Ostfriesentee

Ostfriesentee Eine Fanseite für alle Ostfriesentee- Trinker, egal welche Marke getrunken wird. Allerdings musste er importiert werden. Jahrhundert zurück. Im 20. Lebensjahr).

Wegen des herausragenden Stellenwertes, den Tee in Ostfriesland genießt, entwickelte sich im Lauf der Zeit eine Ostfriesische Teekultur. Die Teetied (Teezeit) oder auch die Ostfriesische Teezeremonie gilt als wichtiger Bestandteil ostfriesischer Geselligkeit. Die Ostfriesen hatten 2008 den weltweit größten Teeverbrauch pro Kopf, wenn man sie in einer Nationen-Rangfolge einreihte: Im Durchschnitt t

rank jeder Ostfriese in jenem Jahr rund 290 Liter Tee, das entsprach in etwa dem Zwölffachen des deutschen Durchschnittsverbrauchs. Ostfriesen trinken typischerweise Ostfriesentee, eine Mischung hauptsächlich aus Assam-Sorten, die einen sehr dunklen, kräftigen Tee ergibt. Vor der Einführung des Teetrinkens war im Lande gebrautes Bier das Hauptgetränk, doch der Tee konnte dieses über einen günstigeren Preis stark zurückdrängen. Darin lag auch der Grund für zeitweilige obrigkeitliche Bemühungen, den Teekonsum zu unterdrücken. Man hoffte, durch Förderung des Bierkonsums das Abfließen größerer Summen Geldes ins Ausland zu unterbinden. Allerdings blieben solche Bemühungen erfolglos. Die Anfänge Ostfriesischer Teekultur reichen in das frühe 17. Um 1610 brachten erstmals Schiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie Tee nach Europa. Schon bald darauf dürfte durch ostfriesische Schiffer, die auf niederländische Rechnung fuhren, erstmals Tee auch nach Ostfriesland gelangt sein, der dort aber zunächst nur als Medizin verabreicht wurde. Um 1720 herum existierte bereits ein umfangreicher Teehandel in Ostfriesland. Der Teegenuss verbreitete sich im späten 18. Jahrhundert – etwa zeitgleich mit der Verbreitung der Kartoffel als Grundnahrungsmittel – in ganz Ostfriesland. 1778 versuchte Friedrich II., den Ostfriesen das Teetrinken abzugewöhnen. So gab die Königlich Preußische Polizeidirektion in Aurich einen Erlass heraus, in dem es hieß, durch das Teetrinken würden Gelder und Steuereinnahmen verschwendet, dem Staat Schaden zugefügt. Es wurde vorgeschlagen, besser Zitronenmelisse oder eine Petersilien-Art zu trinken, anstelle des „Krautes“ aus China. Gefordert wurde auch, mehr Bier zu brauen, da die Zutaten doch im eigenen Land in ausreichender Menge angebaut würden. Auf das Gesetz reagierte man in Ostfriesland mit verstärktem Schmuggel, zivilem Ungehorsam und heimlichem Teetrinken. Die ostfriesischen Landstände verfassten am 11. Mai 1779 einen Brief, in dem sie erklärten: „Der Gebrauch von Tee und Kaffee ist hierzulande so allgemein und so tief eingewurzelt, dass die Natur des Menschen schon durch eine schöpferische Kraft müsste umgekehrt werden, wenn sie den Getränken auf einmal Gute Nacht sagen sollten.“ Nach zwei Jahren gab der König von Preußen frustriert sein Vorhaben auf und erlaubte seinen ostfriesischen Untertanen wieder den Genuss des „chinesischen Drachengiftes“. Während der Napoleonischen Kontinentalsperre (1806–1814) betrieben die Ostfriesen erneut ein umfangreiches Schmuggelwesen, um weiterhin die Versorgung mit Tee zu gewährleisten. Jahrhundert kam es in Ostfriesland im Zusammenhang mit den beiden Weltkriegen wieder zu „Teenotzeiten“. Im Laufe des ersten Weltkriegs wurde der ohnehin seit 1909 hoch besteuerte Tee immer knapper. 1917 waren die Engpässe am gravierendsten. Bis 1919 dominierten zudem überalterte oder sonstwie minderwertige Partien den Handel. Auch im Zweiten Weltkrieg erhielten die Ostfriesen aufgrund von Devisenknappheit zunächst 20 Gramm pro Monat je Erwachsenem (ab dem 35. Im Laufe des Krieges wurde die Ration erneut auf 30 Gramm erhöht, was den Ostfriesen wiederum als zu gering erschien. Die Tee-Monatsrationen erhielten die Ostfriesen auf Lebensmittelmarken. Auf den Marken stand „Teetrinker-Bezirk Weser-Ems“, was dem nationalsozialistischen Gau Weser-Ems entsprach. Die Ostfriesen behalfen sich zusätzlich mit „Teetabletten“ aus Aromastoffen und Zucker, waren aber bald zutiefst ungehalten über den Beinahe-Entzug ihres Lieblingsgetränks. Die Zuteilungen mussten daher drastisch aufgestockt werden. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg brach eine Periode des Hamsterns an. Ostfriesen fuhren in das Ruhrgebiet, um Bergarbeitern ihre Schwerstarbeiter-Teezulagen gegen Speck, Butter oder Eier abzutauschen. Nach Währungsreform und Staatsgründung dauerte es noch bis 1953, bis die Teesteuer auf ein erträgliches Maß gesenkt wurde und die Menschen in dem Landstrich sich wieder so viel Tee leisten konnten, wie sie wollten. Auch heute noch ist es in Ostfriesland üblich, einem Gast bei Ankunft eine Tasse Tee anzubieten. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Grund des Besuchs ein mehrtägiger Aufenthalt oder nur ein kurzer Botengang ist. Es ist die ostfriesische Art, den Gast willkommen zu heißen. Diese Tradition wird nicht nur von Einheimischen gepflegt, sondern auch oft von Zugezogenen angenommen. Die Teetied wird durchaus auch außerhalb Ostfrieslands zelebriert. Die Teezeremonie wird auch von vielen Exilostfriesen und Ostfriesland-Freunden gepflegt. Wesentlich für die Teetied ist der korrekt zubereitete Tee. Zuerst wird kochendes Wasser in die Teekanne gegeben und die Kanne damit ausgespült. Dies wärmt sie an. Als nächstes wird der abgemessene Ostfriesentee in die warme Kanne gegeben. Eine gebräuchliche Formel ist: ein Teelöffel Tee pro gedeckter Tasse und ein weiterer „für die Kanne“. Sodann wird die Kanne zur Hälfte mit dem nicht mehr ganz kochenden Wasser befüllt. Man lässt den Tee so mit geschlossenem Deckel etwa drei bis vier Minuten ziehen. Abschließend wird die Teekanne ganz gefüllt, und der Tee ist fertig. Der Tee kann jetzt durch ein Sieb in eine Servierkanne umgefüllt werden, um zu vermeiden, dass Teeblätter in die Tassen gelangen. Alternativ verbleibt der Tee in der bereits befüllten Kanne, in diesem Fall wird ein Handsieb oder ein im Kannenauslauf angebrachtes Sieb benutzt. Vor dem Eingießen legt man einen Kluntje, ein großes Stück braunen oder weißen Kandiszucker in die Tasse. Der Tee wird nun auf den Kluntje in die Teetassen gefüllt. Hierbei beginnt der Kluntje charakteristisch zu knistern. Anschließend gibt man mit einem Sahnelöffel (Rohmlepel) einen Tropfen Rahm oder Sahne („’n Wulkje Rohm“) hinzu. Für gewöhnlich wird die Sahne vorsichtig am Rand der Tasse eingebracht, so dass eine „Sahnewolke“ entstehen kann – eben „’n Wulkje“. Ursprünglich wurde Rahm (daher auch das plattdeutsche Wort „Rohm“) verwendet, der sich nach längerer Standzeit auf frisch gemolkener, unbehandelter Milch absetzte. Im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung, die auch vor der Landwirtschaft in Ostfriesland nicht Halt machte, verschwand diese Tradition jedoch mehr und mehr, und stattdessen wurde der Tee mit Sahne verfeinert. Der Tee wird traditionell ohne Umrühren getrunken, so dass erst das herbe Teearoma vom Tassenrand, dann der milchige Teegeschmack der Tassenmitte und zum Schluss die Süße des gezuckerten Tees auf dem Tassengrund geschmeckt werden. Dieses Verfahren rührt noch daher, dass man früher den teuren Kluntje möglichst lange, über mehrere Tassen Tee hinweg benutzen wollte. Das Umrühren hätte hierbei zur ungewollt schnellen Auflösung geführt. Gegen dieses Argument halten auch heutzutage noch Tee-Genießer dagegen, dass der Tee einerseits durch das Umrühren und den großen Kluntje zu viel Süße bekommt, andererseits die erwähnte „Schichtung“ der Geschmacksrichtungen verloren geht. Für jeden Teilnehmer an einer Teerunde sind drei Tassen ein Mindestmaß – wird vorher abgelehnt, gilt das als unhöflich bis beleidigend. Durch umgekehrtes Auflegen der Tasse auf die Untertasse oder indem man den Löffel in die Tasse legt, signalisiert man, dass kein weiteres Nachschenken gewünscht ist. Die Hauptteezeit ist der Nachmittagstee um etwa 15 Uhr. Zur ostfriesischen Teekultur gehört aber auch die kurze Teepause am Vormittag (Elführtje) um etwa 11 Uhr. In vielen Familien gibt es auch einen zusätzlichen abendlichen Tee um etwa 21 Uhr. Für neu eingetroffene Gäste wurde in der Vergangenheit auch außerhalb dieser festen Teezeiten als erstes eine Kanne Tee aufgesetzt, eine Tradition, die sich auch heute noch in vielen ostfriesischen Haushalten findet.

So Kinners, eeerst eben n fein' Koppke Tee!
28/10/2025

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❝ Tee ist eine Religion der Lebenskunst.❞ (Kakuzo Okakura)
30/06/2025

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Teeweltmeister!Da ist sie, unsere Urkunde. Sie ist im 𝕿𝖊𝖊𝖒𝖚𝖘𝖊𝖚𝖒 𝕹𝖔𝖗𝖉𝖊𝖓 zu bewundern.Die Einwohner von Ostfriesland trink...
20/01/2025

Teeweltmeister!
Da ist sie, unsere Urkunde.
Sie ist im 𝕿𝖊𝖊𝖒𝖚𝖘𝖊𝖚𝖒 𝕹𝖔𝖗𝖉𝖊𝖓 zu bewundern.

Die Einwohner von Ostfriesland trinken weltweit am meisten Tee, wie in der geografischen Mitte von Ostfriesland, in der Gemeinde Ihlow (D) am 25. August 2021 offiziell verbrieft und besiegelt wurde. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 300 Litern pro Jahr übertrumpfen die Ostfriesen sogar Libyer und Türken, die »lediglich« 287 bzw. 277 Liter des belebenden Getränks konsumieren.

Ostfriesland – die Betonung liegt auf der zweiten Silbe, liegt an der Küste der Nordsee und umfasst neben dem Festland auch einige Inseln. 468.919 Einwohner waren nach amtlicher Zählung am 31. Dezember 2020 in Ostfriesland gemeldet.

Rekordverdächtiger Teekonsum an der Nordseeküste
Eine Drei-Jahres-Mittelerhebung des »Annual Bulletin of Statistics 2020, ITC« (London, GB), »DeStatis« (Wiesbaden, D) und vom Deutschen Tee & Kräutertee Verband e.V. (Hamburg, D) hat ergeben, dass die Bewohner Ostfriesland nicht nur viel, sondern auch weltweit am meisten Tee trinken.

Demnach tranken im Dreijahres-Durchschnitt alle Ostfriesinnen und Ostfriesen zusammen 140,68 Mio. Liter Tee pro Jahr. Und so schaffte es die »ostfriesische Teekultur« bereits 2016 auf die nationale Liste des »immateriellen UNESCO-Kulturerbes«.

Auszeichnen und Tee trinken
Dass diese Teekultur damit auch offiziell rekordverdächtig ist, sollte am geographischen Mittelpunkt Ostfrieslands, im Ihlower Gemeindeteil Westerende-Holzloog (D) endgültig besiegelt und ausgezeichnet werden. Am 25. August 2021 kamen dazu Vertreterinnen und Vertreter ostfriesischer Institutionen zusammen, inklusive Rico Mecklenburg, dem Präsident der Ostfriesischen Landschaft sowie Bürgermeister Johann Börgmann. Natürlich ebenfalls vor Ort: Ein RID-Rekordrichter.
Es gab sogar 2 Urkunden. Eine auch Hochdeutsch und eine auf Plattdeutsch.

https://rekord-institut.org/und-was-ist-mit-tee/

Niehjorskokjes! Und n koppke Tee dotau.
31/12/2024

Niehjorskokjes! Und n koppke Tee dotau.

Der Jahreswechsel steht vor der Tür – Zeit für eine echte ostfriesische Tradition! 🍵✨ Mit unserem Rezept für Rullerkes, die knusprigen Neujahrskuchen, könnt ihr euch den Duft und Geschmack Ostfrieslands nach Hause holen. Perfekt für gemütliche Stunden mit einer Tasse Tee. Probiert es aus und überrascht eure Liebsten zu Neujahr! 🧇❤️

„Ostfriesische Gemütlichkeit hält stets ein Tässchen Tee bereit“. Das bedeutet: bis zu vier Teetieds (Teezeiten) sind am...
30/12/2024

„Ostfriesische Gemütlichkeit hält stets ein Tässchen Tee bereit“.
Das bedeutet: bis zu vier Teetieds (Teezeiten) sind am Tag durchaus üblich; Am frühen Morgen zum wachwerden, dann gegen 11 Uhr („Elführtje“), eine am Nachmittag und die letzte noch einmal am Abend.
Tee geit ümmer!

©Bild von Teenase Karin Hensmann https://www.instagram.com/ostfriesenkind_karin/

Das Zitat "Wo Tee ist, ist Hoffnung" von Arthur Wing Pinero symbolisiert auch, wie Rituale uns helfen können, durch schw...
23/09/2024

Das Zitat "Wo Tee ist, ist Hoffnung" von Arthur Wing Pinero symbolisiert auch, wie Rituale uns helfen können, durch schwierige Zeiten zu navigieren.
Also: fein Tee upsetten!

Kiek an...
28/08/2024

Kiek an...

Die britische BBC hat einen längeren Bericht über die ostriesische Teezeremonie gebracht.Die Briten waren sehr erstaunt,...
04/08/2024

Die britische BBC hat einen längeren Bericht über die ostriesische Teezeremonie gebracht.
Die Briten waren sehr erstaunt, als sie hörten das wir Ostfriesen SO viel Tee trinken.

The world's most prolific tea drinkers are not in the UK or in Ireland, but in a little-known German region that has developed a unique and fascinating tradition.

Zeigt uns Eure Teekannen/Wies mi Din Trekkpott!!! Edelstahl, Porellan, Glas, doppelwandig, einwandig mit Stövchen, was d...
30/07/2024

Zeigt uns Eure Teekannen/Wies mi Din Trekkpott!!!
Edelstahl, Porellan, Glas, doppelwandig, einwandig mit Stövchen, was darfs bei Euch sein?

Da hat die Deutsche Botschaft in London erstmal einen rausgehauen! Ist aber wahr, wir Ostfriesen trinken mehr Tee als di...
26/05/2024

Da hat die Deutsche Botschaft in London erstmal einen rausgehauen! Ist aber wahr, wir Ostfriesen trinken mehr Tee als die Briten!

People in East Frisia on 🇩🇪's North Sea coast drink more tea per capita than anyone in the world. Tea time is a ritual in Ostfriesland and it's considered rude to drink anything less than 3 cups. East Frisian cuppa recipe: sugar, tea, cream, no stirring!

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