
06/07/2026

Caperdonich 1994 (Alambic Classique), Rum Cask, 25 Jahre

Den hab ich zum Jahrestreffen meines Whiskyclub aufgemacht. Bewusst. Denn ich wollte keinen Whisky, über den alle sofort einig sind – ich wollte einen, der diskutiert wird. Mission erfüllt, soweit kann ich das schon vorweg fassen.

Caperdonich wurde 2002 geschlossen und 2010 abgerissen. Was davon noch übrig ist, landet in den Händen unabhängiger Abfüller – und Alambic Classique hat hier offensichtlich ein Fass erwischt, das niemand so ganz einordnen konnte. Und das ist auch der Punkt: ein Caperdonich in einem Rum Cask. Das klingt nach Experiment. Das ist auch eines.

Die Nase ist ehrlicherweise schwierig. Der Rum dominiert von der ersten Sekunde an so sehr, dass man sich kurz fragt, ob da überhaupt Whisky drin ist. Demerara-Zucker, Palmöl, Ester satt, tropische Früchte – Mango, Papaya, Litschi, Ananas. Dazu etwas Lampenöl und süßer Tabak. Wer beim Whiskyclub die Augen zumacht und blind verkostet, sagt: Rum. Kein Widerspruch möglich. Das Caperdonich-Destillat? Ehrlich gesagt nicht wirklich erkennbar. Aber bei so einer Fassintensität ist das eigentlich keine Überraschung – das kennt man von Heavy Sherry Casks genauso.
Im Geschmack passirt etwas. Wer dem Whisky etwas Zeit und Luft gibt, wird belohnt. Die Ester-Bombe der Nase legt sich, und darunter kommt etwas Interessantes zum Vorschein: Honigmelone, Gewürznelke, Kardamom, Safran, dazu eine cremige Textur mit Vanille und Toffee. Intensiv, exotisch, eigenständig. Mit ein paar Tropfen Wasser öffnet er sich nochmal deutlich – die Frucht wird breiter, das Gewürz setzt sich besser in Szene.
Abgang: Lang, cremig, warm. Viel Vanille, ein letzter Hauch Anis und Muskatnuss. Der verabschiedet sich nicht schnell.

Fazit: Nicht jedermanns Sache – und genau dafür hab ich ihn aufgemacht. Wer Rumreifungen nicht mag, wird hier wenig Freude haben. Wer sie mag, bekommt ein echtes Erlebnis. Das Caperdonich-Destillat verschwindet hinter dem Fass, aber das ist bei solcher Fassintensität zu erwarten und kein Fehler des Whiskys.

Ardmore 2002 – Gordon & MacPhailArdmore ist für mich eine der unterschätztesten Brennereien überhaupt. Kein großes Marke...
28/06/2026

Ardmore 2002 – Gordon & MacPhail

Ardmore ist für mich eine der unterschätztesten Brennereien überhaupt. Kein großes Marketing, kein Hype – aber wer mal einen guten unabhängigen Ardmore im Glas hatte, weiß warum diese Destillerie eine treue Fangemeinde hat. ordentliche Abfüllungen bekommt man noch für einen Bruchteil von vergleichbaren Islay Malts.

Dieser hier von Gordon & MacPhail kombiniert modernes Sherry-Profil mit dem typischen Ardmore-Torf. Eine Kombination, die funktioniert.

In Nase ist Sherry vorne, eindeutig. Kandierte Orange, Feigen, Karamell, dahinter dieser charakteristische Ardmore-Rauch. Ein erdiger Asche-Charakter, kalter Kamin, verbranntes Holz. Kein Jod, keine Salmiak – ruhiger, aber genauso komplex.

Geschmack: Ölig, saftig, Schokolade, Haselnuss, Mokka vom Sherry. Der Rauch kommt mit Wasser noch deutlicher raus. dann auch Zitrus. Eigentlich nah an der 90-Punkte-Grenze. Wäre da nicht ein Fass, das leichten schwefel hat . Stört mich aber nicht wirklich.

Der Abgang ist lang, sherry-süß, mit rauchigem Nachklang.

Fazit: Trotz des kleinen Schwefelfehlers ein richtig guter Dram. Wer Islay liebt – Ardmore ist der Festland-Bruder.

Ben Nevis 1996 – Meadowside Blending - 25 JahreBen Nevis und ich haben eine ehrr komplizierte Geschichte. Die Brennerei ...
27/06/2026

Ben Nevis 1996 – Meadowside Blending - 25 Jahre

Ben Nevis und ich haben eine ehrr komplizierte Geschichte. Die Brennerei kann einen wachsigen, leicht rustikalen Charakter haben, der mich nicht immer abholt. Deshalb bin ich mit niedrigen Erwartungen angegangen. Denn whisky hatte ich für ein Tasting geöffnet, weil er bei den Teilnehmern vermutlich gut ankommt, was er auch tat.

Und meine Eindrücke?
Nase:Wachs ist da, und aber dahinter steckt richtig was. Reife Birne, Quitte, etwas Heu, eine leicht ölige Tiefe. Unaufgeregt, aber interessant.

Geschmack: Hier binn ich überrascht. Würzig, direkt, mit Ingwer, Zitrusschale und einem leichten Menthol-Touch. Dazu Pfirsich, etwas geröstetes Malz, ein Hauch Wachs im Hintergrund – aber eingebunden, nicht dominant. Genau so mag ich das.

Der Abgang ist lang, trocken-würzig, mit Zitronenschale und einem letzten Hauch Holz.

Fazit: Hat mich erwischt. Meadowside Blending hat hier ein richtig gutes Fass erwischt. 25 Jahre ist nicht ohne das merkt man hier. Genau das, was ein alter Highland-Malt sein sollte.

whisky mywhiskytasting überraschung

Bushmills 2010, Causeway Collection Oloroso & Bourbon + Cuvée Finish 54,8%Manchmal ist eine Flasche nett. Einfach nett. ...
17/06/2026

Bushmills 2010, Causeway Collection Oloroso & Bourbon + Cuvée Finish 54,8%
Manchmal ist eine Flasche nett. Einfach nett. Nicht mehr, nicht weniger.
Der Bushmills 2010 aus der Causeway Collection hat zunächst in Oloroso Sherry- und Bourbon-Fässern gereift, bevor er ein Finish in Cuvée Wine Casks bekommen hat.
Nase: Pfirsich, Aprikose, etwas Vanille, rote Früchte. Gefällig und zugänglich. Mehr aber auch nicht.
Geschmack: Karamell, Birne, Feige, etwa Mandel. Der Weineinfluss bleibt brav im Hintergrund. Weich, unkompliziert, angenehm.
Abgang: Mittelang, Frucht und Holz.
Fazit: Austauschbar. Die Causeway Series hat schon deutlich interessantere Abfüllungen produziert – wer die kennt, wird hier etwas vermissen. Aber auch er hat seinen Platz: wenn Freunde zu Besuch kommen, die mit whiskey nicht viel am Hut haben, geht der problemlos weg. Dafür passt er.

Deanston Chronicles Edition 3Deanston läuft für viele unter dem Radar. Zu Unrecht. Die Chronicles-Reihe ist ein gutes Be...
11/06/2026

Deanston Chronicles Edition 3

Deanston läuft für viele unter dem Radar. Zu Unrecht. Die Chronicles-Reihe ist ein gutes Beispiel dafür – und Edition 3 ist mein persönlicher Beweis. Auch wenn gerade die Edition 4 in aller Mund ist - oder gerade deshalb - schenke ich mir mal den 3er wieder ein, der seit einem Tasting im Februar offen ist.
Das Konzept: vier Fässer, vier Jahrzehnte. Spirit aus den 80ern, 90ern, 2000ern und 2010ern, vereint in einer Abfüllung. Das klingt nach Marketing-Idee – funktioniert aber.

Nase: Erst etwas sperrig, der Rum schiebt sich nach vorne, dazu eine leicht balsamische Kante. Wer Geduld hat, wird belohnt. Pfirsich, Aprikose, geröstete Haselnüsse, ein Hauch Minze.
Geschmack: Toffee, Rosinen, Meeressalz, grüner Apfel, Walnüsse, dunkle Schokolade im Hintergrund, dazu fremdartige Gewürze. Salzig-süß, krautig, erwachsen. Komplex ohne Aufwand.
Abgang: Waldhonig, Zitronenkuchen, lang und rund.
Fazit: Einer meiner Lieblinge gerade – auf Augenhöhe mit der frisch erschienenen Edition 4, die ich mindestens genauso mag. Wer die Chronicles-Reihe noch nicht kennt: einsteigen, solange noch möglich.

GlenDronach Ode to the Dark – Master's AnthologyHEute nur kurze Notes , weil ich nicht viel Positives zu sagen habe.Glen...
09/06/2026

GlenDronach Ode to the Dark – Master's Anthology

HEute nur kurze Notes , weil ich nicht viel Positives zu sagen habe.

GlenDronach hat Ende 2024 die Master's Anthology rausgebracht – drei NAS-Abfüllungen, die nach und nach die klassische Alterskennzeichnung-Range (12er, 15er, 18er) ersetzen sollen (vermutlich). Der Ode to the Dark setzt vollständig auf PX Sherry Casks. 50,8%, nicht kältefiltiert und ist farblich an den 18er Allarcdice angelehnt, auch preislich der teuerste. Er soll quasi das Äqivalent sein. Problem: er is tes nicht.

In der nase typische Sherry-Noten, Heidelbeeren, etwas Marzipan, Leder. Nicht schlecht – bis man merkt, dass da ein junges, alkoholisches Fundament darunterliegt, das sich nicht wirklich verstecken kann.

Im Mund habe ich dann das gleiche Problem: Himbeere, Pflaume, Rosinen – alles da, aber die Aromen wirken dünn. Das PX-Fass drückt Süße rein, die den Geist überdecken soll. 

Im Abgang mittellang, was ein synonym für "schnell weg" ist.

Fazit: Diese neue NAS-Linie von GlenDronach ist nichts für mich. Wer mal einen Allardice 18 im Glas hatte – der weiß, was diese Brennerei kann, wenn man dem Whisky einfach Zeit lässt. Der wird hier nach und nach ersetzt durch NAS-Expressions, die mit Sherry-Fässern kaschieren, was Reifezeit noch nicht geleistet hat. Schade.

**Kilkerran 13 Year Old – Cadenhead's Original Collection**Kilkerran. Campbeltown. Cadenhead's. Allein diese drei Worte ...
06/06/2026

**Kilkerran 13 Year Old – Cadenhead's Original Collection**

Kilkerran. Campbeltown. Cadenhead's. Allein diese drei Worte auf einem Etikett sind eigentlich schon Kaufargument genug – zumindest für mich. Denn Glengyle ist, auch wenn die Brennerei erst seit 2004 wieder am Laufen ist, längst keine Geheimtipp-Adresse mehr. Und wenn der konzerneigene Abfüller Cadenhead's ein SngelCask bekommt, dann hat das immer etwas Besonderes.

Der Whisky, destilliert 2011, hat acht Jahre in Bourbon Casks verbracht – und dann ab 2020 fünf weitere Jahre in Ruby Port Casks zugebracht. Abgefüllt im Februar 2025 mit 46%, nicht kältefiltiert, keine Farbzusätze. Auf dem Papier ein interessanter Twist auf das klassische Kilkerran-Profil. Aber schmeckt er? Probieren hilft! (wie es neuerdings immer heißt)

Nase: Das Port-Finish zeigt sich sofort und meldet sich laut zu Wort. Rote Beeren, Erdbeermarmelade, etwas Waldfrüchte, dazu ein typischer leichter Rauch, maritim, ein Hauch Tabak und Leder. Vanille, Honig und einem dezenten Rauch. Der Campbeltown-Funk ist da, aber er kommt gedämpfter als gewohnt.
Geschmack: Vollmundig und ölig, das ist klassisch Kilkerran. Und dann übernimmt das Port: Brombeerkonfitüre, türkischer Honig, Rhabarber, dazu diese von Cadenhead's selbst beschriebene „slow cooked brisket"-Note – klingt seltsam, passt aber zu dem leicht herzhaft-erdigen Charakter. Es ist ein bisschen schräg aber trotzdem lecker. Wer reines, unverfälschtes Kilkerran erwartet, könnte kurz stutzen. Das Port dominiert mehr als man es einem 46%igen zutrauen würde.
Abgang: Angenehm lang, mit getrockneten dunklen Früchten, leichtem Rauch, etwas Erde. Nicht der große dramatische Abgang – aber okay.

Fazit: Ein Whisky, über den man sich streiten kann. Wer Kilkerran pur und unverfälscht mag, für den ist das Port-Finish möglicherweise einen Tick zu laut. Wer sich auf das Experiment einlässt, bekommt einen verspielten, fruchtigen Campbeltown-Dram mit echtem Charakter für knapp über 100€.

Heute mach ich's kurz: dieser Glenallachie hat mich nicht überzeugt.GlenAllachie kann Whisky. Billy Walker versteht sein...
29/05/2026

Heute mach ich's kurz: dieser Glenallachie hat mich nicht überzeugt.

GlenAllachie kann Whisky. Billy Walker versteht sein Handwerk, keine Frage. Der halte als er zu Glenallachie kam war riesig. Und er tat was er immer tat und lieferte.
Aber der 8-Jährige ist halt genau das – ein 8-Jähriger. Und das Experiment, dies mit einem Finish in Virgin Oak zu verbessern, finde ich grundsätzlich schon fragwürdig. Scottish Virgin Oak klingt auch nochmal besonders. Ist aber kein Ersatz für Zeit.

Und da sind wir schon beim eigentlichen Problem. Die Virgin Oak Series ist ein Konzept, das ich nicht mag. Frische Fässer können einem jungen Destillat schnell Aromen aufdrücken – aber das ist eben kein Reifen, das ist Schminke. Das Holz dominiert, bevor der Whisky überhaupt die Chance hatte, sich zu entwickeln.

Nase: Süß, rote Früchte, Toffee, etwas Zimt. Nicht unangenehm. Aber auch nichts, wobei ich länger verweile.
Geschmack: Hier wird's dann scharf und unrund. Der Virgin Oak drückt sich durch – eine Schärfe, die sich nicht eingebunden anfühlt. Karamell, Rosinen, verbrannter Zucker, Pfeffer. Die oft genannte metallische Schärfe.
Kurz, etwas bitter, Holzspäne. Mehr nicht.

Fazit: Für 50-60€ bekommt man bei anderen Brennereien deutlich mehr. Auch Glenallachie kann mehr. Dann lieber den 15er zum gleichen Preis.

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