11/01/2025
Freud und Leid
Das Leben in der Landwirtschaft ist ein ständiges Auf und Ab. Momente der Freude wechseln sich mit Herausforderungen und schwierigen Momenten ab – wie wir es in den letzten Tagen leider erleben mussten.
Alles begann mit einer Totgeburt. Unsere Kuh „Alma“ verlor ihr Kalb, und da es die erste Kalbung in dieser Saison war, konnten wir kein eigenes Kälbchen zu ihr lassen. Glücklicherweise bekamen wir von einem befreundeten Betrieb kurzfristig ein Adoptivkalb, welches auch gleich von Alma angenommen wurde und ihre Milch trank. Dann folgte der nächste Rückschlag: Alma erlitt einen Uterusvorfall – die komplette Gebärmutter hing heraus. Eine Situation die uns alles abverlangte.
Nach dem Säubern durch den Tierarzt schoben wir ihre Gebärmutter Stück für Stück zurück. Ein kräftezehrender, gut dreistündiger Eingriff. Um einen weiteren Vorfall zu verhindern wurde eine Naht gesetzt und unsere Kuh zeigte ihren Lebenswillen: Nur wenige Minuten nach der Behandlung stand sie wieder auf ihren Beinen, und ihr Adoptivkalb trank an ihrem Euter.
Aber die Sorgen bleiben. Die Blauzungenkrankheit (BTV-3) hat sich im letzten Jahr stark ausgebreitet und ist aktuell die Ursache für viele Totgeburten und Probleme bei Wiederkäuern. Wir tun alles, um unseren Tieren zu helfen, und hoffen, dass Alma keine Infektion entwickelt und die nächsten Geburten unserer anderen Kühe komplikationsfrei verlaufen.
Landwirtschaft ist ein ständiges Wechselspiel aus Höhen und Tiefen. Doch es sind die kleinen Lichtblicke – wie das erste Trinken des Adoptivkalbs – die uns die Kraft geben, weiterzumachen.