10/07/2026
Honig im D.I.B.-Glas im Lebensmitteleinzelhandel – ein Denkanstoß
Aktuell sorgt ein Angebot für Diskussionen in der Imkerwelt: Honig im D.I.B.-Glas wird bei einem großen Discounter zu einem vergleichsweise niedrigen Preis angeboten.
Dabei stellt sich vielen die Frage, wie ein solcher Preis entlang der gesamten Wertschöpfungskette möglich ist. Häufig stammen diese Honige nicht direkt von einem einzelnen Imkerbetrieb, sondern werden von großen Abfüllunternehmen verarbeitet. Diese beziehen Honig aus unterschiedlichen Quellen, führen größere Chargen zusammen und füllen diese anschließend nach den geltenden Qualitäts- und Herkunftsvorgaben ab.
Selbstverständlich müssen dabei die Anforderungen des Deutschen Imkerbundes eingehalten werden, beispielsweise hinsichtlich Herkunft, Wassergehalt und weiterer Qualitätskriterien. Dennoch unterscheidet sich ein solcher Honig oft von dem, was viele Verbraucher mit dem D.I.B.-Glas verbinden: regionale Herkunft, kurze Wege und einen direkten Bezug zum Imker vor Ort.
Wer Honig direkt bei einem Imker aus der Nachbarschaft kauft, erhält in der Regel nicht nur ein regional erzeugtes Produkt, sondern auch Transparenz über dessen Herkunft und Herstellung. Oft ergibt sich dabei die Möglichkeit, mehr über die Imkerei zu erfahren und die Arbeit hinter einem Glas Honig kennenzulernen.
Daher lohnt es sich, beim nächsten Honigkauf bewusst zu überlegen, welche Form der Honigerzeugung man unterstützen möchte. Regionale Imkereien leisten einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege, Bestäubung und zum Erhalt der Bienenhaltung vor Ort.
Das Foto wurde am 29.06.2026 in einem örtlichen Aldi-Markt aufgenommen.