History on a Plate

History on a Plate Historische Rezepte & Food History Nuggets
Experimentierfreunde 🤝
Paulina & Max

18/06/2026

Lebt der alte der Kirschmichel noch?

Kirschmichel ist eine traditionelle süddeutsche Mehlspeise aus eingeweichtem Brot, Milch, Eiern und Kirschen. Das Gericht entstand aus der historischen Notwendigkeit der Resteverwertung. Altbackenes Brot wurde über Jahrhunderte hinweg nicht weggeworfen, sondern zu sättigenden Speisen weiterverarbeitet. Besonders in fränkischen und süddeutschen Haushalten galt Kirschmichel/Kirschenmännle lange nicht als Dessert, sondern als vollwertige Hauptmahlzeit, häufig serviert nach einer Suppe an sogenannten Mehlspeisentagen, etwa montags oder an fleischlosen Freitagen. Unter dem Namen „Kirschmichel“ sind Rezepte erst seit dem 19. Jahrhundert sicher belegt, doch vergleichbare Brotaufläufe reichen deutlich weiter in die europäische Küchengeschichte zurück.

Rezept von Max´s Oma

1kg Kirschen wiegen und dann entsteinen 
4 Stck Brötchen, ca 250gr Schwarzbrot und 3 Stck Nusshörnchen 
1 P Vanillezucker
mit heißer Milch überbrühen und später ausdrücken

4 Eier – getrennt 
100 gr braunen Zucker 
100 -125 gr Margarine oder Butter
 1 TL Zimt 
1 TL Kakao 
1 Messerspitze Nelken gemahlen 
1 Prise Salz 
1 Backpulver

Eigelb mit Butter und Zucker schaumig rühren – alle Zutaten und Eischnee unterheben.
Form ausbuttern – Teig einfüllen und darauf richtige Butterflöckchen geben
ca 45 Minuten backen bei 200° - 225° backen + Nachhitze

Nananananana das ist der Hawaii Toast & seine Backstory ✌️Der Toast Hawaii wurde in den 1950er Jahren durch Fernsehkoch ...
17/06/2026

Nananananana das ist der Hawaii Toast & seine Backstory ✌️

Der Toast Hawaii wurde in den 1950er Jahren durch Fernsehkoch Clemens Wilmenrod bekannt. Und ist seit dem ein Klassiker der deutschen Küche!

Rezept Toast Hawaii

Toastbrot mit Butter bestreichen und mit Kochschinken, Dosenananas und Schmelzkäse belegen. Bei 200 °C Ober Unterhitze 10–15 Minuten backen und mit einer Cocktailkirsche garnieren.

16/06/2026

Sogar Rotkäppchens „Kuchen“ stellen wir uns bildlich oft als Gugelhupf vor.
Die Backform begegnet uns in der Kupfervariante. Das teure Material lässt erkennen, dass der Gugelhupf bis ins 18. Jahrhundert eher in höfisch-bürgerlichen Kochbüchern greifbar ist; auf dem Land wird er erst im 19. Jahrhundert vereinzelt als Festtagskuchen belegt. Später erscheint er als Hochzeits-, Kirchweih- und Familienfestkuchen. Die Form ist zentral: Kupferformen als Luxus, Keramik als alltagstauglicher, später Emaille/Blech.��

Rezept
* 500 g Mehl
* 250 g Butter
* 250 g Zucker
* 4 Eier
* 1 pk Backpulver
* 1 pk Vanillezucker
* 1/8 l Milch
* 2 TL (gehäuft) Kakaopulver
Zubereitung
* Butter, Zucker und Vanillezucker schaumig rühren. Eier nach und nach zugeben.
* Mehl und Backpulver vermischen und portionsweise unterrühren. Bei Bedarf Milch zugeben, sodass der Teig schwer vom Löffel reißt.
* Die Gugelhupfform einfetten. 3/4 des Teigs in die Form geben.
* In den restlichen Teig das Kakaopulver einrühren. Ebenfalls in die Form füllen und einmal mit der Gabel rundherum unterheben.
* Bei Ober- und Unterhitze in den kalten Ofen stellen. Auf 130 Grad für eine halbe Stunde backen, dann auf 140 Grad erhöhen, nach 10 Minuten auf 150 Grad und nach weiteren 20 Minuten auf 160 Grad erhöhen. Je nach Ofen noch etwa 5–10 Minuten fertig backen.
Quelle
https://margarete.meggle-freund.de/wp-content/uploads/2023/06/

Die berühmte Tarte Tatin wird meist mit einer Küchenpanne erklärt. Tatsächlich handelt es sich dabei wohl um eine klassi...
15/06/2026

Die berühmte Tarte Tatin wird meist mit einer Küchenpanne erklärt. Tatsächlich handelt es sich dabei wohl um eine klassische Ursprungslegende. Sicher ist dagegen, dass die Schwestern Caroline und Stéphanie Tatin das Dessert Ende des 19. Jahrhunderts in ihrem Hotel in Lamotte Beuvron servierten. Eine frühe Rezeptquelle nennt sogar eine unbekannte Köchin aus dem Umfeld des Grafen von Châteauvillard als eigentliche Erfinderin.

Rezept Tarte Tatin

Aus 200 g Mehl, 100 g Butter, Salz und Wasser einen Mürbeteig herstellen. 6 Äpfel mit 100 g Butter und 100 g Zucker karamellisieren, mit dem Teig bedecken und bei 180 °C etwa 30 Minuten backen. Anschließend stürzen und heiß servieren.

13/06/2026

Das Käsewunder aus Curaçao
Keshi Yená zählt heute zu den bekanntesten Gerichten der niederländischen Karibik. Besonders auf Curaçao und Aruba gilt der gefüllte Edamer- oder Gouda-Käse als wichtiger Bestandteil der lokalen Krioyo-Küche.
Ein historisches Ursprungsrezept ist nicht überliefert. Nach der weit verbreiteten kulinarischen Überlieferung entstand das Gericht während der niederländischen Kolonialzeit auf den ABC-Inseln (Aruba, Bonaire und Curaçao). Dabei sollen ausgehöhlte Käseformen mit Fleisch, Gemüse und weiteren verfügbaren Zutaten gefüllt und anschließend gegart worden sein.
Ob diese Entstehungsgeschichte im Detail zutrifft, lässt sich heute nicht mehr eindeutig nachweisen. Sie verdeutlicht jedoch, wie eng die Küche Curaçaos mit Handel, Kolonialgeschichte und kulturellem Austausch verbunden ist.
Für dieses Rezept haben wir uns an modernen traditionellen Zubereitungen orientiert, wie sie heute auf Curaçao verbreitet sind.
Wichtiger Nachtrag: 2010 wurden die Niederländischen Antillen aufgelöst. Seitdem ist Curaçao ein eigenständiges Land innerhalb des Königreichs der Niederlande….ähnlich wie Aruba, aber nicht unabhängig.

Zutaten
* 400 g Hähnchenfleisch
* 1 Zwiebel
* 1 Paprika
* 2 EL Tomatenmark
* 2 EL Rosinen
* 1 EL Kapern
* 50 g grüne Oliven
* 50 g Cashewkerne
* 2 EL Ketchup
* Einige Spritzer Tabasco/Worchestershiresauce
* Salz & Pfeffer
* Ca. 400g Gouda oder Edamer in Scheiben

Zubereitung:
1. Hähnchenfleisch und Zwiebeln klein schneiden und anbraten.
2. Paprika klein schneiden und hinzufügen.
3. Tomatenmark,Rosinen und Kapern dazugeben
4. Oliven und Cashewkerne unterheben.
5. Mit Salz, Pfeffer, Tabasco und Ketchup abschmecken.
6. Eine ofenfeste Form vollständig mit Käsescheiben auskleiden.
7. Die Füllung hineingeben und mit einer weiteren Schicht Käse bedecken.

Surströmming entstand aus der Notwendigkeit, Fisch mit möglichst wenig Salz haltbar zu machen. Da Salz teuer war, setzte...
12/06/2026

Surströmming entstand aus der Notwendigkeit, Fisch mit möglichst wenig Salz haltbar zu machen. Da Salz teuer war, setzte man auf Fermentation. Der Fisch wird bis heute in Dosen weitervergoren, weshalb diese oft unter Druck stehen. Bereits Carl von Linné erwähnt Surströmming 1732 und beschreibt sogar, wie man ihn essen soll.

Rezept Surströmming

Surströmming abspülen und mit gekochten Kartoffeln, gehackten Zwiebeln und Knäckebrot servieren. Nach Geschmack mit Crème fraîche, Dill, Petersilie, Tomaten oder Butter ergänzen. Traditionell dazu Bier oder Schnaps reichen.

11/06/2026

Heringssalat mit Sperma ist eine Delikatesse

Heringsmilch, heute vielen kaum noch bekannt, bezeichnet den Samen männlicher Heringe. In der historischen Küche war sie keineswegs ungewöhnlich. Besonders in Nord- und Mitteleuropa wurde sie zur Verfeinerung von Saucen, Marinaden und Fischgerichten verwendet.
Auch beim Heringsalat begegnet uns Heringsmilch in historischen Rezepten des 19. Jahrhunderts, wo sie fein zerkleinert und mit Essig oder Gewürzen zu einer aromatischen Sauce verarbeitet wurde. Dabei handelte es sich weniger um eine Kuriosität als vielmehr um einen selbstverständlichen Umgang mit dem ganzen Tier und seinen verfügbaren Bestandteilen.
Wer nun wutentbrannt festgestellt hat, dass das Rezept nicht in der Caption steht, schaut bei Marie Schreibers Neuestem Berliner Kochbuch für bürgerliche Haushaltungen aus dem Jahre 1839 vorbei oder gönnt sich das History on a Plate Kochbuch.

Das unterstützt uns und unsere Arbeit ❤️

Die Geschichte der Cantuccini beginnt lange vor der modernen Rezeptur. Schon die Römer kannten sogenanntes biscoctum, al...
10/06/2026

Die Geschichte der Cantuccini beginnt lange vor der modernen Rezeptur. Schon die Römer kannten sogenanntes biscoctum, also zweimal gebackenes Brot. Die Technik machte Gebäck besonders haltbar und fand später auch beim Schiffszwieback Anwendung. Der Begriff cantuccio ist seit 1691 belegt. Erst im 18. Jahrhundert tauchen Rezepte mit Mandeln auf, bevor Antonio Mattei im 19. Jahrhundert die bis heute bekannte Variante aus Prato populär machte.

Rezept Cantuccini

300 g Mehl, 180 g Zucker, 2 Eier und 2 Eigelb, 120 g Mandeln, 1 EL Milch, 1½ TL Backpulver und 1 Prise Salz zu einem Teig verarbeiten. In vier Teile teilen, zu Rollen (30cm) formen, mit Eigelb bestreichen und bei 180 °C 20 Minuten backen. In etwa 12 mm dicke Scheiben schneiden und weitere 5 Minuten im Backofen trocknen.

09/06/2026

Vor 107 Jahren kommen Brooklyns Kinder nicht in der Schule an.

Denn über Nacht hat sich in den Straßen von Brooklyn eine bizarre Landschaft aus Schokolade, Kakao und Butter gebildet.
Am Abend des 12. Mai 1919 brach in der Fabrik von Rockwood & Company in Brooklyn ein Feuer aus. Die Flammen erfassten Bereiche, in denen große Mengen Schokolade, Kakaomasse, Zucker und Butter gelagert wurden. Obwohl die Feuerwehr schnell vor Ort war, breitete sich das Feuer weiter im Gebäude aus.
Beim Löschen geschah dann etwas Unerwartetes: Das Löschwasser vermischte sich mit den geschmolzenen Zutaten und spülte die Masse auf die umliegenden Straßen. Dort kühlte sie ab, verstopfte Gullis und bildete stellenweise meterbreite Ablagerungen aus Schokolade und Fett.
Zeitgenössische Berichte schildern chaotische Zustände. Die Straßen wurden so rutschig, dass Feuerwehrleute kaum noch sicheren Halt fanden. Gleichzeitig konnte das Löschwasser nicht mehr abfließen, was die Löscharbeiten zusätzlich erschwerte.
Am nächsten Morgen berichtete der Brooklyn Daily Eagle von einem „Ozean aus Fudge“, der sich durch die Straßen zog. Neugierige Anwohner strömten herbei, darunter zahlreiche Kinder auf dem Weg zur Schule, die die ungewöhnliche Süßigkeitenlandschaft natürlich aus nächster Nähe betrachten wollten.
Das Feuer konnte schließlich unter Kontrolle gebracht werden. Menschen kamen dabei nicht ums Leben. Die Aufräumarbeiten hingegen dauerten deutlich länger: Die erkaltete Schokoladenmasse musste mühsam von Straßen und Gehwegen entfernt werden.
Für die Kinder von Brooklyn dürfte es trotzdem ein Tag gewesen sein, den sie nie vergessen haben.

06/06/2026

Frau Holle wohnt im Holunderbusch - Hollerküchlein

Die älteste bekannte Beschreibung von frittierten Holunderblüten stammt aus dem Jahr 1570: Der italienische Koch Bartolomeo Scappi bereitete daraus süße Frittelle mit Käse und Safran zu. Eine frühe deutschsprachige Variante findet sich 1770 bei Christoph Preidl, dessen Rezept bereits den heutigen Hollerküchle ähnelt.
Im mitteleuropäischen Volksglauben galt der Holunder als Schutzbaum und wurde mit der Sagengestalt Frau Holle bzw. Holda verbunden. Bereits um 1020 wird Holda bei Burchard von Worms erwähnt, später auch als helfende Segensfigur. Daher grüßte man vielerorts den Holunder, bat vor dem Pflücken um Erlaubnis oder sprach kleine Wünsche aus.
Ob Frau Holle und der „Holler“ tatsächlich sprachlich zusammenhängen, ist unklar. Wahrscheinlich entstand die Verbindung erst später durch die Ähnlichkeit der Namen

Zutaten
* 250 g Mehl
* 250 ml Milch
* 2 Eier
* 1 Prise Salz
* 8–12 frische Holunderblütendolden
* Butterschmalz oder Pflanzenöl zum Ausbacken
* Puderzucker zum Servieren
Zubereitung
1. Mehl, Milch, Eier und Salz zu einem glatten, eher flüssigen Teig verrühren.
2. Die Holunderblüten vorsichtig ausschütteln, damit kleine Insekten entfernt werden. Nicht waschen, damit das Aroma erhalten bleibt.
3. Die Blütendolden am Stiel festhalten und vollständig in den Teig tauchen.
4. In heißem Fett von beiden Seiten goldbraun ausbacken.
5. Kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen.
6. Mit Puderzucker bestäuben und warm servieren

Quellen
* Burchard von Worms: Decretum, ca. 1012–1022
* Bartolomeo Scappi: Opera dell’arte del cucinare, Venedig, 1570
* Christoph Preidl: Kochbuch (Mentzelhaus-Handschrift), 1770

Adresse

Rome

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von History on a Plate erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Teilen

Kategorie