Rhoihesse pur

Rhoihesse pur Getränke und ihre Hersteller in Wort und Bild

Auch das ist Rheinhessen!
12/02/2025

Auch das ist Rheinhessen!

Schon die Nase lässt keine Missverständnisse aufkommen: Ein Süßmichel ist der Blanc de Noirs, ein Brut-Nature-Sekt aus d...
20/10/2024

Schon die Nase lässt keine Missverständnisse aufkommen: Ein Süßmichel ist der Blanc de Noirs, ein Brut-Nature-Sekt aus dem Weingut Singer-Fischer in Groß-Winternheim bei Ingelheim im Norden von Rheinhessen, schon mal nicht. Statt dessen drückr er seinem Konsumenten in spe schon beim ersten Beschnuppern eine ordentliche Ladung Hefe, Kräuterwürze und nassen Stein in den Riechkolben. Jeder Schaumwein hat halt eine hässliche und eine angenehme Seite. Der Sekt aus der „Fußstapfen“-Serie, die von Lena und Jan, den beiden Junioren des Hauses, verantwortet wird, steht nicht mehr im Webshop des Familienbetriebes. Dem gegenüber kann der Stoff aber mit einer anderen Eigenschaft punkten: Gewonnen aus Trauben des Lesejahres 2017 und nach langem Lotterleben auf der Feinhefe auf die Flasche entlassen (die genaue Zeitlänge habe ich angefragt), zeigt er langsam seine Trinkreife.
Die Schwebstoffe, die er von seinem Hefelager mitgenommen hat, gibt der Winzersekt ziemlich ungefiltert weiter. Ohne Dosage abgefüllt, krallt sich dieser Brut Nature der zupackenden Art mit ordentlichen Portionen Apfel, Limette, Schwarze Johannisbeere und anderen Früchten der saftig-kräftigen Art rasch und entscheidend auf den Geschmacksrezeptoren im Mundraum fest. Dass Süße dank des Dosage-Verzichts der Winzer weit weg liegt, arbeiten die Sektmacher hier mit klaren und konzentrierten Aromen. Dass diese „Fußstapfen“ mit einer ordentlichen Portion Säure vorwärts kommen, hilft dem Trinkvergnügen entscheidend weiter.
Inzwischen gehört auch ein Merlot Rosé und ein Pinot Blanc unfiltered zur Serie – und mit dem Pinot Madeleine seit Neuestem ein Schaumwein vom Frühburgunder. Mag auch der Kollege vom weiß gekelterten Spätburgunder inzwischen vom Markt verschwunden sein: Er macht mit seinem puren Charakter neugierig auf seiner drei „Kollegen“ aus anderen Rebsorten.

Das Wein- und Sektgut im Internet: www.singer-fischer.de

Nach den Querelen in der Pfalz: Rheinhessen sorgen für eine nicht geringe Sensation
15/09/2024

Nach den Querelen in der Pfalz: Rheinhessen sorgen für eine nicht geringe Sensation

Levin McKenzie aus Wackernheim ist Rheinhessens erster Weinkönig👑
Mit den Weinprinzessinnen Katja Klemmer aus Westhofen und Laura Schlösser aus Ingelheim werden alle ein Jahr Deutschlands größtes Weinanbaugebiet repräsentieren. Es warten auf alle spannende Termine 🤍
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH 🥂
Ihr möchtet wissen was auf unsere Weinbotschafterinnen in ihrem Amtsjahr wartet? Dann folgt ihnen auf Instagram 👉 rheinhessen.queenies
📸Torsten Zimmermann

Nierstein, zweiter BesuchEs ist warm bis heiß am Tag des zweiten Besuchs, und es soll an den kommenden Tagen noch heißer...
01/09/2024

Nierstein, zweiter Besuch

Es ist warm bis heiß am Tag des zweiten Besuchs, und es soll an den kommenden Tagen noch heißer werden. Ganz Nierstein wirkt wie ein Backofen – nicht ganz so krass wie im Kaiserstuhl, aber immerhin. Im Ortskern kuscheln sich die Häuser dicht an dicht, aber auf dem Plateau über der 8600-Einwohner-Gemeinde und an ihren weltberühmten Hängen wie Pettenthal, Hipping und Orbel heizt die Sonne den Kalkstein ganz gehörig auf. Die Rieslinge von hier saugen die Sonne und das Erdreich mit allem, was in ihm steckt, in sich auf. Satt sind sie, bisweilen kantig und eher mineralisch als fruchtige Gaumenschmeichler wie die Kollegen von der Mosel. Nachdem ich bei meiner ersten Nierstein-Visite die Betriebe von Lisa Bunn und Christine Huff (Weingut Fritz Ekkehard Huff) besucht hae, suche ich heute mal Steffi Huff (Georg Gustav Huff) und Sebastian Strub (Strub 1710) auf und heim. Beide Güter gehören übrigens zur „Maxime Herkunft Rheinhessen“.
Huff und Strub, der eine im Stadtteil Schwabsburg und der andere im alten Ortskern, strahlen von der Präsenz ihrer Gebäude her Schlichtheit und Zurückhaltung aus. Nichts, keine großen Schilder und auch keine bunte Reklame, schreit nach der Aufmerksamkeit der Passanten. Was nicht bedeutet, dass nicht immer wieder Besucher den Weg in die Vinothek finden. Ein jeder weiß, wo er wen findet, und das muss zusammen mit dem Namenszug an der Fassade und der gleichermaßen schlichten Aufschrift der „Maxime“ genügen. Nierstein braucht keine dick aufgetragene Reklame oder andere Formen von Publizität – es kennt die Seinen und die Seinen kennen es.
Wie aber ist er, der Wein aus Nierstein? Auf jeden Fall ist er sehr viel diverser als der Stoff von der Mosel, wiewohl der auch mit seinen Konsumenten viele schöne Sachen machen kann. Aber es gibt nicht nur auf dem Roten Hang und darum herum nicht nur Riesling. Und es gibt auch nicht nur Burgunder – wobei: Die roten Varietäten spielen auf den Listen der Güter, mal abgesehen von dem Betrieb von Lisa Bunn und Bastian Strebel, keine so große Rolle wie im Norden von Rheinhessen, in Ingelheim und im nahen Selztal. Es gibt so viel dazwischen und daneben.
Sebastian Strub und sein Gut „Strub 1710“ (Gesamtfläche: 15 Hektar) zum Beispiel produziert einen Grünen Veltliner, den er nicht erst vorgestern aus der Wachau eingeflogen hat, sondern der seit mehreren Generationen in seiner alteingesessenen Familie heimisch ist. Mögen auch die Bründelmayers, Pichlers, Jameks und Loimers auf ihren Rieden und in ihren Kellern noch differenziertere Gewächse zur Abfüllreife bringen: Der von Strub bringt viel Trinkvergnügen, zeigt das sortentypische würzige „Pfefferl“ und zugleich eine Frucht bar jeder Süße, die unter tätiger Mithilfe der Säure das sprichwörtliche Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.
Strub hält indes noch eine Rebsorte hoch in Ehren, die sehr viel typischer für die Region ist: Er versteht sich auf Silvaner, der in Rhoihesse vorzugsweise „Sylvaner“ geschrieben wird. In Strubs Version kommt diese Sorte, mal verglichen mit dem relativ zitrischen Stoff aus dem Weingut Beck (Stadecken-Elsheim) im Norden von Rheinhessen, ziemlich dicht an den bekannteren Verwandten aus Franken heran: Frucht kurz vor nicht vorhanden, dafür ein Mundgefühl wie von verflüssigtem Erdreich – da schaut jemand über den Rand der eigenen Heimat, ohne sich mit Kampf und Krampf eine Nähe zum anderen, fränggischn Stil herzustellen. Wenn es um den Silvaner/Sylvaner geht, bleiben Sebastian Strub und Kollegen selbstbewusst.
Rieslinge gibt es bei in dem Haus an der Oberdorfstraße natürlich auch, und das reichlich. Dass im Gegensatz zu vielen Niersteiner Anbietern „Rotwein kein Thema“ ist, erklärt der Herr des Hauses zu Beginn der Verkostungsrunde ziemlich deutlich. Also Grüner Veltliner, also Sylvaner, also vor allem Riesling. Die aus dem Hause Strub buchstabieren die vielen Möglichkeiten im trockenen Segment von A bis Z durch, sind auf Löss, Buntsandstein, Kalk und Rotliegendem gewachsen und reichen in ihren Aromen von einer Kargheit, dass es auf der Zunge staubt, bis hin zu kräuterigen Geschmacksnoten. Anders gesagt: Was ihnen die Natur auf relativ engem Raum bietet, das setzen die Strubs beim Riesling in eine ganze Bandbreite von schon in sich sehr vielschichtigen Weinen um. Dass sie sich auf feine Süße verstehen, macht die 23er Spätlese vom Paterberg deutlich. Nichts geht das in die Breite, was Sebastian Strub in der Tat wichtig ist: „Es muss nicht immer so dick sein.“
Damit der geneigte Kunde auf einen Blick genau weiß, was für einen Tropfen er vor sich hat, enthalten die Etiketten des Gutes ein unübersehbares Bildzeichen. Ein grünes Quadrat bedeutet zum Beispiel: Hier geht es trocken zu. Eine gelbe Zitrone ruft dem Betrachtet zu: Achtung, feinherb! Wer aber nach einem süffigen Kabinett oder einer Spätlese Ausschau hält, der muss nach einem orangeroten Ball Ausschau halten.
Wer in den Niersteiner Betrieben einkehrt, der wird irgendwann zwangsläufig im Ortsteil Schwabsburg landen. Die Bewohner der Kernstadt verbindet mit ihren Vettern und Cousinen im landeinwärts gelegenen Schwabsburg eine neckische Rivalität, die nicht wirklich eine ist. Lohnen tut sich die kurze Fahrt, vor allem (aber nicht nur), wenn das Gut auf den Namen Huff hört. Heute auf dem Plan: Der Betrieb heißt Gustav Georg, die Gastgeberin Steffi Huff. Hier geht es um Klassiker – will sagen: Riesling, Spät- und Frühburgunder kommen auf den Tisch im lichtvollen und mit viel hellem Holz eingerichteten, weiten Probierraum.
Riesling comes first: Auch diese Huffs (schließlich gibt es im Ort auch Christiane und Jeremy Huff mit ihrem Betrieb Fritz Ekkehard Huff) schöpfen aus dem Vollen, wenn es um diese weiße Rebsorte geht. „Basisnah, für alle da“ müsste das Motto beim Einstiegswein, dem 23er Riesling trocken lauten: Die duftige Nase macht neugierig; seine Säure kurbelt den Trinkfluss und damit den Nachdurst an. Aus dem gleichen Segment stammt der Riesling „Vom Löss“, ebenfalls ein 2023er. Kräuter und Stein im Aroma machen diesen Tropfen zu einer würzigen und vielschichtigen Angelegenheit. Und der Verkoster merkt: Selbst und gerade im niedrigpreisigeren Teil des Repertoires wird der Kunde nicht billig abgefertigt, sondern fernab aller geschmacklichen Plattitüden auf das eingestimmt, was im oberen Teil der Pyramide folgt.
Da schöpfen Steffi Huff und ihre Familie mit einer Anbaufläche von rund 30 Hektar aus dem Vollen: Pettenthal, Orbel, Hipping und andere prominente Lagen – alles da, alles fein. Besonders der 22er Hipping Alte Reben (angepflanzt 1984 und 1985) mit seiner konzentrierten Aromatik und der Rehbacher Steig Sommerseite (ein Gewann im Pettenthal) aus dem gleichen Jahrgang sind der Beachtung wert. Neben einem Ortssilvaner bieten die Winzer eine komplexe Vielfalt von weißen Burgundern an, darunter zwei Réserveweine vom Pinot Blanc und vom Pinot Gris. Das bedeutet nicht, dass es bei den einfacheren Qualitäten an Vielschichtigkeit fehlt - Niersteiner und Schwabsburger ehren auch die Kunden mit der kleinen Münze und nicht bloß Sterne-Restaurants und renommierte Fachgeschäfte. Trotzdem und sowieso: Qualität kostet halt, und das mit Recht.
Jedenfalls weiß ich auch bei G.G. Huff nicht so recht, wo ich mit den Wein-Beschreibungen und ähnlichen Informationen aufhören soll. Auch hier gibt es einen Ort-Silvaner, und der wurde nicht nur sach- und fachgerecht auf die Flasche gebracht, und das mit einer spürbaren Hingabe: Im Mund bietet der Huff-Silvaner jedenfalls eine klare mineralische Kante wie die Mitbewerber aus Franken. Wem dem gegenüber nach Fülle zumute ist, der ist mit dem 22er Niersteiner Weißen Burgunder gut bedient: Im Mund entfaltet er mehr als nur eine Ahnung von Frucht (u.a. Birne) und durchtränkt ziemlich nachhaltig die für den Geschmack relevanten Zonen am Gaumen.
Alles in allem wirkt jeder Besuch in Nierstein wie auch dieser (mein zweiter) wie eine Vorahnung des deutschen Wein-Südwestens, ja des Südens überhaupt. Burgunder spielen eine höhere Rolle als z.B. noch an der angrenzenden Nahe, und damit ein Spektrum an teilweise recht kräftigen Geschmacksnoten. So viele Einflüsse und Wirkungen durchmischen sich hier. Das macht den Besuch so spannend.
Kleiner Tipp noch: Kratzt Eure Groschen zusammen und kauft Euch ein paae Flaschen der Riesling Beerenauslese von den Huffs. Dieses Zeug hat Ewigkeitswert und ist jeden einzelnen Euro wert.

Niersteins Lagen und noch viel mehr: www.rheinhessen.de/weinlagen/l-niersteiner-gloeck
Die Winzer im Internet:www.weingut-huff.com und www.strub1710.de

Adresse

Am Hummertal 100
Nierstein
55283

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