Seit der Gründung des Weingutes ins seiner heutigen Form - im Jahre 1990 - begleitet uns ein Leitwort: Respekt. Respekt vor unseren natürlichen Bedingungen - Terrassenweinbau in extremen Steillagen. Respekt vor einer traditionellen Rebsorte, die wie keine andere die Einflüsse ihres Standortes transportiert: Der Riesling. Respekt auch vor einer Weinkultur, die den Schiefer, die Steillage, die Flus
slandschaft, die Rebsorte in einem Jahrhunderte währenden Prozess zu einer Einheit verdichtet hat. Einem Natur-Kultur-Prozess, der über die Differenzierung der einzelnen Lagen hinaus eine Kultur der Vielfalt in Stil, Gewicht und Geschmacksrichtung entwickelt hat, wie sie in keinem anderen Weinanbaugebiet der Welt vorstellbar ist. Wir verstehen uns als Begleiter unserer Weine: Begleiter mit einer Idee, einem Ziel, einer Stilvorstellung. Doch wir möchten Eigenheiten, Ecken und Kanten, Besonderheiten zulassen dürfen. Wollen jeder Lage, Parzelle, jedem Jahrgang und auch jedem Fass den eigenen Charakter lassen, die Entwicklung beobachten. Das bedeutet, das gegebene Grundmaterial anzunehmen, den großen Jahrgang nicht schlanker, den kleinen nicht dicker zu machen. Sich Zeit lassen - natürlichen Prozessen Platz geben, ist die wichtigste Grundmaxime unserer KEllerwirtschaft. Verzicht auf Reinzuchthefen, Schönungsmittel, Entsäuerung und Süßreserve sind für uns selbstverständlich. Sich Zeit lassen für Maischestandzeiten, langsame Gärung und langes Hefelager auch. Noch wichtiger erscheint es uns aber, Raum zu lassen für individuelle Entscheidungenim Jahrgang, an jedem Erntetag, Parzelle für Parzelle, Fass für Fass - eine Kultur zu schaffen, in der Wahrnehmung, Erfahrung und Intuition vor der Erfüllung technischer Standardvorgaben stehen.