03/10/2026
Mein vergangenes Wochenende in der Eifel verbrachte ich (wie die letzten zehn Jahre zuvor) in Kontemplation, also im Sitzen und Schweigen. Das Verweilen auf dem Meditationskissen dauert am Tag bis zu sechs Stunden und wird lediglich durch Gartenarbeit , Spazierengehen und Essen in Schweigen unterbrochen.
Aber was hat das mit dem Wort zum Samstag und mit unserem Laden zu tun?
Unser Kontemplationslehrer sucht sich jedes Jahr für kurze Impulsvorträge immer ein anderes Thema heraus, dieses Jahr war es „Freiheit und Gehorsam“. In seinem Vortrag zitierte er u.a. den Kirchenlehrer Aurelius Augustinus (354-430) mit „Dilige et quod vis fac“ was so viel bedeutet wie „Liebe, und tu, was du willst!“. Dabei ist dieses Zitat keinesfalls als Freibrief für egoistisches Handeln oder Willkür zu verstehen, sondern vielmehr als dass nichts Schlechtes entstehen kann, solange die Liebe die Wurzel unseres Tuns ist. Übrigens bedeutet das lateinische „diligere“ nicht „lieben“ im romantischen Sinn. Es meint soviel wie „achten“ oder „hochschätzen“. Ihr merkt schon, von hier aus ist es nur noch ein kleiner Weg zum Artikel 1 des Grundgesetzes und ein weiterer zu unserem Hocker, der seit knapp drei Jahren, genauso wie unser Schild an der Tür, im Laden zu finden ist.
Ja, er ist ein hübsches, buntes Accessoire, auf dem die Kleinen mir beim Kassieren zuschauen, er ist aber auch ein Statement, das uns jeden Tag erinnert, dass ein gutes Zusammenleben so einfach und doch auch so schwer sein kann.
Ich wünsche euch für den heutigen Tag Sonnenschein und ganz viel Liebe, in dem was ihr tut. Nicht nur heute.
Und ja, ich verspreche (und hoffe), dass mein „Wort zum“ eine Ausnahme bleiben wird.
Einen schönen Feiertag für euch alle 🫶🏼🌈