Weingut Steffens-Keß

Weingut Steffens-Keß bioriesling.de Für die Erzeugung unserer Weine nutzten wir die einzigartigen Bedingungen unserer Standorte.

Weingut Steffens-Keß
Harald Steffens und Marita Keß
Moselstr. 63
56861 Reil/Mosel
Tel.: +49 (06542) 1246
Fax: +49 (06542) 1353

Kontakt per eMail: [email protected]

Verantwortlich für den Inhalt
Harald Steffens
Moselstr. 63
56861 Reil

Das Weingut Steffens-Keß liegt in der kleinen Ortschaft Reil, im Herzen des Moselgebietes. Schon seit 1982 erzeugen wir Weißweine nach ökologischen Gesichts

punkten und unter Kontrolle des Ecovin-Verbandes, zu dessen Gründungsmitgliedern wir zählen. Die Weinberge befinden sich in südorientierten Steillagen der Mosel, die von Schieferböden geprägt sind. Wir produziern ausschließlich trockene Weißweine, vor allem Riesling und Elbling. Wir werden vom Gault Millau, dem Eichelmann Weinführer und vom Feinschmecker zu den besten Weingüern Deutschlands gezählt. Als ökologisch wirtschaftender Betrieb wird besonderes Augenmerk auf Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt und ein intaktes Ökosystem in den Weinbergen gelegt – nicht zuletzt, um gesunde und widerstandsfähige Reben zu erhalten. Die Weine werden in Eichenholzfässern gelagert, in denen sie zu fruchtigen, bekömmlichen Weinen heranreifen. Rießling-Weinessig, Riesling-Balsamessig und Sekt runden das Sortiment ab.

WetterwechselEndlich ist der Wetterwechsel da! Satte 10 Grad weniger als gestern zur gleichen Zeit. Zumindest bei den Te...
17/08/2026

Wetterwechsel

Endlich ist der Wetterwechsel da! Satte 10 Grad weniger als gestern zur gleichen Zeit. Zumindest bei den Temperaturen nähern wir uns wieder der Normalität. Heute Morgen gab es auch schon etwas Regen, weiterer ist gemeldet. Viel dürfte allerdings nicht zusammenkommen – vermutlich kaum mehr, als nötig ist, um den Staub auf der Straße zu binden.

Für die Weinberge bedeutet die Abkühlung trotzdem eine gewisse Entspannung. Durch die niedrigeren Temperaturen wird die Verdunstung des ohnehin kaum noch vorhandenen Wassers deutlich verringert.

Die Rieslingreben sehen teilweise sehr leidend aus. Wassermangel und die hohe Strahlungsbelastung haben vor allem auf der Sonnenseite der Rebzeilen zu Blattaufhellungen und Vergilbungen geführt. Je weniger Wasser der Rebe zur Verfügung steht, desto heller wird das Laub und desto stärker die Vergilbungen.

Die sehr hohen Temperaturen und die enorme Strahlungsintensität der vergangenen Tage haben außerdem an einigen Trauben zu Sonnenbrandschäden geführt.

Für die es gerne wissenschaftlicher haben möchten, ein Zitat von Dr. Edgar Müller (Weinbauberatung) zu diesem Thema:

"Die trockene Luft "saugt" regelrecht das Wasser aus der Pflanze. Diese schließt zwar die Spaltöffnungen um die stomatäre Verdunstung zu minimieren, aber die cutikuläre Verdunstung (auf Beeren jetzt ohnehin dominierend) geht weiter. Wir können nach der Hitzewelle... zwar von einer gewissen "Abhärtung" im Sinne von dickerer Kutikula ausgehen, aber die wachsartige Substanz ändert bei extremen Temperaturen ihre Konsistenz und wird durchlässiger. Das Problem ist dann, dass die Saugspannung im Leitbahnsystem extreme Werte erreicht. Es kommt zu Kavitationseffekten und dem Abreißen von Wasserfäden. Damit kollabiert dann auch die Wasserkühlung und die Beerentemperaturen schießen nach oben. Es bilden sich Sauerstoffradikale, die zu einer Schädigung von Eiweißstrukturen beitragen. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass die Wasseraufnahme aus dem Boden aus dem Boden aus verständlichen Gründen erschwert ist und nur noch mit hoher Saugspannung erfolgen kann. Die UV-Strahlung spielt zusätzlich eine Rolle."

Seltsamerweise gibt es bei uns immer noch zwei Stellen in den Weinbergen, an denen am Mauerfuß noch Wasser aus dem Fels läuft.

Auch die Auswirkungen der Waldbrände im Hürtgenwald und im Hohen Venn sind seit einigen Tagen bei uns deutlich zu spüren. Teilweise lag starker Brandgeruch über dem Moseltal, dazu Qualm und eine merkliche Trübung der Luft. Und das, obwohl die Brandherde rund 90 Kilometer Luftlinie von uns entfernt sind.

Während die Mosel aufgrund der Staustufen noch gut gefüllt ist und sich mittlerweile als quasi stehendes Gewässer durch Blaualgen grünlich verfärbt hat,

sieht der Rhein zurzeit ziemlich mickrig aus. Das Bacharacher Werth, eine Insel im Rhein, ist mittlerweile sogar zu Fuß erreichbar. Auf der Insel wird übrigens auch Weinbau betrieben – die dortigen Weinberge liegen normalerweise mitten im Rhein und sind nur mit dem Boot zu erreichen.

Der Schiffsverkehr auf dem Rhein ist aufgrund des niedrigen Wasserstands inzwischen eingestellt. In der Mosel wäre zwar noch genügend Wasser für die Schifffahrt vorhanden, doch vom Rhein her gibt es kein Durchkommen mehr zur Mosel. Damit ist auch der Schiffsverkehr auf der Mosel weitgehend zum Erliegen gekommen. Unterwegs sind lediglich noch die kleinen Ausflugsdampfer und die Hotelschiffe, die bereits auf der Mosel „gefangen“ sind und nicht mehr in den Rhein fahren können.

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Zum dritten Mal in diesem Jahr erleben wir eine Hitzewelle mit Temperaturen von über 30 °C. Die Auswirkungen auf die Wei...
30/07/2026

Zum dritten Mal in diesem Jahr erleben wir eine Hitzewelle mit Temperaturen von über 30 °C. Die Auswirkungen auf die Weinberge werden immer deutlicher. Der bislang im Juli gefallene Regen ist nahezu wirkungslos verdunstet, und die Weinbergsbegrünungen sind weiterhin vollständig vertrocknet.

Die extreme Verdunstung bei dieser Hitze und der kräftigen Luftbewegung ist enorm. In manchen Weinbergen gelingt es den Wurzeln der Rebstöcke nicht mehr, ausreichend Wasser aus dem Boden zu den Blättern zu transportieren. Erste Welkeerscheinungen werden sichtbar.

Das Wachstum der Reben ist inzwischen größtenteils zum Stillstand gekommen. Gerade aufgerichtete Triebspitzen zeigen den Wachstumsstopp an. An einigen Reben sind die Triebspitzen bereits vertrocknet – Trockenstress in seiner deutlichsten Form.

Die Folgen zeigen sich auch an den Trauben von Rebstöcken, die schon länger unter Wassermangel leiden. Die Trauben bleiben kleinbeerig, die unteren Blätter sind bereits abgefallen und die Beeren verfärben sich leicht grünlich-blau. Dies sind Anzeichen dafür, dass die Rebe vermehrt Bitterstoffe in die Beeren einlagert. Damit schützt sie ihre Nachkommen – die Beerenkerne – vor den Folgen der Trockenheit und sichert so ihr Überleben. Für den Winzer sind das keine guten Aussichten. Dünne, Aromalose und bittere Weine sind die Folge. Bei der Weinlese werden wir deshalb besonders sorgfältig sortieren und verwerfen müssen.

Ein lang anhaltender Landregen wird gesucht. Und bitte in flüssiger Form! Die ersten Hagelunwetter, z.B. in Würtemberg und der Pfalz haben schon etliche Weinberge geschädigt, bzw. zu Totalschäden geführt. Auch in Italien, in der Region um Ascoli Piceno in den Marken, gingen riesige Hagelkörner nieder, die Weinberge und Olivenhaine massiv beschädigten.

Für die Statistik: Im Juni hatten wir 43 Liter Regen, demgegenüber 127 Liter Verdunstung. Im Juli 26 Liter und 129 Liter Verdunstung. Die fehlenden 187 Liter müssten im Idealfall aus den Bodenwasservorräten stammen – doch diese sind inzwischen weitgehend aufgebraucht.

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Die Bodenwasservorräte sind knapp – sehr knapp. Es wird höchste Zeit, dass es regnet. Die zunehmende Trockenheit entwick...
12/07/2026

Die Bodenwasservorräte sind knapp – sehr knapp. Es wird höchste Zeit, dass es regnet. Die zunehmende Trockenheit entwickelt sich durch den Klimawandel immer mehr zu einer großen Herausforderung im Weinbau. Die Begrünungen sind nahezu vollständig vertrocknet. Nur die Reben selbst präsentieren sich größtenteils noch in einem erstaunlich satten Grün.

In den meisten Weinbergen sind die Triebspitzen der Rieslingreben noch leicht gebogen – ein Zeichen dafür, dass die Reben trotz der widrigen Bedingungen vital sind und weiter wachsen wollen. Allerdings ist dieses Wachstum nur noch sehr gering. Die Dürre ist inzwischen ausgeprägt.

Die Weinrebe gilt traditionell als eine Kulturpflanze, die Trockenheit vergleichsweise gut verträgt. Diese Fähigkeit verdankt sie ihrem tief reichenden und weit verzweigten Wurzelsystem, mit dem sie Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen kann. Hinzu kommt, dass ihr Wasserbedarf im Vergleich zu vielen anderen Kulturpflanzen vergleichsweise gering ist.

Doch auch die Widerstandskraft der Rebe hat ihre Grenzen. Vor allem bei jüngeren Reben oder an Standorten mit flach anstehendem Fels treten zunehmend Blattvergilbungen auf. Dort setzen Wassermangel, Extremhitze und intensive Sonneneinstrahlung den Rieslingreben erheblich zu. Erste Blattvergilbungen sind zu sehen.

Um die geschwächten Pflanzen zu entlasten, schneiden wir in solchen Anlagen die Fruchtruten mitsamt den Trauben ab. Das schmerzt die Seele eines Winzers. Doch bevor die Reben dauerhaften Schaden nehmen, ist dieser Schritt die verantwortungsvollste Entscheidung.

Hinzu gesellen sich noch phytotoxische Reaktionen an ebendiesen Reben, die durch unsere Pflanzenstärkungsmittel hervorgerufen wurden. Bei den außergewöhnlich hohen Temperaturen von bis zu 40 Grad waren solche Reaktionen leider kaum zu vermeiden.
Bislang ist die jetzige Trockenheit für uns noch nicht wirklich besorgniserregend. 2022 war es deutlich dramatischer. Ein Blick auf die langfristige Wettervorhersage stimmt jedoch wenig optimistisch: Regen oder nennenswerter Niederschlag sind derzeit nicht in Sicht.

An diese Möglichkeit hatte ich ebenfalls schon gedacht. Vor einigen Jahren hat sie bereits einmal funktioniert. Ich werde Kontakt zu Hanneke aufnehmen...

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Die Hitzewelle mit neuen Temperaturrekorden von bis zu 40 °C ist nach rund zwölf Tagen beendet. Die Weinberge haben die ...
29/06/2026

Die Hitzewelle mit neuen Temperaturrekorden von bis zu 40 °C ist nach rund zwölf Tagen beendet. Die Weinberge haben die hohen Temperaturen nahezu problemlos überstanden. Das verfügbare Wasser im Boden wurde von den Reben fast vollständig ausgeschöpft. Trockenstresssymptome traten nur bei vereinzelten Reben auf. Auch UV-Strahlungsschäden waren vereinzelt zu beobachten, sind jedoch unbedeutend.

Arbeiten im Weinberg war nur in den frühen Morgenstunden möglich. Hinzu kamen tropische Nächte, und bereits morgens um 10 Uhr wurde die 30-Grad-Marke überschritten.

In der vergangenen Nacht gab es endlich erfrischenden Regen. Gott sei Dank nicht in der unerwünschten Form eines Gewitters mit Starkregen und Hagel, sondern als kräftigem Landregen mit knapp 20 Litern pro Quadratmeter. Damit konnte ein Teil der Verdunstungsverluste während der Hitzewelle ausgeglichen werden.

Der Klimawandel wird immer deutlicher spürbar. In diesem Jahr bereits die zweite Hitzewelle – und das ungewöhnlich früh. Die Temperaturen erreichten Werte, wie sie hier bislang noch nicht gemessen wurden.

Guido Cioni, ein Wetter und Datenspezialist hat zur Veranschaulichung dieser Entwicklung eine Website erstellt, damit Sie die Temperaturentwicklung auch für Ihren eigenen Standort nachvollziehen können.

Beispielhaft für meinen Standort Reil die Temperaturkurve von 1980. Wichtig: Dargestellt sind die Tageshöchsttemperaturen!

Nun die bisherige Temperaturkurve des Jahres 2026. Beachten Sie dabei, dass es sich – im Unterschied zur Temperaturkurve von 1980 – um Tagesdurchschnittstemperaturen handelt.

Welch eine Entwicklung in den letzten Jahrzehnten. Mittlerweile Tagesdurchschnittstemperaturen, die höher sind wie die Tageshöchsttemperaturen vor 46 Jahren!

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Die zweite Hitzewelle dieses Jahres hat das Land fest im Griff. An reguläres Arbeiten ist kaum zu denken. Bei Temperatur...
22/06/2026

Die zweite Hitzewelle dieses Jahres hat das Land fest im Griff. An reguläres Arbeiten ist kaum zu denken. Bei Temperaturen weit jenseits der Dreißig-Grad-Marke helfen weder Kühlbekleidung für den Menschen noch zusätzliche Ölkühler für die Hydraulik des Kettenschleppers.

Solche lang anhaltenden Hitzephasen mit tropischen Nächten und extremen Tagestemperaturen treten immer häufiger auf. Der Klimawandel ist damit auch im Weinberg längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr, sondern prägt zunehmend den Arbeitsalltag. Arbeitsabläufe und Bewirtschaftung müssen immer stärker an die neuen klimatischen Bedingungen angepasst werden.

Nach den subtropischen Nächten bleibt am frühen Morgen nur ein kurzes Zeitfenster für die Arbeit im Weinberg. Schon lange vor der Mittagsstunde sind Mensch und Maschine von der Hitze weich gekocht. Der Mensch kann kaum so schnell trinken, wie er die Flüssigkeit wieder ausschwitzt. Das Hydrauliköl des Kettenschleppers erreicht trotz zusätzlichem Ölkühler kritische Temperaturen, die Leistung der Maschine bricht spürbar ein.

Das Entlauben der Traubenzone zur Vorbeugung von Sonnenbrandschäden und zum Abhärten der Beerenhaut gegen frühzeitige Fäulnis wird wohl noch einige Vormittage in Anspruch nehmen.

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Die erste Runde der Laubarbeiten – also das Einschlaufen der Rebtriebe in den Drahtrahmen – wurde letzte Woche abgeschlo...
10/06/2026

Die erste Runde der Laubarbeiten – also das Einschlaufen der Rebtriebe in den Drahtrahmen – wurde letzte Woche abgeschlossen. Damit der zweite Durchgang arbeitstechnisch optimierter ablaufen kann, gab es zunächst eine theoretische Unterweisung meiner Nachfolger. Ziel war es, sowohl die Arbeitsqualität als auch die Arbeitsgeschwindigkeit bei diesem Arbeitsschritt weiter zu verbessern. Für die Winzer, die hier mitlesen: Wir arbeiten mit zwei Wanderdrahtpaaren.

Zunächst wurde beobachtet, wie ich diese Arbeit ausführe. Anschließend wurden unter meiner Aufsicht einige Rebzeilen geheftet. Schlussendlich stand ich – ganz wie ein Schlipsbauer – am oberen Wegrand, schaute zu und freute mich darüber, dass die Wissensvermittlung erfolgreich war.

Apropos Schlipsbauer: Im Maifeld und den angrenzenden Regionen von Eifel und Mosel ist dies die regionaltypische Bezeichnung für einen wohlhabenden beziehungsweise großen Bauern. Der Begriff geht historisch darauf zurück, dass die Großbauern auf dem fruchtbaren Maifeld mit seinen Lössböden so wohlhabend waren, dass sie die körperliche Arbeit auf dem Feld nicht mehr selbst verrichten mussten. Stattdessen ließen sie andere für sich arbeiten und konnten es sich leisten, ihren Hof im „guten Sonntagsstaat“ – also mit Schlips und Kragen – zu verwalten.

Das mittlerweile kühlere Sommerwetter hat das Rebwachstum etwas ausgebremst und diese Arbeit kann etwas gemütlicher vonstattengehen. Auch das Ende der Rebblüte wird sich etwas verzögern.

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So, nun im Schnelldurchgang in Kürze die aktuellen Entwicklungen im Weinberg und in der Natur, damit dieser Weinblog nac...
01/06/2026

So, nun im Schnelldurchgang in Kürze die aktuellen Entwicklungen im Weinberg und in der Natur, damit dieser Weinblog nach dem Domainwechsel wieder an Fahrt gewinnt.

Nach einem trocken und teilweise vorwiegend kühlem Frühjahr ergrünten die Reben um den letzten Monatswechsel.

Auch Zeit, um den Umgang mit dem Kettenschlepper beim Mähen zu üben. Im „flacheren“ Weinberg angefangen, dann langsam die Steigerung in steilere Weinberge. Wissensvermittlung an meine Tochter Sophie. Mit dem Mulchgerät zu fahren ist etwas anspruchsvoller, als bei der Weinernte die Trauben aus dem Weinberg transportieren. Dennoch klappte alles sehr gut. Mit etwas weiterer Übung kann ich mich künftig auf die Rolle des Beobachters zurückziehen.

Der Mitte Mai einsetzende Regen füllte die Bodenwasservorräte wieder gut auf, und erste Sorgen wegen möglicher Trockenheit waren schnell verflogen.

Die für einen Mai ungewöhnlich hohen Temperaturen von zeitweise über 30 Grad ließen das Rebwachstum förmlich explodieren. Innerhalb weniger Tage kam es zu einem enormen Längenzuwachs der Triebe. Bereits in der vergangenen Woche wurde zögerlich mit dem Einschlaufen der Rebtriebe in den Drahtrahmen begonnen. Nun ist jedoch Eile geboten, damit diese Arbeit rechtzeitig abgeschlossen werden kann.

Außergewöhnlich früh beginnt in diesem Jahr auch die Rebblüte – ein weiteres Zeichen des Klimawandels. Im Vergleich zum langjährigen Mittel liegt der Blühbeginn etwa 20 Tage früher.

Auf dem Bild sind die Details gut zu erkennen: Sobald das Blütenkäppchen abgeworfen wird, erscheinen Fruchtknoten, Narbe und Staubgefäße. Kurz darauf erfolgt bereits die Bestäubung. Die für die kommenden Tage vorhergesagten gemäßigten Temperaturen dürften zu einem guten Bestäubungsergebnis beitragen.

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Neustart & DurchstartenDer Neustart des Lebens nach der Betriebsübergabe an meine Nachfolger vom Weingut von Vielen ist ...
17/05/2026

Neustart & Durchstarten

Der Neustart des Lebens nach der Betriebsübergabe an meine Nachfolger vom Weingut von Vielen ist gelungen. Mittlerweile beim dritten Lebensabschnitt angekommen läuft das Leben stressfreier als in den Jahrzehnten der Selbstständigkeit vorher. Ohne Wecker morgens aufstehen und von unserer neuen Behausung aus die Landschaft genießen. Der Weitblick bis zur nächsten Moselschleife, Sonnenaufgänge und -untergänge oder Blick auf die Spiegelung der Bäume am Moselufer auf die Mosel (weitere Bilder folgen).

Wie ich hier schon früher geschrieben habe, hatten wir bereits vor Jahren versucht, unser Weingut zu verkaufen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit der vermittelnden Agentur war das Loslassen vom eigenen Weingut. Die Rolle des Beobachters einzunehmen fällt zwar manchmal schwer, ist bei einer Betriebsübergabe aber enorm wichtig. Damit wird das größte Konfliktpotenzial schon einmal deutlich reduziert.

Natürlich gebe ich weiterhin meinen „Senf“ zum Geschehen im Weingut dazu. Ob dieser berücksichtigt wird oder nicht, muss mir letztlich egal sein. Meine Beratung ist jedoch meistens erwünscht, damit ich meine über viele Jahre erworbene Sachkompetenz zum Nutzen des neuen Weinguts weitergeben kann. Daneben spiele ich den Knecht im Weinberg und Keller, bin jederzeit abrufbar, behalte grob den Überblick und vermittle weiterhin das Handwerk des Winzers und Kellermeisters.

Das Formelle der Betriebsübertragung ging erstaunlich schnell vonstatten. Bei Landwirtschaftskammer, Agrarverwaltung und Ökokontrolle reichten einige Telefonate, Unterlagen und Unterschriften aus. Auch die Neuanmeldungen und Registrierungen bei Finanzamt und Zoll verliefen problemlos. Selbst die Änderungen der Mitgliedschaften bei Berufsverbänden waren unkompliziert.

Die kleineren Dinge bereiteten dagegen die größten Schwierigkeiten. Teilweise wurde schlicht verweigert, die neuen Inhaber in bestehende Verträge aufzunehmen. Also blieb nur die Kündigung meinerseits und der anschließende Neuabschluss der Verträge. Das war teilweise reiner Irrsinn.

Der Höhepunkt war unser verschlafener Versicherungsvertreter – ein absolutes Desaster. Erst mit massivem Druck über die Versicherungsgesellschaft und die übergeordnete Generalagentur kam es zu den gewünschten Vertragsänderungen. Immerhin ergaben sich dadurch neue Tarife und letztlich sogar eine beträchtliche Ersparnis.

Auch hier ich werde wieder durchstarten. Dieser Blog hat seine Wurzeln im Jahr 2003. Gestartet unter dem Namen „Die Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß“ war er ursprünglich als Informationsportal für Kunden und Freunde gedacht – mit vielen Einblicken in den Alltag des Winzers. Im Laufe der Jahre wurde daraus der meistgelesene Winzerblog in deutscher Sprache.

Unsere Nachfolger möchten/können/wollen/…/…/…/ dieses Online-Tagebuch nicht weiterführen. Da mir das Schreiben und Fotografieren weiterhin große Freude bereitet und die Blogeinträge der vergangenen 23 Jahre nicht im Nirwana des Internets verschwinden sollen, werde ich den Blog fortführen.

Nach einer kurzen Pause bin ich ab heute in einer neuen Rolle unterwegs: vom Weingutsbesitzer zum „Weinbergsknecht“ bei unseren Nachfolgern. Vielleicht mit einer etwas anderen Sichtweise – aber es geht weiter.

Die Internetadresse hat sich inzwischen in bioriesling.de geändert. Aus den „Bildergeschichten des Weinguts Steffens-Keß“ werden nun die „Bildergeschichten vom Weinbergsknecht“.

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„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, schrieb Hermann Hesse einst in einem Gedicht. Auch für uns Winzer hat der Begi...
25/03/2026

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, schrieb Hermann Hesse einst in einem Gedicht. Auch für uns Winzer hat der Beginn der Vegetationsperiode immer wieder etwas Zauberhaftes. Die Natur wird grün, die ersten Blüten in der Weinbergsbegrünung und an unseren Weinbergspfirsichen sind zu sehen.Die Knospen der Reben beginnen anzuschwellen – im Zuge des Klimawandels inzwischen oft einige Tage früher als im langjährigen Durchschnitt. Angekündigte kühleren Temperaturen in den nächsten Tagen werden diesen Prozess wohl nur geringfügig verzögern.

Die Rebe „weint“ – von den alten Gelehrten auch Aqua Vitis oder Lachryma Vitis genannt. Die Wurzeln drücken Wasser und Nährstoffe in die Leitbahnen, die an den Schnittstellen austreten, bis diese die Saftleitbanen verschließen. Für uns markiert dieses Phänomen den Beginn einer neuen Vegetationsperiode und den Start eines neuen Lebenszyklus. Der Frühling ist da!

Wir sind gespannt, was uns die kommende Vegetationsperiode bringt. Dürre oder Dauerregen mit nie dagewesenem Hochwasser und Pilzbefall wie vor einigen Jahren, oder vielleicht doch ein normaler Sommer ohne Wetterextreme?

Wünsche an das Wetter hätten wir genug.

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An einem Morgen auf dem Weg in den Weinberg, um die Reben zu schneiden, staunte ich nicht schlecht. Da hatte doch tatsäc...
12/03/2026

An einem Morgen auf dem Weg in den Weinberg, um die Reben zu schneiden, staunte ich nicht schlecht. Da hatte doch tatsächlich jemand die Kurve nicht bekommen und war in unserem Weinberg gelandet. Der Endpfosten war umgedrückt und der Erdanker aus sehr stabilem Material deutlich verbogen. Allein der abgerissene, doppelte Spanndraht zwischen Anker und Weinbergpfosten hat eine Bruch- beziehungsweise Zugfestigkeit von 400 bis 600 Kilogramm.

Unweigerlich setzte bei mir das Kopfkino ein – ich fragte mich, wie das Auto nach diesem Aufprall wohl ausgesehen haben musste. Natürlich hatte der Autofahrer keine Visitenkarte am Unfallort hinterlassen. Ich überlegte eine Weile, ob ich die Polizei überhaupt damit belästigen sollte – wohl wissend, dass der Verursacher mit großer Wahrscheinlichkeit ohnehin nicht gefunden würde.

Doch es kam anders. Am nächsten Morgen stieß ich auf folgende Pressemitteilung der Polizei:

„Am Mittwochabend verursachte ein 23-jähriger Autofahrer in Reil an der Mosel einen Unfall, nachdem er vor einer Polizeistreife geflüchtet war. Gegen 21:45 Uhr bemerkte der BMW-Fahrer die Streife in der Kaiserstraße und beschleunigte sofort in Richtung Moselbrücke. Die Polizei nahm die Verfolgung auf. Am Ende der Brücke bog der Mann auf den parallel verlaufenden Radweg ab, verlor jedoch aufgrund überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug und kam in einem Weinberg zum Stehen. Dabei wurden das Auto und mehrere Rebstöcke beschädigt, der 23-jähriger Fahrer blieb unverletzt.“

Das vereinfachte die Sache für uns erheblich. Nach einem kurzen Telefonat mit der Polizei konnte ich Kontakt zu dem flüchtigen Autofahrer aufnehmen. Auf meine Frage, ob er bei der Reparatur helfen könne, verneinte er jedoch. Schade eigentlich. Pädagogisch wäre es sehr wertvoll gewesen, einmal selbst zu erleben, wie man einen Stahlpfosten – besonders in diesem Weinberg – mit einer schweren Pfahlramme in den extrem steinigen Boden treibt. Nichts für zarte Gemüter.

Die Schadenregulierung verlief anschließend zumindest in finanzieller Hinsicht problemlos – und bescherte mir einen recht ordentlichen Stundenlohn.

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