11/03/2024
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Alle Achtung: Mit nur 0,5 Hektar Anbaufläche hat das Weingut von Denise und Markus Scholtes in Neumagen-Dhron die Vorsilbe „Mikro“ wirklich verdient. Aber small ist hier auch gleich beautiful. Zwar wird sich hier mancher Feingeist daran wund scheuern, dass die Winzer mit elf Euro für ihren Gutsriesling einen für eine Basisqualität ganz ordentlichen Preis aufrufen. Aber auch dafür gebührt dem Paar Respekt, denn an der Mosel trauen sich noch immer viele Winzer noch immer nicht, vom Kunden den Kaufpreis einzufordern, den ihr Tropfen wirklich wert ist.
Was ein Wein wert ist – das hängt in diesem Fall natürlich mit der irren Plackerei in der Steillage zusammen. Dass der Preis über dem in diesem Bereich üblichen Niveau liegt und das vermutlich den einen oder anderen Käufer in spe, räumt ungewollt ein Vorurteil zur Seite – dass Einstiegsweine wenig kosten, weil hier nicht an der Qualität gefeilt wird. Den Scholtes-Riesling als Basiswein einzuordnen hat mehr noch mit seiner Zugänglichkeit zu tun. Saftig, mit einer belebenden Säure und Aromen zwischen fein mineralisch und fruchtig fern jeder Süße ausgestattet: Da trinkt der Mensch gerne weiter, und das mit Lust.
Unkompliziert trinkt sich der Stoff aus dem kleinen Betrieb gleich neben der örtlichen „Netto“-Filiale außerdem. Dabei spiele sich beide Geschmacksnoten, die mineralische wie die fruchtige, ganz und gar nicht nach vorne. Der „mosel riesling“, wie es auf dem Etikett steht, verströmt eine angenehme Leichtigkeit fast wie ein Kabinett und verweilt damit lange auf den Geschmacksrezeptoren und im gesamten Mundraum. Kein Wunder, dass der geneigte Konsument gerne länger bei diesem leckeren Gutswein verweilt. Billig ist hier nämlich gar nichts.
Im Internet: www.scholtes.wine