14/08/2026
Nach meiner Reise durch Japan, bei der ich mehrere Sake-Brauereien besucht und viele Gespräche geführt habe, ist mir eines besonders bewusst geworden: Vielleicht war die Welt des Sake noch nie so vielfältig wie heute.
Bei [email protected] lässt man manche Sake nach der Abfüllung etwa ein halbes Jahr unter kontrollierten Temperaturen reifen, bis sie an Umami und Tiefe gewinnen.
Bei Iinuma Honke 日本酒「甲子」Kinoene dagegen steht bei manchen Sorten die Frische im Vordergrund – teilweise vergeht vom Abfüllen bis zur Auslieferung nur ein einziger Tag.
Manche Sake überraschen mit einem feinen Prickeln, andere setzen auf kräftige Umami-Noten und einen volleren Charakter. Jede Brauerei verfolgt ihre ganz eigene Vorstellung davon, wie Sake schmecken soll.
Einfach ist die Situation trotzdem nicht: Der Sake-Konsum in Japan ist langfristig zurückgegangen, viele Brauereien kämpfen mit fehlenden Nachfolgern, und neue Braulizenzen sind nur schwer zu bekommen. Von einst über 3.000 Sake-Brauereien ist heute nur noch etwa die Hälfte übrig.
Und trotzdem hat sich mein Bild von Sake in den letzten zehn Jahren stark verändert.
Braumethoden, Temperaturkontrolle, Logistik und Vertrieb haben sich weiterentwickelt. Sake aus weit entfernten Brauereien sind heute viel leichter zugänglich. Apps wie Sakenomy helfen zusätzlich dabei, den eigenen Geschmack kennenzulernen und Neues zu entdecken.
Manche Brauereien experimentieren mit neuen Stilen. Andere, wie Senkin 仙禽SENKIN mit ihrem Konzept „Edo-gaeri“, besinnen sich mit dem Wissen von heute wieder auf traditionelle Methoden der Sake-Herstellung.
Bei dieser Vielfalt bin ich überzeugt, dass jeder einen Sake finden kann, der zum eigenen Geschmack passt.
Sake entsteht aus Reis, Wasser, Kōji und der Arbeit von Mikroorganismen. Trotz moderner Qualitätskontrolle können Rohstoffe und Herstellung von Jahr zu Jahr feine Unterschiede hervorbringen.
Gerade deshalb lohnt es sich, den Sake zu entdecken, der heute gebraut wird.
Probiert verschiedene Sake und taucht ein in diese faszinierende Welt. 🍶