Mywhiskytasting

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Mywhiskytasting Ihr Anbieter für individuelle und persönliche Tastings im Rheinland.

08/09/2026

Ein Hinweis in eigener Sache:
Da ich Facebook aus verschiedenen Gründen privat immer weniger nutze, nur noch für Whisky Events, und es vielen anderen ebenso geht, habe ich über neue Wege nachgedacht.

Nicht Revolutionär, aber für Facebook-Antipathie-Menschen gibt es für MyWhiskyTasting und Interessierte nun eine WhatsApp Community. Einfach nur auf dem laufenden bleiben - oder aktiv mitdiskutieren. Je nach Wunsch. Hier beitreten:

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Glen Grant 1995, Signatory Vintage Symington's Choice, 30 Jahre, 48,8%Glen Grant und Signatory Vintage – das ist eigentl...
03/09/2026

Glen Grant 1995, Signatory Vintage Symington's Choice, 30 Jahre, 48,8%
Glen Grant und Signatory Vintage – das ist eigentlich eine verlässliche Kombination. Die Rothes-Brennerei hat schon seit Jahrzehnten eine enge Bindung an den unabhängigen Abfüller, und die 1995er Jahrgänge tauchen immer wieder als echte Perlen auf. Dieser hier ist besonders: ein einziges Bourbon Barrel, Fass Nr. 88243, 30 Jahre gelagert, 2025 abgefüllt für die Symington's Choice-Serie. Limitiert. Fassstärke. Alles richtig gemacht, zumindest auf dem Papier.
Und dann sitzt man da mit dem Glas und denkt: Warte mal. 48,8% bei 30 Jahren? Da hätte ich mehr Ruhe erwartet.
Nase: Klassisches Glen Grant-Profil, das ist sofort klar. Reife Birne, grüne Weintrauben, Vanilleschote, Butterscotch. Dazu ein Hauch Kreide und Stachelbeere. Nicht übermäßig komplex, aber sauber und aufgeräumt. Mit etwas Zeit kommen Zitrusblüte und ein leichter Honigton dazu. Eine ehrliche, fruchtige Speyside-Nase.
Geschmack: Hier gibt es Licht und Schatten. Die Textur ist ölig und schön cremig – das gefällt. Reife Mango, gebackener Apfel, süßes Malz, Vanille, ein Hauch tropischer Früechte aus dem langen Bourbon-Fass. Soweit so gut. Aber dann: der Alkohol. Für 30 Jahre ist er erstaunlich präsent und spitz, statt sich einzubetten. Etwas Ingwer, weißer Pfeffer, Eiche. Die kommt früher als erwartet, fast ein bisschen ruppig. Mit Wasser rundet sich das Bild, Limoncello und etwas Blattiges kommen durch. Aber man sollte es eigentlich nicht brauchen.
Abgang: Lang, warm, mit Orangenzeste, Vanillesüße und einer leichten Pfefferwürze. Das gefällt. Hier ist die Reife dann doch spürbar. der Abgang ist das Beste an diesem Whisky, er verabschiedet sich mit Würde.
Fazit: Ein überzeugender 30-Jähriger, keine Frage. Glen Grant in dieser Reife ist immer ein Erlebnis, und das Bourbon-Fass hat schöne Aromen herausgearbeitet. Aber der Alkohol stört, er ist zu präsent für einen Whisky dieses Alters und kostet Punkte, die er eigentlich nicht kosten sollte. Wer einen weichen, geschmeidigen Oldtimer erwartet, könnte kurz stutzen. Für mich unterm Strich trotzdem ein guter Kauf, aber eben mit kleinem Vorbehalt.

1770 Glasgow Triple Distilled, NAS, 46%Ehrlich gesagt hatte ich keine Erwartungen. Bei einem jungen, dreifach destillier...
02/09/2026

1770 Glasgow Triple Distilled, NAS, 46%

Ehrlich gesagt hatte ich keine Erwartungen. Bei einem jungen, dreifach destillierten Scotch weiß man nie so recht, was einen erwartet. das Profil ist oft entweder zu neutral oder zu holzig. Glasgow Distillery macht das nur einen Monat im Jahr so, ist also schon etwas Besonderes. Aber jung bleibt jung?
Und dann die Nase. Moment mal. Das war eine echte Überraschung. Sofort frisch, lebendig, grüne Äpfel ohne Ende – knackig und saftig, wie direkt vom Baum. Dazu reife Birne, ein Hauch grüne Mandel, etwas Zuckerwatte und Vanillezucker im Hintergrund. Keine Spur von Unreife oder scharfem Junggeist.
Der Geschmack ist dann zweigeteilt. Erst diese süße, fast jahrmarkttaugliche Seite: Toffeeapfel, Marshmallow, weißer Schokoladentouch. Dann übernimmt aber etwas die Jugend: Zimt, Muskat, etwas Zedernholz, ordentlich trocknend. Wer sich vom Nasenspiel eine ähnliche Leichtigkeit erhofft, braucht kurz einen Moment.
Im Abgang kommt Frucht kommt nochmal zurück. Apfel, Aprikose, dann Gewürz, Nelke, ein Hauch Lakritze. Mittellang, warm, trocknet schön aus.
Fazit: Für einen jungen, dreifach destillierten Scotch deutlich mehr als erwartet. Vor allem diese Nase hat mich wirklich abgeholt. Die neue Glasgow Destillerie 1770 (eine Wiedergründung, welche unbedingt auf ihre alte Herkunft verweisen möchte) behalte ich aber im Auge.

22/08/2026
Blair Athol 2005 – Brühler Whiskyhaus  | A Dream of Scotland | 21 Jahre | Sauternes | 53,1%Blair Athol ist eine dieser B...
13/08/2026

Blair Athol 2005 – Brühler Whiskyhaus | A Dream of Scotland | 21 Jahre | Sauternes | 53,1%
Blair Athol ist eine dieser Brennereien, die man fast nie als Single Malt zu sehen bekommt. Der Großteil des Destillats landet in Johnnie Walker. Das verleiht den wenigen unabhängigen Abfüllungen eine gewisse Besonderheit. Das Brühler Whiskyhaus hat sich offensichtlich ein feines Fass gesichert: 21 Jahre. Wie imemr selbst gefinisht in einem Sauternes Wine Cask, entsprechend nur 134 Flaschen. Das ist schon sehr überschaubar.
Sauternes und Blair Athol – das klingt auf den ersten Blick ungewöhnlich. Bourbon oder Sherry kennt man von dieser Destillerie, ein Sauternes-Fass deutlich seltener. Aber genau das macht es interessant.
Nase: Sofort helle, honiggetränkte Süße, die Sauternes-Fässer typischerweise mitbringen. Reife Aprikose, Pfirsich, kandierte Zitrone – fast schon konfitürenartig. Dazu das typisch nussige, etwas wachsige Fundament von Blair Athol, das sich gut darunter hält. Kaum Alkohol in der Nase für 53%, erstaunlich zurückhaltend. Mit etwas Zeit auch Vanille, Blütenhonig, ein Hauch Marzipan. Das ist eine einladende, fast verführerische Nase.
Geschmack: Ölig, cremig, sehr weich für die Stärke. Das Sauternes-Fass gibt dem Ganzen eine fast bonbonartige Fruchtigkeit: Pfirsichkonfitüre, reife Birne, Mirabelle. Dazu ein dezenter Gewürzhauch – weißer Pfeffer, ein Anflug Ingwer – der das Ganze vor zu viel Süße bewahrt. Das Blair Athol-Fundament, dieses leicht erdige Nussige, blitzt immer wieder durch. Kein Wasser nötig, wenngleich ein paar Tropfen die Frucht nochmal breiter machen.
Abgang: Lang, fruchtig-süß, Honig und Pfirsich, zuletzt ein leicht trocknender Holzhauch. Ein Abgang, der einen freundlich verabschiedet.
Fazit: Ja, das ist ein Sommerwhisky. Klar, eindeutig, ohne jeden Zweifel. Leicht, fruchtig, cremig – und dabei mit genug Charakter, um nicht banal zu werden.
Und im Vergleich habe ich mir diesen hier gegönnt - und nicht den an sich sehr preiswerten 30jährigen Glenrothes, der gleichzeitig raus kam. Der war lecker, aber nicht außergewöhnlich. Anders als hier.

Deanston 1996 – Whiskybroker (Creetown Distillers), 30 Jahre, Hogshead 603, 51,5%Deanston taucht in meinen Posts nicht z...
09/07/2026

Deanston 1996 – Whiskybroker (Creetown Distillers), 30 Jahre, Hogshead 603, 51,5%

Deanston taucht in meinen Posts nicht zum ersten Mal auf – die Chronicles Edition 3 hat mich zuletzt überzeugt. Aber ein 30-jähriger Deanston aus einem einzelnen Hogshead, abgefüllt von Whiskybroker aus deren Creetown Distillers Serie? Das ist nochmal eine andere Hausnummer. Nur 203 Flaschen, destilliert März 1996, abgefüllt März 2026 – auf den Tag genau 30 Jahre im Fass. Das hat schon was.

Whiskybroker ist für mich einer der unaufgeregtesten unabhängigen Abfüller überhaupt. Kein Marketing-Getöse, kein Fancy-Etikett. Solide Fässer, sauber abgefüllt, Punkt. Aber meist auch keine Überflieger. Bei einem 30-jährigen Hogshead in dieser Preisklasse ist die Erwartungshaltung natürlich trotzdem da.

Nase: Klassisch und einladend. Heller Honig, Vanillecreme, reife Birne und ein Hauch getrockneter Aprikose. Dazu diese leicht nussige, cremige Note, die Deanston aus einem gut gereiften Bourbon-Fass immer mitbringt. Mit etwas Zeit zeigt sich auch ein Hauch Bienenwachs und Zitronenzeste – typisch für das Alter, angenehm und ruhig. Nichts Aufregendes, aber alles sitzt am richtigen Platz.

Geschmack: Ölig und vollmundig, die 51,5% gut eingebunden – kein Wasser nötig, wenngleich ein paar Tropfen die Frucht etwas mehr öffnen. Karamell, Toffee, weiße Pfirsiche, Vanillepudding. Ein Hauch Ingwer und weißer Pfeffer im Mittelgang geben dem Ganzen ein bisschen Rückgrat. Schön gemacht, sauber, alles stimmt. Nur – und das sage ich ehrlich – die große Komplexität, die man bei drei Jahrzehnten im Fass vielleicht erwartet, bleibt etwas aus. Das Hogshead hat gut gewirtschaftet, aber auch nicht mehr als das.

Abgang: Lang, warm, mit Honig, Walnuss und einem letzten trockenen Holzhauch. Kein spektakuläres Finale, aber ein würdiger, langer Abschluss.

Fazit: Sauber, toll, genau was man erwartet. Für 180€ ist ein 30-jähriger Single Cask in Fassstärke ein echter Preis-Leistungs-Treffer – das muss man klar so sagen. Und dennoch: bei 30 Jahren hätte ich persönlich eine Ecke mehr Tiefe erwartet.

Caperdonich 1994 (Alambic Classique), Rum Cask, 25 JahreDen hab ich zum Jahrestreffen meines Whiskyclub aufgemacht. Bewu...
06/07/2026

Caperdonich 1994 (Alambic Classique), Rum Cask, 25 Jahre

Den hab ich zum Jahrestreffen meines Whiskyclub aufgemacht. Bewusst. Denn ich wollte keinen Whisky, über den alle sofort einig sind – ich wollte einen, der diskutiert wird. Mission erfüllt, soweit kann ich das schon vorweg fassen.

Caperdonich wurde 2002 geschlossen und 2010 abgerissen. Was davon noch übrig ist, landet in den Händen unabhängiger Abfüller – und Alambic Classique hat hier offensichtlich ein Fass erwischt, das niemand so ganz einordnen konnte. Und das ist auch der Punkt: ein Caperdonich in einem Rum Cask. Das klingt nach Experiment. Das ist auch eines.

Die Nase ist ehrlicherweise schwierig. Der Rum dominiert von der ersten Sekunde an so sehr, dass man sich kurz fragt, ob da überhaupt Whisky drin ist. Demerara-Zucker, Palmöl, Ester satt, tropische Früchte – Mango, Papaya, Litschi, Ananas. Dazu etwas Lampenöl und süßer Tabak. Wer beim Whiskyclub die Augen zumacht und blind verkostet, sagt: Rum. Kein Widerspruch möglich. Das Caperdonich-Destillat? Ehrlich gesagt nicht wirklich erkennbar. Aber bei so einer Fassintensität ist das eigentlich keine Überraschung – das kennt man von Heavy Sherry Casks genauso.
Im Geschmack passirt etwas. Wer dem Whisky etwas Zeit und Luft gibt, wird belohnt. Die Ester-Bombe der Nase legt sich, und darunter kommt etwas Interessantes zum Vorschein: Honigmelone, Gewürznelke, Kardamom, Safran, dazu eine cremige Textur mit Vanille und Toffee. Intensiv, exotisch, eigenständig. Mit ein paar Tropfen Wasser öffnet er sich nochmal deutlich – die Frucht wird breiter, das Gewürz setzt sich besser in Szene.
Abgang: Lang, cremig, warm. Viel Vanille, ein letzter Hauch Anis und Muskatnuss. Der verabschiedet sich nicht schnell.

Fazit: Nicht jedermanns Sache – und genau dafür hab ich ihn aufgemacht. Wer Rumreifungen nicht mag, wird hier wenig Freude haben. Wer sie mag, bekommt ein echtes Erlebnis. Das Caperdonich-Destillat verschwindet hinter dem Fass, aber das ist bei solcher Fassintensität zu erwarten und kein Fehler des Whiskys.

Ardmore 2002 – Gordon & MacPhailArdmore ist für mich eine der unterschätztesten Brennereien überhaupt. Kein großes Marke...
28/06/2026

Ardmore 2002 – Gordon & MacPhail

Ardmore ist für mich eine der unterschätztesten Brennereien überhaupt. Kein großes Marketing, kein Hype – aber wer mal einen guten unabhängigen Ardmore im Glas hatte, weiß warum diese Destillerie eine treue Fangemeinde hat. ordentliche Abfüllungen bekommt man noch für einen Bruchteil von vergleichbaren Islay Malts.

Dieser hier von Gordon & MacPhail kombiniert modernes Sherry-Profil mit dem typischen Ardmore-Torf. Eine Kombination, die funktioniert.

In Nase ist Sherry vorne, eindeutig. Kandierte Orange, Feigen, Karamell, dahinter dieser charakteristische Ardmore-Rauch. Ein erdiger Asche-Charakter, kalter Kamin, verbranntes Holz. Kein Jod, keine Salmiak – ruhiger, aber genauso komplex.

Geschmack: Ölig, saftig, Schokolade, Haselnuss, Mokka vom Sherry. Der Rauch kommt mit Wasser noch deutlicher raus. dann auch Zitrus. Eigentlich nah an der 90-Punkte-Grenze. Wäre da nicht ein Fass, das leichten schwefel hat . Stört mich aber nicht wirklich.

Der Abgang ist lang, sherry-süß, mit rauchigem Nachklang.

Fazit: Trotz des kleinen Schwefelfehlers ein richtig guter Dram. Wer Islay liebt – Ardmore ist der Festland-Bruder.

Ben Nevis 1996 – Meadowside Blending - 25 JahreBen Nevis und ich haben eine ehrr komplizierte Geschichte. Die Brennerei ...
27/06/2026

Ben Nevis 1996 – Meadowside Blending - 25 Jahre

Ben Nevis und ich haben eine ehrr komplizierte Geschichte. Die Brennerei kann einen wachsigen, leicht rustikalen Charakter haben, der mich nicht immer abholt. Deshalb bin ich mit niedrigen Erwartungen angegangen. Denn whisky hatte ich für ein Tasting geöffnet, weil er bei den Teilnehmern vermutlich gut ankommt, was er auch tat.

Und meine Eindrücke?
Nase:Wachs ist da, und aber dahinter steckt richtig was. Reife Birne, Quitte, etwas Heu, eine leicht ölige Tiefe. Unaufgeregt, aber interessant.

Geschmack: Hier binn ich überrascht. Würzig, direkt, mit Ingwer, Zitrusschale und einem leichten Menthol-Touch. Dazu Pfirsich, etwas geröstetes Malz, ein Hauch Wachs im Hintergrund – aber eingebunden, nicht dominant. Genau so mag ich das.

Der Abgang ist lang, trocken-würzig, mit Zitronenschale und einem letzten Hauch Holz.

Fazit: Hat mich erwischt. Meadowside Blending hat hier ein richtig gutes Fass erwischt. 25 Jahre ist nicht ohne das merkt man hier. Genau das, was ein alter Highland-Malt sein sollte.

whisky mywhiskytasting überraschung

Bushmills 2010, Causeway Collection Oloroso & Bourbon + Cuvée Finish 54,8%Manchmal ist eine Flasche nett. Einfach nett. ...
17/06/2026

Bushmills 2010, Causeway Collection Oloroso & Bourbon + Cuvée Finish 54,8%
Manchmal ist eine Flasche nett. Einfach nett. Nicht mehr, nicht weniger.
Der Bushmills 2010 aus der Causeway Collection hat zunächst in Oloroso Sherry- und Bourbon-Fässern gereift, bevor er ein Finish in Cuvée Wine Casks bekommen hat.
Nase: Pfirsich, Aprikose, etwas Vanille, rote Früchte. Gefällig und zugänglich. Mehr aber auch nicht.
Geschmack: Karamell, Birne, Feige, etwa Mandel. Der Weineinfluss bleibt brav im Hintergrund. Weich, unkompliziert, angenehm.
Abgang: Mittelang, Frucht und Holz.
Fazit: Austauschbar. Die Causeway Series hat schon deutlich interessantere Abfüllungen produziert – wer die kennt, wird hier etwas vermissen. Aber auch er hat seinen Platz: wenn Freunde zu Besuch kommen, die mit whiskey nicht viel am Hut haben, geht der problemlos weg. Dafür passt er.

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