17/09/2026
🇩🇪 DEUTSCHES METZGERHANDWERK: 19 AZUBIS – 15 AUS VIETNAM, GERADE EINMAL 4 AUS DEUTSCHLAND. 🇻🇳
Unsere Celine ist im ersten Lehrjahr und kam heute von ihrem ersten Schultag an der Berufsschule in Tübingen zurück. Ihre Klasse: 19 Azubis. 15 aus Vietnam. 4 aus Deutschland.
Und eines zuerst: Riesenrespekt an die 15 aus Vietnam. 🇻🇳💪
Tausende Kilometer weg von zu Hause. Neue Sprache. Neues Land. Berufsschule. Metzgerhandwerk. Lernen, arbeiten, durchziehen. Bei diesem Willen würde es mich nicht wundern, wenn am Ende alle 15 ihren Abschluss in der Tasche haben.
Und Deutschland? 4. Ganze vier.
Da muss man sich doch fragen, was bei uns schiefläuft.
Wir haben jungen Menschen über Jahre beigebracht: Machst du nichts, fällst du trotzdem weich. Und genau diese Mentalität gehört für mich beendet.
Ich rede ausdrücklich nicht von Kranken, Menschen mit Behinderung oder Menschen, die unverschuldet in Not geraten. Genau dafür brauchen wir einen Sozialstaat.
Ich rede von denen, die gesund sind, arbeiten können und schlicht keinen Bock darauf haben.
Meine politische Forderung wäre da glasklar: Wer nachweislich arbeiten kann, zumutbare Arbeit angeboten bekommt und dauerhaft einfach nicht will, sollte irgendwann keinen Cent staatliche Unterstützung mehr fürs Nichtstun bekommen.
Nicht noch ein Programm, nicht noch ein Anreiz – sondern die klare Erkenntnis: Wenn ich Geld zum Leben haben will, muss ich arbeiten.
Vielleicht müssen wir diesen Gedanken tatsächlich wieder in manche Köpfe bekommen: Der Staat ist kein Arbeitgeber fürs Nichtstun.
Gleichzeitig liegt der Mindestlohn 2026 bei 13,90 €. Selbst für einfache Tätigkeiten ohne Ausbildung – beispielsweise Regale einräumen – gibt es Stellenangebote mit 15 € und mehr.
Und dann soll der kleine Handwerksbetrieb einfach immer noch eine Schippe drauflegen, damit der Abstand zur Fachkraft wieder stimmt?
Irgendwann ist Schluss.
Ein kleiner Metzger kann keine Fantasiegehälter bezahlen. Jeder Euro Lohn muss vorher erwirtschaftet werden. Und wenn die Kosten immer weiter steigen, bezahlt am Ende der Kunde seine Wurst, sein Fleisch und sein Mittagessen entsprechend teurer.
Deshalb muss der Abstand wieder stimmen:
Keine Ausbildung und keinen Bock zu arbeiten? Dann darf der Staat daraus kein bequemes Lebensmodell machen.
Ausbildung gemacht, morgens aufgestanden, gearbeitet, Verantwortung übernommen? Dann muss sich genau DAS finanziell und gesellschaftlich auszahlen.
Das ist für mich der entscheidende Punkt.
Und dann schaut noch einmal auf diese Klasse:
🇻🇳 15 junge Menschen kommen tausende Kilometer aus Vietnam, lernen unsere Sprache und unser Metzgerhandwerk und wollen sich hier etwas aufbauen.
🇩🇪 4 kommen aus Deutschland. Eine davon ist unsere Celine.
19 Azubis. 15 zu 4.
Vielleicht haben wir nicht nur einen Fachkräftemangel. Vielleicht haben wir auch viel zu lange vergessen, jungen Menschen klarzumachen, dass Wohlstand nicht vom Himmel fällt, sondern jeden verdammten Morgen jemand dafür aufstehen muss.
WAS MEINT IHR HIERZU⁉️