09/07/2026
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Vorstellung des Verbandes „feinstbrenner® - Verband handwerklicher Destillerien e.V.“ und Zusammenarbeit mit den Brenner-Verbänden für die Zukunft handwerklicher Brennkunst
Sehr geehrte Damen und Herren!
Sehr geehrte Vorsitzende der Brenner-Verbände!
Ich denke, im Wandel der Zeit und damit verbunden dem stetigen Wandel der Spirituosenverordnung ist es überfällig, dass auch Bewegung in die Vermarktung handwerklich hergestellter Destillate kommt. Einen sehr wichtigen Schritt hat der Bundesverband unter seinem früheren Vorsitzenden Gerald Erdrich gemacht. Er hat „handwerkliche Brennkunst“ bei der UNESCO als immaterielles Kulturerbe beantragt und es wurde genehmigt bzw. eingetragen. Solch einen Meilenstein gesetzt zu haben, verdient höchste Anerkennung für die Arbeit des Bundesverbandes der Deutschen Klein- und Obstbrenner e.V. (BdKO).
Aus meiner Sicht hat der BdKO ein neues Terrain betreten, nämlich die Interessenvertretung handwerklicher Brennkunst gegenüber den Konsumenten. Bisher habe ich die Arbeit des BdKO so verstanden, dass er und die dazugehörenden regionalen Brennerverbände Bindeglied und Sprachrohr der Brenner gegenüber den jeweiligen Regierenden in der Bundesregierung und dem Europaparlament sind.
Im Folgenden werde ich Ihnen nun erläutern, was ich/wir für nötig erachten, um das neue Terrain „Interessenvertretung und Verbraucheraufklärung” zu festigen und dem eine Zukunft zu geben.
Darstellung und Aufklärung der Produktqualität handwerklich hergestellter Brennkunst.
Erste Schritte in diese Richtung haben in den neunziger Jahren Gruppierungen wie „Rosenhut“, „Aqua Ardens“, „Eifel brennt“, sodann „Kunst und Genuss rund ums Walberla“, „Brennerweg Wartmannsroth“, die Destillen im Bachgau, „Der Kahlgrund brennt“ unternommen. Österreich war uns mit der „Quinta essentia“ sogar noch ein Stück voraus.
Ein gemeinsames Ziel ist immer eine klar definierte Qualität, Einhaltung von Reinheitsgeboten bis hin zum Ausschluss der Destillat-Aufzuckerung – je nach Vereinigung oder Verein. Aus meiner Sicht ist die Zeit jetzt überfällig, um aktive Verbraucheraufklärung in Sachen Destillat-Reinheitsgebot zu betreiben. Nur so kann aus meiner Sicht dem erreichten Ziel „immaterielles Kulturerbe handwerklicher Brennkunst“ eine aktive Zukunftsperspektive eröffnet werden.
Bei meinem Besuch verschiedener Symposien, Weiterbildungen der staatlichen Lehranstalten, der Lebensmittelämter und Austausch mit den zuständigen Referenten in der Regierung war und ist es immer mein Anliegen, darauf hinzuweisen und auch zu erfragen, ob solch eine wirksam betriebene Verbraucheraufklärung mit Unterstützung von seiten der Ansprechpartner erfolgen kann. Leider wurde ich nur an die Verbraucherzentrale verwiesen. Doch dort wird keine Aufklärung darüber betrieben, worin die Unterschiede zwischen Brand, Geist, Likör und Spirituose bestehen. Der Oberbegriff „Spirituose“ mäht alle wichtigen Unterschiede nieder und lässt den Verbraucher hilflos zurück.
In einem Brandbrief habe ich alle Verkostungsorganisationen angeschrieben, inwieweit sie bereit wären, eine gesonderte Verkostung für handwerklich gemachte, ungesüßte und nicht aromatisierte Destillate separat auszuloben.
Das Ergebnis: Ausschließlich „Bayern Brand“ und die Fränkische Prämierung lassen keine gesüßten Destillate zu. Das „Falstaff“-Magazin war bereit, eine solche Prämierungsform zusätzlich aufzulegen.
Was kann man tun – was will ich, was wollen wir tun?
Es war an der Zeit, einen Verband zu schaffen, der sich ein verantwortungsvolles Marketing in Sachen Verbraucheraufklärung auf die Fahnen schreibt. In einer ständig wandelnden Zeit ist es umso wichtiger, die Tradition, die Handwerkskunst in unserem ländlichen Raum hervorzuheben und Verbrauchern näherzubringen. Ich habe im letzten halben Jahr mit vielen, sehr namhaften Produzenten als auch Genussmenschen über das Thema gesprochen. Ich war entsetzt darüber, dass es der Mehrheit der Verbraucher nicht klar ist, dass Bränden mittlerweile Zucker zugesetzt werden darf und dass es bei Spirituosen eine große Spannbreite an Aromatisierungs- und Färbungsmöglichkeiten gibt. Deshalb erscheint es mir umso wichtiger:
Verbraucheraufklärung ist das A und O.
Hierfür bedarf es eines entsprechenden Reinheitsgebotes. Bei Rücksprache mit Brennern bundesweit und darüber hinaus, wurde mein/unser Anliegen als überfällig angesehen. Nur so kann dem Destillat ein verantwortungsvoller Platz vor dem Hintergrund einer nivellierenden Alkohol- /Alkoholmissbrauchs-Diskussion zugewiesen werden.
Wie kann das erfolgen?
Wir schreiben eine labortechnische Untersuchung und eine entsprechende sensorische Bewertung der Destillate unserer Mitgliedsbetriebe vor. Nach innen erfolgt diese Untersuchung in Form von regelmäßigen Kontrollen (Audits) der Mitgliedsbetriebe. Nach außen schaffen wir eine zusätzliche Vertrauensbasis für den Verbraucher in Form einer Prämierung, die zusammen mit dem „Falstaff”-Magazin durchgeführt wird. Das heißt: Wenn das „feinstbrenner® – Logo auf einer Flasche ist, dann handelt es sich um ein handwerklich gemachtes Produkt nach den Reinheitsregularien des Verbandes.
Wie kann das nach außen getragen werden?
Die Öffentlichkeitsarbeit in zeitgemäßer Form ist hierbei ein ganz wichtiger Aspekt, also analog und digital. Diese Öffentlichkeitsarbeit ist Hauptaufgabe des Verbandes.
Mein Anliegen an die Verbände.
Da mir eine gute Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden am Herzen liegt, um gemeinsam mit Ihnen dem Destillat, der Brenner-Handwerkskunst im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus eine zukunftsträchtige Plattform zu geben, würde ich mich sehr über eine gemeinsame Linie freuen. Wir sind gerne zu einem Treffen mit Ihnen bereit, damit wir unseren Verband und seine Ziele vorstellen und Möglichkeiten einer konstruktiven Zusammenarbeit erörtern. Bei dieser Gelegenheit stellen wir Ihnen auch gerne unsere Verbandssatzung vor.
Am 17. Januar 2026 haben sich 17 Brenner und Unterstützer aus Deutschland zusammengefunden, um einen neuen, europaweit ausgerichteten Verband zu gründen.
Er trägt den Namen: „feinstbrenner® - Verband handwerklicher Destillerien e.V.“
Die Vorstandschaft setzt sich wie folgt zusammen:
Arno Josef Dirker (Präsident), Gerrit Holzhueter (1. Vizepräsident), Andreas Franzl (2. Vizepräsident) und Laura Maria Simon (Schatzmeisterin).
Mit genussreichen Grüßen, im Namen der gesamten Vorstandschaft
Arno J. Dirker
Präsident