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Gute Nachrichten von der Terrassenmosel. Die selten dämlichen Klagen der Deutschen Umwelthilfe gegen die Hubschrauberspr...
03/03/2026

Gute Nachrichten von der Terrassenmosel. Die selten dämlichen Klagen der Deutschen Umwelthilfe gegen die Hubschrauberspritzungen sind erwartungsgemäß und völlig zu Recht gescheitert. Der vom Aussterben bedrohte Mosel-Apollo kann weiterhin seine Futterplätze in den Steillagen anfliegen. Damit die Art nicht ausstirbt, werden nun Raupen gezüchtet und in der freien Natur ausgesetzt. Die Winzer haben angeboten, zusammen mit Umweltschützern weitere Maßnahmen zu ergreifen, um die Population des Falters zu stabilisieren.

Wir konnten Dr. Detlef Mader, der als Biologe seit Jahrzehnten den Mosel-Apollo beobachtet und zahlreiche wissenschaftliche Abhandlungen über den Schmetterling verfasst hat, als Gastautor gewinnen. Er schildert die Situation an der Terrassenmosel und führt aus, welche veränderten Umweltbedingungen dem Mosel-Apollo wirklich zusetzen.

https://www.weinfreaks.de/themen/die-rettung-des-mosel-apollo-und-des-steillagenweinbaus

Eine großartige Entdeckung im ZellertalKlaus Gamber lernte ich vor über 20 Jahren kennen. Damals war er in einem renommi...
20/02/2026

Eine großartige Entdeckung im Zellertal

Klaus Gamber lernte ich vor über 20 Jahren kennen. Damals war er in einem renommierten Weingut in der Südpfalz beschäftigt. Zwischenzeitlich war er auch als Verkoster für einen Weinguide tätig. Heute lebt er am Bodensee und arbeitet freiberuflich unter anderem als Fotograf, insbesondere auch für viele Weingüter. Von ihm bekam ich Anfang des Jahres einen heißen Tipp. Die Weine von Kristof Puder aus dem Zellertal müsse ich unbedingt einmal verkosten. Obwohl ich Klaus als einen der besten Weinfachleute schätze, die ich kenne, war ich zunächst ein wenig skeptisch. Bisher hatte noch niemand über das Weingut berichtet, und die Bewertungen eines Online-Weinführers suggerierten, es handele sich um eher schlanke, nur begrenzt ausdrucksvolle Weine.

Von Kristof erhielt ich einige Flaschen zur Probe, vor allem Riesling. Nach dem ersten Schluck eines im Barrique ausgebauten 2013ers war ich überrascht, es dauerte allerdings eine Weile, bis ich wirklich alle Facetten dessen begriff, was ich hier im Glas hatte. Trotz lediglich 11,5 % Alkohol war genügend Substanz vorhanden, um das neue Holz vollständig und harmonisch einzubinden. Ein echtes Meisterwerk. Dass dieser Wein keine Eintagsfliege war, bewies Kristof mit einem 2020er, nicht im Barrique ausgebauten Riesling – und auch der knackte die 18-Punkte-Grenze. Ich fragte mich, ob ich der Autofahrer sei, der angesichts einer Geisterfahrer-Warnung im Radio „Einer? Hunderte!“ ausrief, weil ich hier eine Qualität erkannte, die sonst keiner sah oder die sogar an anderer Stelle negiert wurde.

Zugegeben, einfach zu verstehen sind die Weine nicht. Die Kalkböden des Zellertals und das dortige Mikroklima bringen selbst in Zeiten der globalen Erwärmung Cool-Climate-Rieslinge mit einer packenden, aber reifen Säurestruktur hervor, die wirken, als kämen sie aus einer völlig anderen Klimazone und nicht aus der weinrechtlich der Mittelhaardt zugeordneten Unterhaardt. Ich fühlte mich zurückversetzt in die Jahre, in denen ich begann, mich intensiver mit Wein auseinanderzusetzen. Das waren die frühen 1990er.

Am Freitag, den 13. (Februar 2026) traf ich mich mit Kristof und Klaus zu einem ausführlichen Gespräch und einer Online-Verkostung mit einer Dreiervertikalen von Rieslingen aus dem Barrique. Die Jahrgänge: 2012, 2013 und 2020. Rund zwei Stunden waren für den Termin angesetzt, am Ende wurden es fast fünf. Dabei überragte der 2012 fast alles, was ich bislang überhaupt an trockenen Rieslingen und speziell aus jenem Jahrgang kennengelernt hatte. Das war das blanke Terroir. Ich schrieb meine Punktzahl auf ein Blatt Papier und fragte Klaus nach seiner Bewertung. Diese war mit meiner identisch. Nach einer Weile einigten wir uns darauf, noch einen halben Punkt nach oben zu gehen. Am Ende standen 19,5 von 20 Punkten auf dem Zettel.

Die Essenz unseres Gesprächs wird demnächst bei weinfreaks.de erscheinen. Ich darf schon einmal verraten: Es wird ein sehr interessantes, tiefgründiges Gespräch über das einzigartige Terroir des Zellertals, die großartigen Weine von Kristof Puder sowie die Weinwelt im Allgemeinen und im Besonderen.

Das Foto zeigt den (nicht im Barrique ausgebauten) trockenen 2020er Zeller Schwarzen Herrgott Riesling Alte Reben (9,- € ab Weingut, 18,5 von 20 Punkten).

Wenn Wein verschwindet, hat das massive Auswirkungen. Auf die Gesellschaft, auf unsere Kultur, auf die Kulturlandschafte...
04/02/2026

Wenn Wein verschwindet, hat das massive Auswirkungen. Auf die Gesellschaft, auf unsere Kultur, auf die Kulturlandschaften. Warum der Weinkonsum rückläufig ist, darüber lohnt es sich einmal nachzudenken. Die Anti-Alkohol-Bewegung ist auch nur ein Symptom, aber keineswegs die Ursache.

https://www.weinfreaks.de/themen/wenn-wein-verschwindet

(Foto: Pixabay)

Eine Genossenschaft kann keine Top-Qualitäten? Und ob!Blickdichtes, dunkles Kirschrot. Hochfeiner, dezenter, zartrauchig...
01/02/2026

Eine Genossenschaft kann keine Top-Qualitäten? Und ob!

Blickdichtes, dunkles Kirschrot. Hochfeiner, dezenter, zartrauchiger und holzwürziger, leicht vanilliger Duft nach Räucherspeck, Nougat, Karamell, Himbeere, Preiselbeere und Blaubeere mit Anklängen von Leder. Im Hintergrund ein Hauch weißer Pfeffer und vegetabile Noten. Auf der Zunge elegant und finessenreich. Gekonnter Holzeinsatz. Feinkörnige, samtige Tannine. Wieder Blaubeere. Würze von mediterran anmutenden getrockneten Kräutern. Moderate Säure. Hervorragende Länge. Zunächst dunkelbeerig geprägter Abklang. Mit Luft zunehmend strukturierter und mit etwas Aprikose im Finish. 17,5 von 20 Punkten.

Der Korken erwies sich als weich, aber sonst ausreichend intakt, um ihn mit einer „Hebamme“ aus der Flasche ziehen zu kö...
01/02/2026

Der Korken erwies sich als weich, aber sonst ausreichend intakt, um ihn mit einer „Hebamme“ aus der Flasche ziehen zu können. Bernsteinorangegelb. Konzentrierter Duft nach kandierten Zitrusfrüchten und Pfirsich. Durch die Botrytis inzwischen mit leichter Bitternis, die mit der Reife von gut 20 Jahren ein gutes Gegengewicht zur einst fulminanten Süße darstellt. Elegante Säure. Noch immer mit hervorragender Stabilität und Präsenz am Gaumen. Feine Würze vom Schieferboden. Hervorragende Länge. Noch immer 16,5 von 20 Punkten.

Nicht in jedem Jahr, aber zunehmend öfter einer der wohl gelungensten deutschen Chardonnays. Der 2023er ganz besonders. ...
27/01/2026

Nicht in jedem Jahr, aber zunehmend öfter einer der wohl gelungensten deutschen Chardonnays. Der 2023er ganz besonders. Sulzfelder Sonnenberg Brunnquell vom Weingut Zehnthof Luckert.

Weißgoldenes Zitronengelb. Von buttrigen Noten geprägter, zart vanilliger und betont pflanzlich-würziger, floraler Duft nach Steinobst und hellen Zitrusfrüchten mit Anklängen von Haselnuss und eingelegter Heidelbeere. Auf der Zunge viel cremiger Schmelz und Mineralität. Im Wesentlichen wieder gelbfruchtig, aber auch wieder mit etwas Heidelbeere untermalt. Gutes Säuregerüst, deutliche Extraktsüße. Großartige Tiefe. Hervorragende Länge und Nachhaltigkeit. Wir vergeben 18 (Werner) beziehungsweise 17 (Julia) von 20 Punkten.

Neu in unserer Verkostungsdatenbank: 40 Jahre und noch immer hervorragend in Schuss. 17 bzw. 17,5 von 20 Punkten.
23/01/2026

Neu in unserer Verkostungsdatenbank: 40 Jahre und noch immer hervorragend in Schuss. 17 bzw. 17,5 von 20 Punkten.

Eine Auslese, die nach zehn Jahren wirkt, als sei sie in all den Jahren in einem Gletscher konserviert worden. Unfassbar...
23/01/2026

Eine Auslese, die nach zehn Jahren wirkt, als sei sie in all den Jahren in einem Gletscher konserviert worden. Unfassbar frisch, mit feiner Rosinennote. 17 von 20 Punkten.

Zu Beginn eines jeden Jahres beginnt die kollektive Abstinenzparade, bekannt als Dry January, aufs Neue. Ein ganzer Mona...
22/01/2026

Zu Beginn eines jeden Jahres beginnt die kollektive Abstinenzparade, bekannt als Dry January, aufs Neue. Ein ganzer Monat ohne Alkohol, vermarktet als Akt der Selbstkontrolle, als Beitrag zur körperlichen Regeneration, als Signal eines „vernünftigen Lebensstils“. Wer sich diesem Ritual entzieht, gerät rasch unter Rechtfertigungsdruck. Was als freiwillige Gesundheitsinitiative daherkommt, erweist sich bei näherer Betrachtung jedoch als medial aufgeladenes Normierungsprojekt, das Genuss, Kultur und Differenzierung zugunsten einfacher Botschaften verdrängt. (Foto: Pixabay)

https://www.weinfreaks.de/themen/dry-january

Ganz überraschend ist es nicht. Die Weine von Kristof Puder, die ich in den vergangenen Tagen verkostet habe, zeichnen d...
20/01/2026

Ganz überraschend ist es nicht. Die Weine von Kristof Puder, die ich in den vergangenen Tagen verkostet habe, zeichnen das Bild eines Spitzenerzeugers, den – und das ist nun wirklich überraschend – bis dato kaum jemand kennt. Heute nun nach einem Barrique-Riesling aus 2013 der zweite, ganz große Geniestreich, der in meinem Glas landet: 2020er Zeller Schwarzer Herrgott Alte Reben Riesling trocken. Das Zellertal ist immer noch eine Cool-Climate-Region, was angesichts der geographischen Lage erstaunt. Die Weine wirken schlank, verfügen jedoch über eine großartige Aromenkonzentration. Die Säure ist nichts für Warmduscher, wird aber durch den hohen Extrakt (Kalkboden!) in der Regel gut abgepuffert. Die Weinlagen sind überregional kaum bekannt, aber warum gerade einige VDP-Weingüter versuchen, sich im Zellertal auszudehnen, hat wohl seine Gründe. Die ausführliche Verkostungsnotiz findet ihr wie immer auf weinfreaks.de, zusammen mit der Bewertung. In diesem Fall 18,5 von 20 Punkten. Ich weiß, dass meine Bewertung in völligem Kontrast zu der eines namhaften Kollegen steht. Ist mir aber egal. Entscheidet bitte selbst, wer Recht hat. Der Wein ist im Weingut noch erhältlich. Für 9,- € pro Flasche.

19/01/2026

Wenn prominente Weingüter auf den Dry-January-Zug aufspringen und versuchen, alkoholfreie weinähnliche Getränke an den Mann zu bringen, läuft nicht nur in der Politik einiges schief, sondern auch in unserer (Wein-)Kultur.

19/01/2026

Liebe Weinfreunde,
nichts gegen Zeitgenossen, die so genannte alkoholfreie Weine konsumieren möchten (ich sage ausdrücklich nicht: genießen). In unserer Gruppe geht es allerdings um Wein. Richtigen Wein. Wein als eines unserer schönsten Kulturgüter. Wein bedeutet Genuss, nicht Askese, ist ein Getränk, das auf natürlichste Weise, durch Gärung, aus Trauben entstanden ist. Dieses göttliche Getränk dem physikalischen Prozess der Entalkoholisierung auszusetzen, ist reine Barbarei. Niemand käme auf die Idee, aus Rindfleisch Tofu zu machen und das Ergebnis Rindfleisch zu nennen.
Daher bitte ich um Verständnis, wenn ich Postings zu alkoholfreien weinähnlichen Getränken ab sofort als off-topic einstufe.
Danke.

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